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"Was, Sie schicken Ihr armes Kind in eine dieser stalinistischen Verwahranstalten, wo die immer nebeneinander auf dem Topf sitzen müssen und deswegen später zu Gewalttätern werden? Ihre Frau geht arbeiten? Die soll zu Hause bleiben und sich gefälligst um die Kinder kümmern, so war das schon immer und so muss es immer bleiben. Wo kommen wir denn da hin." O-Ton eines Mittfünfzigers vor knapp drei Jahren. Ich bin kein Familienprediger, der die Massen zur übertriebenen Reproduktion animieren möchte. Irgendwie erschreckend finde ich so etwas trotzdem. Und Überschriften wie "Deutsche Frauen sind faul und gierig" (wieder mal beim Bäcker gesehen - regionales Käseblatt) sind doch wirklich kontraproduktiv.
Angst Einsam saß sie auf der Türschwelle, draußen auf dem Balkon, und anstatt die letzten Sonnenstrahlen des Herbstes zu genießen, klammerte sie sich an ihre Zigarette. Für sie war es ein letzter Strohhalm, der sie vor dem Ertrinken bewahren sollte, die letzte Ablenkung die sie für sich noch finden konnte. Heute war es ihre vierte Zigarette, aus der zweiten Schachtel, zu viel für einen Tag und sie wusste genau, dass die Schmerzen in ihrer Brust davon noch schlimmer wurden, der Husten, die Halsschmerzen, alles. Sie war sterbenskrank, nur wusste das außer ihr niemand, die Ärzte belächelten sie nur, sagten, sie sei kerngesund und das man in ihrem Alter man noch nicht sterbenskrank werden könnte. Was sie nicht schon alles untersucht hatten: Das Herz war gesund, die Lunge war gesund, die Magenspiegelung, die sie vorgestern über sich ergehen ließ, war ohne Befund, das Blutbild in Ordnung. Doch sie wusste es besser, sie musste einfach krank sein. Wenn es nicht das Herz war, war es die Lunge und wenn es nicht die Lunge war, dann der Magen, oder Lymphdrüsenkrebs oder ein Gehirntumor. Und immer, wenn sie einen kleinen Schmerz in ihrem Körper verspürte, fing alles von vorne an: Ihr Herzschlag beschleunigte sich, kalter Schweiß stand auf ihrer Stirn, die Finger wurden ganz weich, sie bekam kaum noch Luft, sie geriet in Panik. Ging es ihr zwischendurch gut, hatte sie Angst vor der nächsten Attacke, inzwischen hatte sie schon Angst vor der Angst. Alles, was um sie herum geschah, nahm sie nicht mehr war. Sie konnte nicht mehr essen, sie hatte zehn Kilo in den letzten zwei Monaten abgenommen, die Wohnung wollte sie nur noch selten verlassen, sie fühlte sich hier zwar nicht wohl, doch draußen ging es ihr noch schlechter, er war ihr fast egal geworden, obwohl er für sie kämpfte, versuchte, ihr Kraft zu geben, sie zu stützen, Familie und Freunde gab es für sie nicht mehr. Diese unglaubliche Angst hatte sie fest in ihrem Bann, sie lauschte nur noch nach innen, konnte nachts nicht mehr schlafen, es gab kaum noch Momente, die ihr Kraft gaben, Glücksmomente gab es nicht mehr, das Glück hatte wohl einen langen Urlaub angetreten, war tausende Meilen entfernt. Nur wenn sie einsam auf der Türschwelle, draußen auf dem Balkon, saß und dem langsam aufsteigenden Rauch der Zigarette zusehen konnte, vergaß sie einen Teil ihrer Angst, fühlte sich einen Augenblick wohl, konnte klar denken. So konnte es nicht weiter gehen, das wurde ihr in diesem Moment klar, sie wollte die letzten Sonnenstrahlen des Herbstes genießen, sie wollte leben, sie wollte lieben, ohne Angst, ohne Panik, ohne Schmerzen. Sie drückte die Zigarette aus, öffnete die Tür, ging herein und spürte, wie sich sofort der Hals zuschnürte, dieser unerträgliche Kloß festsetzte, diesen stechenden Schmerz, der sich bis in ihren linken Arm erstreckte, sie hatte Angst.
