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Aufgeschnappt

"Tschuldigung, ich weiß ja, dass ich nerve, aber..."
"Ja,und warum rufen Sie dann schon wieder an?"

*

Kinder sind so wunderbar unverkrampft. Heute rief ein Kind auf der Straße ganz aufgeregt: "Schau mal, schau mal, eine Deutschlandfahne." Seit der Fußball-WM ist das bei den Minibüffeln auch so. Jede Fahne wird bemerkt und gezeigt, der kleinere ging sogar eine Weile mit einer fremdgeschenkten Fahne ins Bett. Er wollte sich das nicht ausreden lassen.

*

Neueröffnung in der ehemaligen Damen-Boutique: Ein Bestattungsunternehmen. "Sterben muss nicht teuer sein." Oder so ähnlich.

*

Drei "Männer" im Bad singen "We will rock you".

*

Den Traurigen die Welt erklären (Tomte) - Bloggen mit Sinn.
 
Sa, 20.01.2007 |  # | (642) | 4 K | Ihr Kommentar | abgelegt: reality blogging



 

Gibt es eigentlich einen besonderen Grund für die scheinbare Verwahrlosung der Schreibwerkstatt?
 
Fr, 19.01.2007 |  # | (1618) | 13 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogdings



 

Mit Vermeidungsstrategien laviert man sich durchs Leben. Hoffentlich weht der Sturm uns nicht weg.
 
Do, 18.01.2007 |  # | (1381) | 11 K | Ihr Kommentar | abgelegt: lebensweisheiten



 

Nichts

Der freundliche Herr Strunz ist ein fleißiger Arbeiter. Mit stoischer Ruhe und unbewegtem Gesichtsausdruck arbeitet er sich durch Papierstapel, liest, stempelt, locht und heftet ab, sein Büro gleicht einer keimfreien Fertigungshalle mit Fließband irgendwo im fernen China.

„Was denkst du dabei?“

Diese Frage konnte ich mir nicht verkneifen, als ich ihn kürzlich in seinem Büro besuchte und sein Treiben eine Weile beobachtete. Zuerst staunte ich über die Ruhe und Sorgfalt, die er trotz der offensichtlichen Monotonie seiner Tätigkeit an den Tag legte, wie akkurat er mit den einzelnen Papieren umging, es hätte mich nicht verwundert, wenn er bei seiner Arbeit weiße Handschuhe getragen hätte. Schloss er einen Ordner, veränderte sich sofort sein sonst eher unbewegter Gesichtsausdruck, er sah für einen ganz kurzen Augenblick unglaublich zufrieden aus, vielleicht sogar glücklich und so stellte ich meine Frage, die er, nun wieder mit versteinertem Blick, mit einem einzigen Wort beantwortete:

„Nichts.“

Wie, nichts? Kann man nichts denken? Ich fragte noch einmal nach, er lächelte nur und meinte, dass er überhaupt nichts denke, rein gar nichts. Nun war ich noch verwirrter. Bei einer monotonen Arbeit an nichts zu denken, das konnte ich mir vorstellen, aber überhaupt nichts zu denken, das wollte mir nicht einleuchten. Ständig musste ich an etwas denken, kleine Dinge, die schnell an mir vorbei huschten und auch mal verloren gingen, größere Gedankenpakete, die sich zu mir setzten und mich manchmal fürchterlich piesackten, selbst im Schlaf hörte das nicht auf, furchtbar realistische Träume, dunkel oder hell, alles nur nicht nichts.

Ich beschloss, ihn weiter zu beobachten, weiter in die Tiefe zu gehen, ihn bis in die letzte Ecke zu verfolgen, sein gesamtes Leben zu hinterfragen, der Sache auf den Grund zu gehen. Ich verfolgte ihn wie ein Detektiv, nur ohne Trenchcoat, ohne Zigarette, die verwegen im Mundwinkel klebt, ohne Loch in einer verkehrt herum gehaltenen Zeitung.

