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Liest Bukowski

Ich lenke mich ab. Eigentlich wollte ich Bukowski lesen. Irgendein Gedanke sagte mir, dass ich wieder Bukowski lesen sollte, weil er wohl einer meiner Lieblingsautoren sei. Es ist lange her, dass ich konzentriert Bücher gelesen habe, denn monatelang habe ich mich abgelenkt. Auch vom Lesen. Benn, Bukowski, Kafka, äußerst amüsante Literatur, die sich in meinem Repertoire angesammelt hat, einem virtuellen Bücherregal, einer App. Ich gehe mit der Zeit.

Und nun auf die Rennbahn. Mit Bukowski. Keine Ahnung, was er da will. Glücksspiel konnte ich nie etwas abgewinnen, vielleicht scheitere ich deshalb so ungern. Ich stelle mir vor, dass ein noch nicht ganz so verrückter Spieler sich an das Scheitern gewöhnt und den Verlust von ein paar Euros (oder Dollar) gut verkraften kann, wenn die Quote zwischen Gewinn und Verlust sich die Waage hält. Am Ende macht das vielleicht den Reiz aus? Vielleicht ist es aber auch nur Ablenkung. Wer weiß.

Jemand fordert mich zu einem Quizduell heraus. So kann ich nicht lesen. Ich muss sofort spielen. Quizduell ist wie “Wer wird Millionär”, nur ohne Jauch. Ist auch ganz gut so. Es reicht schon, wenn das eigene Scheitern im Familien- und Freundeskreis kommentiert wird. Lustig. Quizduell lenkt mich vom Bukowski ab, wo war ich nur stehen geblieben? Ich sollte erstmal einen Kaffee trinken, sonst schlafe ich ein.

Die Kaffeemaschine hat einen besonderen Pflegebedarf. Im Grunde glaube ich, diese Kaffeevollautomaten wurden nur erfunden, um Menschen mit ihrem umfangreichen Pflegebedarf in den Wahnsinn zu treiben. Vielleicht sollte ich einfach die Bialetti aus dem Schuppen holen und diese statt des Vollautomaten anschmeißen. Nur hätte ich dann wohl noch weniger Zeit zum Lesen.
 
Mi, 24.02.2016 |  # | (127) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogosophie



 

Ich beklage den Mangel an Aha-Erlebnissen und kleide mich in schwarze Gewänder, da mir diese Farbe nun mal am besten steht. Ein Foto habe ich heute für dich leider nicht.
 
Do, 18.02.2016 |  # | (95) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: auf der borderline nachts um halb zwei



 

State of decay

Der C. klärt über Flüchtlinge auf. Syrische Neger onanieren und scheißen ins Wasser im Schwimmbad um die Ecke, da könne man nicht mehr hingehen. So wie man überhaupt nirgendwo mehr hingehen könne, ohne auf “die” zu treffen. Die ausschließlich nach Deutschland kommen, um wie die Made im Speck zu leben. Bezahlt von unseren hart verdienten Penunsen.

Der M. klärt über die Regierung auf. Die sei ja von Wirtschaftsbossen wie dem Maschmeyer fremdgesteuert und würde über das Volk lachen. Hinter allem stecke ein großer Plan, nur wisse er nicht, wie der aussieht. Man sehe das ja schon an der Presse, die immer das gleiche und völlig unkritisch schreibe. Diese Lügenpresse ist gleichgeschaltet. Auf die Frage, wer denn Propagandaminister sei und wo sich sein Ministerium befände, zuckt er mit den Schultern.

Der J. klärt über Chemtrails auf. Kürzlich hätte er einen Piloten getroffen, der seine Vermutung, die er auf umfangreiches Wissen aus dem Internet stützt, bestätigen konnte. Ja, es gebe Chemikalien, die auf Linienflügen an ganz bestimmten Stellen abgelassen werden müssen. Angeordnet von Regierungsbehörden. Zu Testzwecken. Oder so. Hätte der Pilot ihm bestätigt.

Ja, sind denn alle irgendwie verrückt geworden?
 
Di, 09.02.2016 |  # | (124) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: schleichender wahnsinn



 

Unveröffentlicht

Beim Aufräumen der GoogleDrive-Sammlung festgestellt, dass ich mich mal in erotischer Literatur versucht habe. Unveröffentlichte Werke, nichts, worauf man besonders stolz sein könnte.

Ich hatte auch mal eine Schreibmaschine, auf der ich Material-Bestelllisten für Flugzeugträger erfunden und mit Generalmajor unterschrieben habe. Entschuldigung, ich komme aus einem Lehrerhaushalt. Natürlich blieben die Werke unveröffentlicht.

Beim Schmieren der Frühstücksbrote heute morgen ist mir eine interessante Geschichte über einen mittelalten Mann eingefallen. Der mittelalte Mann, langweiliger Typ eigentlich, besuchte in dieser Geschichte jeden Montag eine Therapiegruppe für Angsthasen. Die Story war so spannend, dass ich sogar vergaß, auf das Brot der Lieblingstochter Butter zu schmieren, was sie mir aber nicht übel nahm.

Bisher ist die Geschichte noch unveröffentlicht. Bisher.
 
Mo, 08.02.2016 |  # | (91) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: Schreib mal wieder



 

Bittersweet reloaded

Win öffnete die alte Kellertür, trat hinaus in den kalten Frühlingsmorgen, seine Augen blinzelten im hellen Morgenlicht, Krähen flogen über den Hof, der alte Hund mit dem zerzausten Fell sah ihn an und knurrte missmutig.