Erziehungsmaßnahmen Eigentlich wollte ich ja an dieser Stelle mit den ollen Kamellen von damals langweilen. Nun liegen mir aber leider die Gedanken quer, weil dicker Rauch gerade über unsere Wiese zieht und die wunderbare Aussicht leider ein wenig vernebelt. Aus diesem Grund möchte ich die Gelegenheit nutzen, auf drei interessante Aktionen für Kinderfreunde und solche, die es werden wollen, hinzuweisen: Verlässlichkeit, Respekt und Hilfsbereitschaft - Urchristliche Werte, die wohl ausschließlich von katholischen oder protestantischen Einrichtungen vermittelt werden können und die unsere Welt so viel schöner, einfacher und vor allen Dingen christlicher machen. Wunderbar, empfehlenswert, weiter so. Jetzt müssen wir nur noch einen in unserer Nähe befindlichen Kindergarten finden, der diesem Bündnis angehören darf, man will ja jeden Trend mitmachen. Wird schwer im heidnischen Osten, wahrscheinlich werden diese Einrichtungen nun auch noch von Menschenmassen überrannt. Wie, diese Werte könnten wir auch vermitteln? So ganz ohne Kirche? Zum Thema Hilfsbereitschaft fällt mir ja auf Anhieb "Timur und sein Trupp" ein. Aber nur, wenn der Papa auch zu Hause bleibt - Das Elterngeld an sich, ist auch so eine tolle Idee, böse Zungen auf der Weide behaupten ja, das hätte es schon mal gegeben. Endlich muss man nicht mehr wochenlang sein Haushaltsbudget analysieren, nach Einsparmöglichkeiten suchen und auf das familiennotwendigste kürzen , bevor man damit anfängt, sich zu reproduzieren, sondern kann ganz entspannt loslegen, ein hoffentlich vorhandenes Einkommen der Frau soll nicht mehr ganz verloren gehen. Wow. Wie, nur wenn der Vater zwei Monate zu Hause bleibt? So richtig zwangsmäßig? Ich hätte ja keine Probleme damit, ich trau mir das zu. Keine Frage, allerdings habe ja auch schon einschlägige Erfahrungen. Aber ich würde mir das ganz gerne selber aussuchen können, zwangsverpflichten kann mich höchstens die Büffelin. Müsste ich dann auch stillen? Zwangsverpflichtung ist scheinbar die neue Wunderwaffe - Was könnte man denn noch so staatlich regulieren? Tolle Ideen. Ich bin schon auf Fortsetzungen, Ergänzungen und neue Ideen, auch in anderen Bereichen, gespannt. Bis dahin kann ich ja noch ein wenig Rauchwolken vertreiben.
Manchmal möchte ich dieses Blog mit "Moin Blog." begrüßen, es wächst mir ans Herz, so langsam, obwohl ich es nicht mal anfassen kann. Da freue ich mich schon fast darüber, dass mich diese unglaubliche Pollenschwemme trotz strahlendem Sonnenschein in der Bude hocken lässt. Schlimm. Also schnapp ich mir die dicksten Pillen, die die Augen wieder klar machen, die Nase abschwellen lassen und die Ketten von der Brust nehmen und schleich mich zu Verwandten (via). "Bis denne Blog."