Meine Arbeit begann in seiner Mittagspause, die Strunz mit dem schon bekannten Gesichtsausdruck einleitete. Sein Kollege, der ihm gegenüber saß und sich sonst wenig für ihn interessierte, verschwand eilig in Richtung Keller, um sich dort mit einer Kollegin aus dem dritten Stock in einem abgelegenen Raum zu einem Schäferstündchen zu treffen, verständlicherweise im dunklen, unbeachteten Keller, es wäre für beide sicherlich unangenehm, wenn die Sache auffliegen würde. Eine gelangweilt drein schauende Dame im Nachbarbüro lehnte sich in ihrem abgewetzten Bürostuhl zurück und begann ein scheinbar längeres Telefongespräch mit irgendeiner Freundin, belangloses Zeug, ständig unterbrochen von Gekicher und Gegacker. Strunz streifte sich elegant sein Jackett über und ging ohne ein weiteres Wort zu verlieren aus dem Haus.

Sein Gesichtsausdruck änderte sich nicht, als er durch die Straßen ging. Er schaute niemanden an, er schien nicht einmal ein Ziel zu haben, die Augen fixierten keine bestimmten Punkte, erließ sich treiben, im Strom der Massen, ohne ein Teil von ihr zu werden. Er überragte alle mit seiner außergewöhnlichen Körpergröße, so musste er niemanden in die Augen schauen, er schien es auch gar nicht zu wollen. Strunz ging in einen Bäcker und bestellte mechanisch ein belegtes Brötchen, setzte seinen Weg ohne Ziel fort und biss ab und zu von seinem Brötchen ab. Man sah ihm förmlich an, dass er an nichts dachte, seine Bewegungen wirkten mechanisch, der Weg vorgezeichnet, es gab keine Überraschungen, wäre der Gehweg nicht aus Beton, hätte man wohl einen ausgetretenen Pfad erkennen können. Nach einer Weile merkte ich, dass es wieder zurück in das Büro ging, der Kreis schloss sich scheinbar, die Pause war beendet, das Tagwerk konnte fortgesetzt werden.

Der weitere Tag glich dem Mittagsspaziergang auf ausgetrampelten Pfaden: Fahrt mit der S-Bahn, scheinbar ohne auch nur einen Bruchteil der Umgebung wahrzunehmen, der tägliche Besuch in einem Solarium, unter dem UV-Bräter schlief er nicht einmal ein, der Gang in die kahle Wohnung, keine Zeitung, keine Zeitschrift, kein Buch, kein Radio und auch kein Fernseher, nichts. Andächtig widmete er sich seinem Abendbrot, machte sich ein paar Brote, die er langsam aß, während er die leere Wand anstarrte, ohne seinen Gesichtsausdruck auch nur einmal zu verändern, wusch er das dreckige Geschirr ab, legte sich auf das Ledersofa und schaute an die Decke, scheinbar an nichts denkend, irgendwann stand er auf, zog seinen ordentlich gefalteten Schlafanzug an und legte sich in sein Bett, um in einem traumlosen Schlaf zu versinken.

Tage später besuchte ich Strunz wieder in seinem Büro, schaute ihm noch einmal bei seiner scheinbaren Fließbandarbeit zu und kurz bevor er in seiner üblichen Mittagsrunde verschwinden konnte, fragte ich ihn:

„Wenn man dich so beobachtet, könnte man meinen, dass du tatsächlich an rein gar nichts denkst, den ganzen Tag. Bist du eigentlich glücklich?“

„Ich bin der glücklichste Mensch der Welt.“

Diese Antwort verwunderte mich und ehrlich gesagt, muss ich seine Aussage bezweifeln.
 
Mi, 17.01.2007 |  # | (831) | 15 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogosophie



 

Mir kommt es fast so vor, als müsste man jetzt und hier, genau an dieser Stelle, das Liedchen "Stille Nacht..." anklingen lassen. Nein, nicht wegen verspäteter oder verfrühter Weihnachtsstimmung, ich befinde mich dann wohl eher in meinem ersten Frühling, diesen Jahres, sondern wegen der wörtlichen Bedeutung. Stille. Allerdings ist es jetzt gar nicht mehr so still und man will ja auch nicht überstürzt handeln, voreilig sein. Also lass ich lieber gar nichts anklingen oder besser nur einen kurzen Akkord, zu mehr dürfte es sowieso nicht reichen, und reise weiter in eine nicht ganz so stille Nacht.
 
Mi, 17.01.2007 |  # | (690) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: verstaendnisuebung



 

Verschwende deine Zeit

Wunderbar: Mit Kind Cure-Videos bei dingstube schauen. Das Kind hüpft und klatscht und tanzt und singt (beinahe) mit.
 