In der Hand hielt er ein vergilbtes Blatt Papier, mit engen Zeilen beschrieben, mit gebrochener Schrift, ein paar Buchstaben waren zerlaufen, wahrscheinlich von den Tränen, die über seine Wangen liefen, und er schluchzte.

Bittersweet, murmelte er und nickte, lief langsam los, in Richtung Wald, wohl wissend, dass er nun, nach dieser langen Zeit, endgültig zu jenem Win geworden war, der er nie hatte sein wollen.

to be continued...
 
Di, 03.03.2015 |  # | (373) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: Schreib mal wieder



 

Stammtischfußball

Schon wieder muss ich Fußball in Gemeinschaft sehen. Grundsätzlich ist das weniger ärgerlich, doch würde ich Spiele der deutschen Nationalmannschaft wohl lieber im stillen Kämmerlein ertragen wollen, als einer unter vielen anderen Jogi-Löw-Beratern zu sein.

Unsere kleine Stammrunde erinnert immer auch ein wenig an Twitter: Jeder weiß alles und vor allem besser. Keiner der Spieler ist gut genug für irgendwas, der Trainer schon gar nicht, schau dir doch mal an wie der aussieht, das kann doch nichts werden. Der Neuer ist immer für einen Patzer gut, der Boateng zu unbeherrscht, der Mertesacker zu langsam, der Höwedes Schalker, den Mustafi kennt schon mal keiner, außerdem soll der Lahm rechts spielen und Khedira und Schweinsteiger als Sechser, obwohl die gar nicht fit sind, der Kroos ist ein Spielentschleuniger, der Özil vollkommen überschätzt, den Dortmunder Götze kennt kaum noch einer, der Müller ist überspielt. So und so und so geht das weiter und das stille Kämmerlein ruft immer deutlicher, je später es wird.

Nachdem die erste Halbzeit des Achtelfinales gegen Algerien fast in die Hose ging, droht die Stimmung bei den Stammtisch-Jogis zu kippen. Cola und Rum glätten die Wogen ein wenig, dazu Nüsschen und ein paar abwertende Sprüche über die Algerier und schont steigt die Laune um ein paar Prozent. Der Torwart als bester Abwehrspieler der deutschen Mannschaft, kein anwesender Experte hätte das erwartet, schon eher einen Patzer. Es regnet. Und wann kommt das Donnerwetter?

Fußballexperten wissen, das KO-Spiele durch Tore entschieden werden, Jogis 12te Männer wissen das natürlich auch. Während der zweiten Halbzeit verbissen gefolgt wird, fährt ein Nachbar mit Benzinrasenmäher an der public-viewing-location vorbei, mäht den Rasen des Gemeinschaftsweges der Anlage, wird wüst beschimpft und mit Nüssen beworfen. Vielleicht fühlte er sich ausgeladen und mähte nun als Retourkutsche. Das deutsche Spiel wird besser, doch jetzt macht man vorne Fehler, weniger hinten, alle sind entsetzt, die Algerier zeigen Herz.

Verlängerung. Die Nerven liegen blank, Kinder schlafen ein. Kind müsste man sein, man ist müde, wird nett gebettet und zack, schläft man den Schlaf der Gerechten, während irgendwo in Brasilien ein paar schnöde Fußballträume verwehen. Oder auch nicht, denn war Fußball nicht das Spiel, das mindestens neunzig Minuten lang gespielt wird und das am Ende immer die Deutschen gewinnen?

Was weiterhin zu beweisen wäre, Herr Löw und Co., am Freitag, in der Sporthalle der Grundschule, schlimmer als solche Spiele am üblichen Stammtisch sehen zu müssen, kann es doch gar nicht mehr werden, oder?
 
Di, 01.07.2014 |  # | (1010) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogosophie



 

Leben mit 37

Das Alter kommt mit einem Schnupfen. Erst fühlt es sich wie ein Heuschnupfen an, laufende Nase, tränenende Augen, Kopfschmerzen, später, wenn du nachts nicht schlafen kannst, weil du das Gefühl hast, zu ersticken und schweißgebadet, auf zittrigen Beinen in die Küche schleichst, um dir einen rettenden Schluck Wasser in die ausgetrocknete Kehle zu stürzen, stellst du fest: Das ist kein Heuschnupfen, das ist wohl ein wenig mehr.

Und dann stürzt du dich auf die dir gereichten Medikamente, trinkst literweise Tee, spülst mit besten Meeressalz sämtliche Höhlen, die es in deinem Dickschädel zu geben scheint, denn du willst nicht krank sein, nicht im Bett liegen und schwitzen, die willst im Büro sitzen und ein bisschen von der Welt retten, du willst am Spielplatz stehen und deine Tochter beim Klettern bewundern, du willst am Spielfeldrand stehen und deine Jungs anfeuern, du willst und willst und willst.

Am Ende landest du dann in einer Röhre, an dir wird herumgedoktort, diagnostiziert, geschweißt, geschreinert, zerrissen und geflickt, du wirst gepiekst und untersucht und krank geschrieben und du stellst fest, dass du schon lange nicht mehr der bist, der nach einer Woche aufsteht und einen Marathon läuft, nein, du bist der, der nach fünf Wochen sagt: Es geht schon wieder. Ein wenig.

Ein Jammer.
 
Di, 24.06.2014 |  # | (731) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogosophie



 

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Letzte Aktualisierung: 24.02.2016, 14:23


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