Herr Zweifel wohnt im Strandkorb links Es gibt so Tage, wie diesen heute, der eigentlich gestern schon begann, da bin ich einfach mal ein falscher Fuffziger, sitze am Strand, lausche den leise auf und ab rollenden Wellen und lasse unzählige, in den letzten Wochen extrem angeschwollenen, Gedanken wie Sandkörner durch meine Finger rieseln. Klingt komisch, ist aber so. Es ist nicht immer einfach, da eine gewisse Ordnung rein zu bringen, mein Schreibtisch ist aufgeräumter, aber irgendwie klappts dann doch immer wieder, das Blog ist ja so ein toller Therapeut. Gestern hörte ich so im vorbeigehen einen kurzen Beitrag über Clemens Meyer, den ich nicht kenne, schon gar nicht persönlich, aber es gefiel mir, was ich da hörte und es weckte in mir Erinnerungen an ein komisches, nein, nicht komisches, bewegtes Jahr, das für mich persönlich, meine Umgebung und überhaupt global so turbulent war und irgendwo im Hinterkopfe schlummern diese kleinen Geschichten, die damals nur Randbemerkungen, aber doch letztendlich ein Teil des Ganzen, waren. An dieser Stelle kommt Herr Zweifel ins Spiel. Der mischt sich überall ein, hat immer was zu sagen und stellt mir genau diese eine Frage: "Was willst du machen, mit diesen kleinen Geschichten?" Ja was denn? Ich könnte sie mir in ein Notizbüchlein kritzeln, immer mit mir rumschleppen und dann und wann einen einsamen oder zweisamen Blick rein werfen. Ich könnte sie auch im stillen Kämmerlein des Hinterkopfes ruhen lassen, bis sie alt und ranzig werden, aber das schmeckt doch gar nicht, im Kopf. Und das soll es ja eigentlich. Im Kopf schmecken. Ich könnte sie auch hier verwursten, aber Blogs erscheinen mir oft so oberflächlich, kurze Einträge scheinen meist der Renner zu sein, längere Texte werden gern links liegen gelassen, lesen ist anstrengend, mitdenken noch viel mehr. "Aber Herr Zweifel, was legen Sie mir da für Gedanken in den schon überschweren Kopf? Sind wir beim Friseur, dass wir sie alle über den gleichen Kamm scheren müssen? Was ist mit dem Korrektiv der wirklich interessierten Leser, die es doch hoffentlich gibt. Gibt es doch? Die, die Krummes wieder gerade biegen oder Gerades ein wenig krümmen können, den Blickwinkel ändern, die Sichtweise schärfen." Da bleibt er stumm, der alte Mann, hat nichts mehr zu sagen, zweifelt weiter im Stillen. Was solls, ich kann es nicht ändern, das sie jetzt da rumspuken, die ollen, aber immer noch schönen, Kamellen. Vielleicht packe ich sie ja tatsächlich aus, igendwann mal. Wenn die Sandburg fertig ist.
Liebes Tagebuch, es gibt Sachen auf dieser unseren Welt, die absolut untertützenswert und sicherlich auch wichtig für das weitere Fortkommen der Menschheit sind. Manchmal sind es nur die Kleinigkeiten, die uns weiter bringen, kleine Dinge, die Großes bewirken können, auch wenn sie noch so komisch klingen. Deshalb schreib ich dir hier eine Bitte rein, an die du mich gnädigst erinnern darfst, wenn die Zeit gekommen ist. Danke. Zählen Sie am Wochenende vom 5. bis 7. Mai zu einer Stunde Ihrer Wahl alle Vögel, die Sie in Ihrem Garten entdecken. Melden Sie uns Ihre Ergebnisse bis zum 10. Mai. Das Bufflon
Termine, Termine, Termine Der alltägliche Wahnsinn schleicht um einen herum und dann auch noch dieser ganzen Pollenmist, die Überempfindlichkeit gegen die natürliche Umwelt hat doch sicherlich mit ihrer stetigen Verschmutzung, der Vergiftung der Lebensmittel und so weiter und so fort, zu tun. Jetzt wirds wirklich Zeit für den Almauftrieb, in luftige Höhen, ohne Blütenstaub, mit schönem Ausblick und abendlichen Alpenglühn. Ach wär das schön. Und das, obwohl ich ja eigentlich ein Meeresmensch, sorry, Meeresbufflon bin. Na dann mal ran.
Wer hat eigentlich beschlossen, dass so ein Fest anlässlich der "Du hast Farbe bekommen." Na klar, hab ich. An einem Tag schien sogar durchgängig die Sonne und man konnte sich die Nase bedingungslos in selbiger bruzzeln lassen. Na gut, das ist vielleicht ein wenig übertrieben. Selbstzufriedenheit macht sich trotzdem breit, positive, eine willkommene Antriebsfeder, wenn man so will. Genauso wie die kurze Verführung am Karfreitag, von der dunklen Schönheit mit den tollen Kurven, die den Proll im Bufflon erweckte. Dreihundert Pferde am Zügel zu haben, ist nicht alltäglich, ein Augenschlag bis Tempo Hundert, ein kurzer Atemzug und der Drehzahlmesser war jenseits der sechstausend. Auch das macht ein Bufflon zufrieden, es ist eben auch nur ein Mensch.
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![]() (geborgt bei flickr)
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Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57 Links: ... Home ... Blogrolle (in progress) ... Themen ... Impressum ... Sammlerstücke ... Metametameta ... Blogger.de ... Spenden Archiviertes:
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