Mo, 15.01.2007 |  # | (664) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: kinder kinder



 

Geschwätz

Bedeckt halten, so ist mein Motto in diesen Tagen. Die Sinne schärfen, genau zuhören, merken, fotografisch im Hinterstübchen ablegen, ruhen lassen, nach einer Weile wieder in die Hand nehmen, durch den Fleischwolf drehen, neu formen und am Ende schauen, was dabei heraus kommt. Pech, wenn ich das dann selbst für Murks halte, belästigen werde ich Sie damit sicherlich nicht.

Nebenher lese ich viel zu viel, kürzlich stellte ich fest, dass sich in meinem alten, abgewetzten Rucksack ganze vier mehr oder weniger schwere Bücher versteckten, ich wunderte mich schon, woher diese (meine) komische Körperhaltung in den letzten Wochen kam, ein Orthopäde hätte wohl seinen Spaß daran. Den Oberkörper leicht nach hinten gebäugt, das kleine Bäuchlein nach vorn heraus gestreckt, sind Sie etwa schwanger? Frechheit, Bier schuf diesen wohlgeformten Körper, nein, das nimmt mir nun auch wieder keiner ab. Abnehmen in diesem Zusammenhang, zweideutig. Nein, antwortete ich, in Wirklichkeit bin ich Teil eines Experiments, mehr darf ich allerdings nicht verraten. Top secret!

Die Sache mit den Büchern erwähne ich hier auch nur, um eine intellektuelle Aura zu simulieren überprüfen können Sie das ja alles nicht: Waren da überhaupt Bücher drin, waren es am Ende nur Wackersteine oder die Ritterbüchersammlung des großen Minibüffels oder Luft oder was weiß ich, gibt es diesen Rucksack überhaupt, vielleicht gibt es mich selbst überhaupt gar nicht? Wunderbar, dieses Blogdings, voller Überraschungen, expext the unexpected. Warum der Cabman das allerdings Weblogin nennt, erschließt sich mir nicht, hat wohl was mit Kunst zu. Künstlerische Freiheit. Künstlich.

Das ist doch auch alles wieder nur Geschwätz, nichts großartiges, aber wer will das am Ende schon? Na gut, ein paar vielleicht, eigentlich wohl irgendwie alle, aber das ist wohl ein Thema ganz für sich allein und ich halte mich ja gerade eher bedeckt. Lesen Sie doch mal hier oder schauen Sie mal dort, es gibt viel zu viel, stelle ich immer wieder gerne fest, und dann ist einiges davon auch noch sehr schön. Nein, ich möchte Sie nicht fortschicken, um Himmels willen, ich will Sie interessieren. Ja, das könnte so hinkommen und dann ist es am Ende vielleicht doch kein Geschwätz mehr.
 
Mo, 15.01.2007 |  # | (650) | 4 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogosophie



 

Trendscout reloaded

Neu in 2007: Frühlingsgefühle im Januar.

(erste Fliege des Jahres in der Küche, knutschende Pärchen an der Straßenbahnhaltestelle, Knospen platzen, Krokusse blühen, morgens frohlockt die Amsel, übermütiger Mann springt mit voll aufgedrehtem Musikverbreitungsding durchs Schlafzimmer und erntet dafür belustigte Blicke)
 
So, 14.01.2007 |  # | (1237) | 5 K | Ihr Kommentar | abgelegt: trends



 

Dahingleiten auf nasser Fahrbahn, langsam, aber stetig, ab und an liegen verstoßene Weihnachtsbäume auf der Straße, verlassen, ungeschmückt, nackt und traurig, aus Versehen dem einen die Spitze abgefahren, tut mir das jetzt leid? Keine Ahnung, von so manchem, Watte wabert wirr in meinen Händen, ohne Bedeutung, ach, das ist doch alles Käse und dann regnet es auch noch und stürmt und eigentlich will ich eine rauchen, der Schädel brummt, der Rachen glüht, alles Käse, sag ich ja. Nun gut, nicht die Ideen und das gemeinsame Lachen, das nachhallt, es ist das drum herum und nun ist sowieso alles anders.
 
Do, 11.01.2007 |  # | (582) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: schleichender wahnsinn



 

Full Trottle.
 
Mi, 10.01.2007 |  # | (1001) | 3 K | Ihr Kommentar | abgelegt: le bufflon



 



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Online seit: 08.02.2006
Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57


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