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State of decay

Der C. klärt über Flüchtlinge auf. Syrische Neger onanieren und scheißen ins Wasser im Schwimmbad um die Ecke, da könne man nicht mehr hingehen. So wie man überhaupt nirgendwo mehr hingehen könne, ohne auf “die” zu treffen. Die ausschließlich nach Deutschland kommen, um wie die Made im Speck zu leben. Bezahlt von unseren hart verdienten Penunsen.

Der M. klärt über die Regierung auf. Die sei ja von Wirtschaftsbossen wie dem Maschmeyer fremdgesteuert und würde über das Volk lachen. Hinter allem stecke ein großer Plan, nur wisse er nicht, wie der aussieht. Man sehe das ja schon an der Presse, die immer das gleiche und völlig unkritisch schreibe. Diese Lügenpresse ist gleichgeschaltet. Auf die Frage, wer denn Propagandaminister sei und wo sich sein Ministerium befände, zuckt er mit den Schultern.

Der J. klärt über Chemtrails auf. Kürzlich hätte er einen Piloten getroffen, der seine Vermutung, die er auf umfangreiches Wissen aus dem Internet stützt, bestätigen konnte. Ja, es gebe Chemikalien, die auf Linienflügen an ganz bestimmten Stellen abgelassen werden müssen. Angeordnet von Regierungsbehörden. Zu Testzwecken. Oder so. Hätte der Pilot ihm bestätigt.

Ja, sind denn alle irgendwie verrückt geworden?
 
Di, 09.02.2016 |  # | (21) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: schleichender wahnsinn



 

Unveröffentlicht

Beim Aufräumen der GoogleDrive-Sammlung festgestellt, dass ich mich mal in erotischer Literatur versucht habe. Unveröffentlichte Werke, nichts, worauf man besonders stolz sein könnte.

Ich hatte auch mal eine Schreibmaschine, auf der ich Material-Bestelllisten für Flugzeugträger erfunden und mit Generalmajor unterschrieben habe. Entschuldigung, ich komme aus einem Lehrerhaushalt. Natürlich blieben die Werke unveröffentlicht.

Beim Schmieren der Frühstücksbrote heute morgen ist mir eine interessante Geschichte über einen mittelalten Mann eingefallen. Der mittelalte Mann, langweiliger Typ eigentlich, besuchte in dieser Geschichte jeden Montag eine Therapiegruppe für Angsthasen. Die Story war so spannend, dass ich sogar vergaß, auf das Brot der Lieblingstochter Butter zu schmieren, was sie mir aber nicht übel nahm.

Bisher ist die Geschichte noch unveröffentlicht. Bisher.
 
Mo, 08.02.2016 |  # | (24) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: Schreib mal wieder



 

Bittersweet reloaded

Win öffnete die alte Kellertür, trat hinaus in den kalten Frühlingsmorgen, seine Augen blinzelten im hellen Morgenlicht, Krähen flogen über den Hof, der alte Hund mit dem zerzausten Fell sah ihn an und knurrte missmutig.

In der Hand hielt er ein vergilbtes Blatt Papier, mit engen Zeilen beschrieben, mit gebrochener Schrift, ein paar Buchstaben waren zerlaufen, wahrscheinlich von den Tränen, die über seine Wangen liefen, und er schluchzte.

Bittersweet, murmelte er und nickte, lief langsam los, in Richtung Wald, wohl wissend, dass er nun, nach dieser langen Zeit, endgültig zu jenem Win geworden war, der er nie hatte sein wollen.

to be continued...
 
Di, 03.03.2015 |  # | (324) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: Schreib mal wieder



 

Stammtischfußball

Schon wieder muss ich Fußball in Gemeinschaft sehen. Grundsätzlich ist das weniger ärgerlich, doch würde ich Spiele der deutschen Nationalmannschaft wohl lieber im stillen Kämmerlein ertragen wollen, als einer unter vielen anderen Jogi-Löw-Beratern zu sein.

Unsere kleine Stammrunde erinnert immer auch ein wenig an Twitter: Jeder weiß alles und vor allem besser. Keiner der Spieler ist gut genug für irgendwas, der Trainer schon gar nicht, schau dir doch mal an wie der aussieht, das kann doch nichts werden. Der Neuer ist immer für einen Patzer gut, der Boateng zu unbeherrscht, der Mertesacker zu langsam, der Höwedes Schalker, den Mustafi kennt schon mal keiner, außerdem soll der Lahm rechts spielen und Khedira und Schweinsteiger als Sechser, obwohl die gar nicht fit sind, der Kroos ist ein Spielentschleuniger, der Özil vollkommen überschätzt, den Dortmunder Götze kennt kaum noch einer, der Müller ist überspielt. So und so und so geht das weiter und das stille Kämmerlein ruft immer deutlicher, je später es wird.

Nachdem die erste Halbzeit des Achtelfinales gegen Algerien fast in die Hose ging, droht die Stimmung bei den Stammtisch-Jogis zu kippen. Cola und Rum glätten die Wogen ein wenig, dazu Nüsschen und ein paar abwertende Sprüche über die Algerier und schont steigt die Laune um ein paar Prozent. Der Torwart als bester Abwehrspieler der deutschen Mannschaft, kein anwesender Experte hätte das erwartet, schon eher einen Patzer. Es regnet. Und wann kommt das Donnerwetter?

Fußballexperten wissen, das KO-Spiele durch Tore entschieden werden, Jogis 12te Männer wissen das natürlich auch. Während der zweiten Halbzeit verbissen gefolgt wird, fährt ein Nachbar mit Benzinrasenmäher an der public-viewing-location vorbei, mäht den Rasen des Gemeinschaftsweges der Anlage, wird wüst beschimpft und mit Nüssen beworfen. Vielleicht fühlte er sich ausgeladen und mähte nun als Retourkutsche. Das deutsche Spiel wird besser, doch jetzt macht man vorne Fehler, weniger hinten, alle sind entsetzt, die Algerier zeigen Herz.

