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Ein guter Tausch

Schlämmerei, Völlerei, sich gehen lassen, Eisbein, Erbspürree, Tiramisu, dazu dem Rauschen aus der Unterschicht lauschen, das war jetzt gemein. Statt den überfetteten und dehydrierten Körper, wie gesagt, Katzen mag ich nicht wirklich und Kater gehören sicher dazu, mal ganz abgesehen von J. R. Cabman, natürlich, in die Sonne zu hieven, durch das verwelkte Laub zu stapfen und sich dabei ein wenig selbst zu beweinen, während Kinder ab und an jauchzend an einem vorüberziehen, die letzten dicken, braunen Kastanien und komisch verpackte Haselnüsse aufsammeln, sitze ich hier und schreib das mal ins Internet rein, 99 Prozent ist Schrott oder Müll, mir doch egal, denn gestern wurde es mir wieder bewusst, dass mehr dahinter steckt, hinter dieser Bloggeritis, Bloggorrhoe, es ist nicht nur das belanglose Aufschreiben von uninteressanten Kleinigkeiten, mehr oder weniger gelungene Versuche, geschriebener Sprache Herr zu werden, gute oder weniger gute Geschichten zu erzählen, auf Kommentare zu warten, sich daran erfreuen, zu lernen und zu genießen, es steckt mehr dahinter, wenn man will.

Der Postmann klopfte, genau drei Mal, er brachte das erwartete Unerwartete, rückte das leicht schief aufgehangene Bild von Kleinbloggersdorf, Satellitenfoto powered by Google, hahaha, wieder gerade und weil das Päckle breiten Anklang fand, sage ich hier mal laut "Danke.", statt leise aus dem Hintergrund, wie es eigentlich meine Art ist. Und lachen musste ich und am Ende dachte ich: Ein Schwabe sollte Finanzsenator in Berlin werden.

And now for something completely different, die Minifahrzeugsammlung muss noch sortiert werden, auch eine schöne Form der Zeitverschwendung, der Lohn ist ein verschmitztes Lächeln, ein lautes Lachen, wären die Monster nicht da, würden wir jetzt wohl wieder ins Bett fallen.



So geht das, mit dem Familiensonntag. Spielen, spazieren und dann und wann was ins Internet reinschreiben. Schön und sexy, wenn ich das als Berliner mal so sagen darf.
 
So, 22.10.2006 |  # | (566) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogosophie



 

Arm, aber sexy

Ein kleiner Beitrag zu diesem Thema, näheres auch hier.



Arm, aber sexy. Diese bürgermeisterliche Durchhalteparole sollten wir uns aufs T-Shirt drucken, diesen Gegenentwurf zu "Reich und schön", nennen wir ihn Berlin 2.0, vielleicht, der mich irgendwie an Peggy, Mandy und Chantal erinnert, die arschbeweiht und nasengepierct an der Bushaltestelle stehen und sich ständig Zigaretten rauchend in ihrem Mittelmaß suhlen, sich über Klingeltöne und ihre aktuellen Stecher unterhalten, denen es egal ist, was um sie herum tatsächlich geschieht, deren gesamtes Lebenswissen aus "Unter uns", Gute Zeiten, schlechte Zeiten" und "Verliebt in Berlin" stammt. Mit dieser Parole auf der Brust rennen wir dann durch die Stadt und singen dieses eine Lied aus dem Werbespot einer Berliner Biermarke: "Berlin, du bist so wunderbar, Berlin." Wir Berliner dürfen das, denn wir sind arm, aber sexy, und es ist uns egal, was jetzt kommt, auf jeden Fall nicht das vollmundige Wahlversprechen: Kostenlose Kitas für alle. Eigentlich sollte dies ein Thema für Hansi Kasupke sein, denn hier geht es um sein "zu Hause", sein Berlin, vielleicht kann man ihm ein paar Töne entlocken, vielleicht sitzt er aber auch mit dem wowereitschen Gesichtsausdruck auf der "Veranda" und schmollt mit der Pilsette in der Hand und sieht dabei arm, aber sexy aus. So, wie wir alle.
 
Fr, 20.10.2006 |  # | (1800) | 11 K | Ihr Kommentar | abgelegt: Berlin



 

Wieder ein neuer Tag



Und ich denke an dich, dich und auch an dich, niemand wird vergessen, auch wenn einiges langsam im Dunst der Zeit verschwindet. Nichts und niemand wird vergessen.
 
Mi, 18.10.2006 |  # | (513) | 12 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

Sind wir doch mal ehrlich

Heute ist ein guter Tag, irgendwie. Die Sonne scheint, die Bude blitzt, die Katzenallergie ebbt ab und lässt mir wieder Luft zum Atmen. Ein guter Tag, mal ehrlich zu sein, auch so eine Mode, irgendwie. Meine Größe und mein Körpergewicht sind allerdings pupsegal, anders als meine ganz persönliche und eigene Meinung, für die ich viel geben und tun würde, und jetzt kommts, wegen familienbedingter Feigheit aber nicht unbedingt sterben wollen würde. Allerdings könnte mir niemand das Denken verbieten. Warum ich das jetzt hier so belanglos daher sage? Deswegen.
 
