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Letzter Tag im Kindergarten, also nicht ich, sondern er. Ich vermute ja, es passt ihm nicht in den Kram. Sagt er aber nicht. Hampelt nur rum, der Zappelphillip. Und denkt nach, irgendwie. Lesen will er. "Der alte Mann und das Meer" und "Moby Dick". Kam er drauf, beim Vorlesen aus diesem komischen Tierbuch. Ein blauer Marlin und ein Pottwal waren da zu sehen. Ja, Mensch, da kann man ja nur auf Hemingway und Melville kommen. Oder? Na ja, hab nachgeholfen. So ein Anflug von Bildungsbürgertum. Lesen muss er die Dinger schon selber. Darum ist ja auch heute letzter Kindergartentag. Und dann Schule.
 
Di, 31.07.2007 |  # | (717) | 7 K | Ihr Kommentar | abgelegt: kinder kinder



 

Vereinzelt

Jedes Mal, wenn ich [einen privaten Radiosender Ihrer Wahl einfügen] einschalte(n muss), habe ich sofort das Gefühl, mit irgendeinem schweren Gegenstand auf das Radio eindreschen zu müssen, solange, bis es aufhört zu plärren. Allerdings muss ich ein gutes Beispiel für die Kinder abgeben und die Liebste mag dieses Hintergrundgedudel, irgendwie. Hrrrrsch.

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Paris und Nicole steigen in die Straßenbahn, Paris hat ein wenig zugenommen, sieht dadurch aber nicht schlechter aus, jedoch auch nicht besser. Sie kann nicht in diesen extravaganten Schuhen (Eispickelabsätze) laufen und knickt immer um. Die riesige Brille in ihrem Gesicht, sie verdeckt fast die gesamte Gesichtspartie zwischen Stirn und dem Ansatz der Nasenflügel, steht ihr nicht. Auch nicht die halblange Hüfthose. Und das Oberteil. Nicole hat es da schon besser getroffen, glaube ich, allerdings ist die immer noch dünn wie ein Gerippe. Paris und Nicole sprechen russisch, aber na gut. Paris holt einen PDA von HP aus der Tasche und tippt wie wild darauf herum, danach trägt sie vier- bis fünstellige Zahlen, offensichtlich Geldbeträge, in ihr Moleskine und bildet Summen. Das erinnert ein wenig an Onkel Dagobert. Buchhaltertussi. Wacklige Handschrift, "mädchenuntypisch". Paris und Nicole wohnen wahrscheinlich bei mir um die Ecke, sie steigen nämlich an der gleichen Haltestelle aus, kurzzeitig befürchte ich, dass Paris über ihre eigenen, mit diesen mörderisch hochhackigen Schuhen versehenen Füße, stolpert, hinfällt und sich etwas bricht. In Gedanken erste Hilfe leisten.

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Bekannter Schauspieler, morgens am Hackeschen, Sonnenbrille, Hut, Bier in der Hand, zieht sich Zigaretten aus dem Automaten beim Döner an der Ecke (ist nicht mehr so einfach) und flirtet dabei kurzzeitig mit der betrunkenen Engländerin, die sich gerade einen knoblauchsoßetropfenden Lahmacun in den Mund stopft, spontan ein Bier trinken wollen und dann betrunken zum Mond fliegen. Wasn Spazz.

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Zwei Typen in Schottenrock und rosanen T-Shirts, Bier in der Hand, pöbeln in dreckigstem Englisch, ich nenne das hier nur noch Ballermann-Mitte.

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Ein Webzwonull-Dienst wird mit aufgemalten Figuren auf dem Boden. Ziel dieses Projektes ist es, die Verbindung zwischen Menschen zu verstärken. Ja, nee, passt ja irgendwie zum Ballermann-Mitte, aber sonst eher nee.

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Heute mal wieder: Arctic Monkeys!

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Mein Ruin. Sag alles ab. Kapitulation. Anders bloggen wollen. Alles anders machen wollen. Viel zu viel Geschwätz. Aber welche Kreativtechnik nutzen?
 
Fr, 27.07.2007 |  # | (1343) | 7 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

Ach, hmm, na ja, ist das überhaupt noch in? Diese Art zu bloggen? Über sich selbst? Tagebuch, jetzo? Obwohl, Tagebuch, das klingt so nach, ähem, so nach, ach keine Ahnung. Ist ja auch egal. Musik.
 
Do, 26.07.2007 |  # | (647) | 5 K | Ihr Kommentar | abgelegt: schleichender wahnsinn



 

En bateau

Komischer Tag, heute. Zweifel liegt in der Luft und Sicherheit und Angst und Gänsehaut und Sicherheit, trotzdem. Man ist ja auch nicht allein. Und soll man sagen "So schnell verreckt man nicht?" Nein, soll man nicht, das geht ja bisweilen schnell. Viel zu schnell. Und trotzdem, immer Lächeln, bitte Lächeln, ja, nee, ja. Ich bin nicht ehrgeizig, ich mach das nur ordentlich. Was? Ja. Achso. Und dann soll ich mir nen Hut aufsetzen und nen Schnurrbart wachsen lassen und sagen "Liebste, dürfte ich Sie über das Wasser schippern? Die See ist so wunderbar ruhig heute." Aber nur, wenn Inga Humpe dazu singt, nein, ins Mikrofon haucht. Komischer Tag, heute.
 