Verlängerung. Die Nerven liegen blank, Kinder schlafen ein. Kind müsste man sein, man ist müde, wird nett gebettet und zack, schläft man den Schlaf der Gerechten, während irgendwo in Brasilien ein paar schnöde Fußballträume verwehen. Oder auch nicht, denn war Fußball nicht das Spiel, das mindestens neunzig Minuten lang gespielt wird und das am Ende immer die Deutschen gewinnen?

Was weiterhin zu beweisen wäre, Herr Löw und Co., am Freitag, in der Sporthalle der Grundschule, schlimmer als solche Spiele am üblichen Stammtisch sehen zu müssen, kann es doch gar nicht mehr werden, oder?
 
Di, 01.07.2014 |  # | (943) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogosophie



 

Leben mit 37

Das Alter kommt mit einem Schnupfen. Erst fühlt es sich wie ein Heuschnupfen an, laufende Nase, tränenende Augen, Kopfschmerzen, später, wenn du nachts nicht schlafen kannst, weil du das Gefühl hast, zu ersticken und schweißgebadet, auf zittrigen Beinen in die Küche schleichst, um dir einen rettenden Schluck Wasser in die ausgetrocknete Kehle zu stürzen, stellst du fest: Das ist kein Heuschnupfen, das ist wohl ein wenig mehr.

Und dann stürzt du dich auf die dir gereichten Medikamente, trinkst literweise Tee, spülst mit besten Meeressalz sämtliche Höhlen, die es in deinem Dickschädel zu geben scheint, denn du willst nicht krank sein, nicht im Bett liegen und schwitzen, die willst im Büro sitzen und ein bisschen von der Welt retten, du willst am Spielplatz stehen und deine Tochter beim Klettern bewundern, du willst am Spielfeldrand stehen und deine Jungs anfeuern, du willst und willst und willst.

Am Ende landest du dann in einer Röhre, an dir wird herumgedoktort, diagnostiziert, geschweißt, geschreinert, zerrissen und geflickt, du wirst gepiekst und untersucht und krank geschrieben und du stellst fest, dass du schon lange nicht mehr der bist, der nach einer Woche aufsteht und einen Marathon läuft, nein, du bist der, der nach fünf Wochen sagt: Es geht schon wieder. Ein wenig.

Ein Jammer.
 
Di, 24.06.2014 |  # | (668) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogosophie



 

Im Garten



Der Garten nimmt, der Garten gibt.

Oft kniest du in den Anlagen, nicht um einem Gott zu huldigen, nein, nur um Unkraut zu entfernen und alte Blätter und vielleicht auch Schnecken, mit ihrem Schleim, die gerne auch mal in einem Glas landen, mit Löchern im Deckel, das die liebe Tochter dann bald wieder vergisst und aus den Schnecken brauner Schneckenschleim wird.

Und doch arbeitest du dich nicht die ganze Zeit an Unkraut, Blättern und Schnecken ab. Irgendwann, an einem warmen Sommertag, liegst du abends zwischen Sträuchern, ein kühler Wind weht und Vögel zwitschern, die vorbei fahrende Straßenbahn ignorierst du locker, denn in deiner Hand hältst du eine Schale leicht gezuckerter Johannisbeeren, klein, rot und knackige, mit kleinen Kernen und immer noch ganz schön sauer und ein zufriedenes Lächeln macht sich in dir breit.
 
Do, 12.06.2014 |  # | (535) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogosophie



 

Altes Haus

Cout Yard of Old Beaupre Castle

"Papa, kommst du jetzt in die Gesichtsklapse?"

Kinder sind so charmant und einfühlsam. Mit 37 bist du für sie alt, obwohl du gerade noch mit den Nachwehen der Pubertät zu kämpfen hattest, und am Ende machen sie sich auch noch über deine Gebrechen lustig, statt dich ordnungsgemäß zu bedauern und zu pflegen, dir einen kühlen Pfefferminztee reichen und Gebäck. Was haben wir uns da nur heran gezüchtet?

Es ist zum Jammern und jammern -so lernte ich einst, kann mich aber auch täuschen - kann man am besten in einem dieser Blogs, die bereits zu Zilliarden das Internet bevölkern und wohl dem, der schon bloggte, als nur die wenigsten und hippsten aufschrieben, was sie antreibt. Oder auch nicht.

Und eigentlich ist Frau Novemberregen schuld an der Misere Reaktivierung des - fast - alten Designs und der viel zu kleinen und wenig funktionalen, aber doch sehr heimeligen Schreibbox, obwohl sie natürlich gar nichts dafür kann, dass sie hier als Grund für die Wiederherstellung herhalten muss. Aber es ist nun einmal so, dass ich vor allem bei ihr lese ich, was ich im Internetz so gerne lese: Alltag.

Dit is mein Ding, um es mit ortsüblicher Mundart kund zu tun. Und nicht immer nur dieser ganze Meta-Kram, diese digitale Sammelei, die ja durchaus ihre Berechtigung hat, aber.

Mal sehen, wie lange dieses Gefühl anhalten wird.

[Das Foto ist nicht meines, es ist von Simon Rowe, der auf Flickr zu finden ist, und steht unter CC BY 2.0 - Lizenz.]
 
Mi, 11.06.2014 |  # | (902) | 5 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogosophie



 

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Letzte Aktualisierung: 09.02.2016, 21:41


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