Mo, 16.10.2006 |  # | (686) | 1 K | Ihr Kommentar | abgelegt: verstaendnisuebung



 

Herbstputz

Wieder ein kalter und grauer Morgen, in der Luft häng feuchter Nebel und es ist kalt. Würde die Sonne scheinen, könnte man sich endlich am Strahlen der goldgelben Blätter der langsam kahler werdenden Bäume erfreuen, doch die Sonne ziert sich, nur ab und zu kann man einen hellen Punkt am grauen Himmel erahnen, ansonsten gibt es nur diese graue, kalte Einheitsbrühe.

An Tagen wie diesen rennen wir nicht lachend durch die Wohnung, wir schleppen uns auf müden Knochen, halten uns den steifen Rücken und verlangen lauthals nach Ganzkörperkörnerkissen, denn Heizdecken sind doch, sind wir mal ehrlich, unmöglich, können sie doch nicht mit diesem typischen Geruch heißer Kirschkerne oder mit dem angenehmen Duft aufgewärmten Dinkels aufwarten, nur die wohlige Wärme einer Wärmflasche könnte da eventuell noch mithalten, vielleicht mit einem netten Duftroma? Aber bitte nicht Vanille.

Anstatt sich im Bett zu suhlen und sich der angeblichen Gebrechlichkeit hinzugeben, widmen wir uns mit preußischer Gründlichkeit dem schon lange fälligen Herbstputz. Im Sommer hat man keine Zeit für gründliche Reinlichkeit, alles ist oberflächlich, das Leben findet draußen statt, in Parks und auf Spielplätzen, im Garten, an Seen, auf der Straße, bloß nicht in der Bude hocken, zu viel Leben könnte man verpassen, der Sommer sollte unendlich sein. Solange der Herbst noch golden ist, schiebt man den Reinlichkeitszwang beiseite und genießt ihn, zeigt er einem seine graue, kalte Schulter, begrüßt man ihn als peniblen Spieß, der sich weiße Handschuhe überstreift und jede noch so abwegige Ecke auf Reste übriggebliebenen Schmutzes kontrolliert, so war es schon immer, so wird es wohl auch immer sein. Auf Knien rutschen wir über den Boden, es wird gebohnert und gewachst, geschrubbt und aufgeräumt, keine Ecke wird ausgelassen, die Fenster blitzen plötzlich, dass man denkt "Wow, da kann man auch durchsehen.", die Decke wird von mit Staubflusen behangenen Spinnenweben befreit, der Staubsauger flitzt fast wie von selbst durch die Wohnung und selbst die Kinder lassen sich zu einer fast selbstständigen Aufräumaktion überreden. Nach getaner Arbeit verrät ein Blick in die Runde alles: Hier wurde gewütet, nicht nur schnöde geputzt, hier war der Putzteufel am Werke, die kittelschürzige Hausfrau, der gehörnte Besenmann und zwei kleine Engel, nur nicht in weiß.
 
Mo, 16.10.2006 |  # | (515) | 3 K | Ihr Kommentar | abgelegt: reality blogging



 

Notiz

Just for the Trendscout in me:

Gesucht wird gerade ein Ganzkörperkörnerkissen.

Gibts da was? Das allwissende Google-Orakel kennt so etwas nicht, mein Vorschlag: Mehrere zusammennähen und gleich den passenden Ofen oder die passende Mikrowelle dazu anbieten, ein riesiger Markt.
 
So, 15.10.2006 |  # | (1055) | 5 K | Ihr Kommentar | abgelegt: trends



 

Nichts besonderes

Liebes Tagebuch,

draußen ist es dunkel, kalt und es nieselt vor sich hin, der Sekt ist alle, der Grappa, der von da mit dem wunderbaren Blick auf das Latemar, sechzig Fotos bewiesen es, kam, genauso wie der leckere Schinken, ist alle, der Rotwein fast, die Kinder schlafen in den dafür vorgesehenen Vorrichtungen und ansonsten gab es keine besonderen Vorkommnisse.
 
So, 15.10.2006 |  # | (378) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

Alles ganz normal

Der Freitag ist immer ein besonderer Tag, egal ob mit oder ohne 13. Oder?

Na jedenfalls jetzt etwas mit Wecker, Dusche, mir und dem Hund, und die vielleicht mit Namen. (Einfach aufs Bild klicken.)


 
Fr, 13.10.2006 |  # | (1378) | 1 K | Ihr Kommentar | abgelegt: Schreib mal wieder



 

Letzter Aufruf

Das Ding belegt wertvollen Platz im Schrank, einen Neffen hab ich, aber der will das Ding nicht, die anderen auch nicht und wenn jetzt keiner mehr will, geb ichs dem Gorillaschnitzel für nen Appel und nen Ei einen Bildband von "da unten" und eine literarische Überraschung (wahrscheinlich Eva Hermann). Also?
 
Do, 12.10.2006 |  # | (922) | 8 K | Ihr Kommentar | abgelegt: lustige bloggerspielchen



 

Stell ich innen Schrank.

Juch-he!



Danke. Einen Award wollte ich schon immer haben.
 
Do, 12.10.2006 |  # | (2322) | 4 K | Ihr Kommentar | abgelegt: le bufflon



 



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(geborgt bei flickr)


Online seit: 08.02.2006
Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57


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