Do, 26.07.2007 |  # | (501) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

Y2K

(...)

aus dem Tagebuch "Darf ich das so notieren?" von Win K., Eintrag vom 14.05.2000

Ausgehen mit E. Um acht, sagte ich, bin ich bei dir, und so warf ich mich also frisch geduscht in Schale. Unterwegs sonnte ich mich in Phantasien, zwischendurch krabbelte es ganz furchtbar im Magen, war das ein erstes offizielles Date? Ich besorgte eine Rose, das kam mir zwar kitschig vor, aber gehörte irgendwie dazu, im daten bin ich doch unerfahren, ich hatte doch in den letzten Jahren nur Liz. Hab ich der vielleicht zu wenig Blumen mitgebracht? Meine Mutter besteht immer darauf, Frauen Blumen mitzubringen, ich hab das bis jetzt nie getan, aus Trotz. Jetzt hatte ich also eine Rose gekauft, eine riesige, duftende Rose, die aussah, als sei sie aus Porzellan, rot, mit weißen Flecken, ein wenig künstlich vielleicht, ich fühlte mich doof. Ich war pünktlich und klingelte. Nichts. Ich klingelte wieder. Nichts. Scheiße, dachte ich, scheiße. Sie hat mich versetzt. Ich rief an. Nichts. Ich setzte mich auf die Motorhaube meines Wagens, rauchte eine Zigarette und rief auf ihrem Handy an. Ich hörte es klingeln. Aha. Entweder war sie da oder sie hatte ihr Handy vergessen. Ich klingelte wieder. Nichts. Irgendwann kam ein Typ aus dem Haus, ich ging hinein und klingelte an der Tür. Nichts. Dafür hörte ich ihre Stimme. Sie sang. Sie sang, wirklich. Nicht gerade umwerfend, aber niedlich. Sie sang also, niedlich, was für ein beklopptes Wort, Kätzchen sind vielleicht niedlich, aber doch nicht Frauen. Süß? Hey, ich bin ein Kerl, was soll ich süß finden? Sie war süß. Scheiße. Irgendwann hörte sie auf zu singen und ich klingelte. Sie machte auf und erschrak ganz plötzlich. Hast du mich singen gehört? Ach, na ja, nur ein bisschen. Ich war verlegen, sie auch, ich kam rein und sie duftete so wunderbar und frisch, sie kam gerade aus der Badewanne, in der sie gesungen hatte, sie war nicht süß, sie war nicht niedlich, sie haute mich um, in diesem Moment. Baff. Sie zog sich an, obwohl ich das nicht wollte, ich behauptete, ich wäre furchtbar müde, mit einem Augenzwinkern, sie zwinkerte zurück und bestand auf angezogenem Vergnügen.

Wir landeten in einer Bar in Mitte, gute Musik, gute Cocktails, da ich fuhr, trank ich wenig, sie trank dafür ordentlich, Sex on the Beach, augenzwinkernd, wir betatschten uns unterm Tisch und küssten uns übertrieben hemmungslos, nur um von den anderen Gästen dafür begafft zu werden. Liz wollte so etwas nie, dachte ich bei mir und strafte mich sofort dafür, das hier war E. und E. war scharf und süß und niedlich und sie haute mich um und ich verliebte mich gerade in sie. Scheiße. Egal. Ich nahm dann doch einen Drink, dann verschwanden wir im Sophienclub und tanzten die halbe Nacht, bis sie mich packte und raus zog, aus der tanzenden Menge, hinaus in den noch dunklen Morgen, wir küssten uns und rannten Hand in Hand zum Auto, an die Fahrt zu ihr nach Hause kann ich mich kaum erinnern, nur, dass ich ordentlich auf die Tube drückte.

Sie lag neben mir, leise atmend, und schlief. Ich betrachtete sie, dann deckte ich sie zu, stand auf und zog mich an. Der Sex war gut, Wahnsinn, wir passten gut zusammen und vögelten bis zum Morgengrauen, sie schlief danach ein, in meinen Armen, selig und ruhig, und ich, ich konnte nicht einschlafen. Liz? E.? Liz? E.? Beide gingen mir durch den Kopf, ich konnte Liz nicht vergessen und gerade jetzt merkte ich, wie sehr ich sie vermisste, wie es in meiner Brust brannte, wenn ich an sie dachte, wie mein Kopf anfing zu schmerzen, alles drehte sich, ich konnte das hier nicht, noch nicht, oder nie, ich weiß es nicht, ich zog mich an und ging leise, verschwand in den hellen Morgen und fühlte mich beschissen.

(...)
 
Mi, 25.07.2007 |  # | (911) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: Schreib mal wieder



 

Bloggen gegen das Sommerloch

Nur zur Erinnerung.

Bloggen gegen das Sommerloch Nicht zu verachten sind auch die allgemeinen Überlegungen zum Sommerloch vom Schnitzelkönig.

Und hier die KandidatInnen:

Byggvir of Barley - Der Investmentbänker

Colloredo - Lynchjustiz auf dem Land...

Lotty - Ich vs. Petrus

Nyxon - P-Dorf

Aber das war doch nocht nicht alles, oder?

Abstimmen können Sie übrigens schon einmal üben, in der Schreibwerkstatt, da gibt es nämlich einiges zu lesen. Auch wunderbar.
 
Di, 24.07.2007 |  # | (1881) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: lustige bloggerspielchen



 

Ein wichtiges Bauprojekt in London. Es gibt Probleme und ich muss hin. Die Leute dort sind furchtbar inkompetent, es wird unangenehm, es wird geschrien, das ist immer schlecht, im Geschäft, man muss Abstand halten können und einen kühlen Kopf bewahren. Jemand hat die falschen Leute ausgesucht, ich war es nicht, ich muss die Suppe nur auslöffeln, dabei habe ich keine Zeit und muss wieder weg. Mein Schädel brummt, die Leute sind halbwegs auf Kurs gebracht, ich hetze durch die dunkle Stadt und flüchte in einen unterirdischen Bahnhof. S-Bahnen, U-Bahnen und Express-Züge fahren auf verschiedenen Ebenen wie wild durcheinander, Leute wuseln hecktisch durch das gelbliche Halbdunkel des Bahnhofs, mir wird schwindlig, ich weiß nicht, wohin, ich ringe nach Luft. Der Cabman kommt mir entgegen, gibt mir die Hand, er hat meinen Hund dabei, der ist furchtbar nervös. Wir gehen an die frische Luft. Komm, sagt der Cabman, ich zeig dir mein London, draußen die Themse, Nebel steigt auf, der Himmel leuchtet in gelborange, oben ist eine Bahn-Station, die wie der S-Bahnhof Ostkreuz aussieht. Dieser umgeben von futuristischer Architektur, in Stein gehauene Luxusdampfer, dunkel, schwarzer Granit, aber intelligent ausgeleuchtet, leere Balkone, leere Bürohäuser und dazu dieses melancholische Licht. Ich muss los, sage ich, Termindruck, ich zerre den Hund über die Rolltreppen, der ist immer noch nervös, reißt sich los und rennt die Rolltreppe wieder hinauf, der Cabman und ich hinterher, drängen Leute beiseite, draußen gewittert es, es regnet in Strömen, der Hund rennt und rennt, wir rennen hinterher, unglaublich lauter Donner lässt die Fenster der futuristischen Bauten erschüttern. Aufgewacht.
 
Mo, 23.07.2007 |  # | (745) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: auf der borderline nachts um halb zwei



 

Vereinzelt

Wer schneller denkt, ist eher schlau. (Karte)

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Wenn Sie den office boy suchen, er liegt dort unter den Überresten eines riesigen Papierstapels. (Sie kennen diesen Wolkenkratzer in Taipeh?) Papierkrieg. Verloren. Er hat einen steifen Rücken und kann sich nicht mehr bewegen. Steif wie Brett. Tiefergelegt. Harhar.

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Es dürfte reichlich komisch aussehen, wenn man sich angegriffene Körperteile einfach abschrauben könnte, damit sie nicht mehr schmerzen. Der schon erwähnte Rücken hängt ja bekanntlich am Rumpf und ließe ich diesen in einem Regenerationsschrank (noch zu erfinden), wäre ich ein Kopf auf zwei Beinen. Was hängt mir denn da unterm Kinn? Ähem, ja. (Assimilationsphantasien aus dem Reich der Borg)

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Dieser Laden wird mich noch einmal in den Ruin treiben. Wenn andere über frisch gekaufte Flatscreens plauschen (999 € im Sonderangebot), überschlage ich im Kopf, wie viele kleine Schätze ich für diese Summe aus dem Laden schleppen könnte. (Und dabei verkaufte ich jüngst Amazon schon wieder meine Seele. Schändlich.)

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Simian Mobile Disco. Zappelnd in der Straßenbahn. Hustler, Tits and Acid, Wooden, selten so gut gefühlt.

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Die lallenden Amerikaner, touristische Partyüberreste am Hackeschen Markt, missachtend angeschaut. Na und? Dachten die sich wohl. Wenn sie dachten. Sie waren ja tutenzu. Das ist das Stadium nach rattendicht.

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Ist das Sommerloch schon zu oder kommt da noch was?
 
Fr, 20.07.2007 |  # | (545) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 



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(geborgt bei flickr)


Online seit: 08.02.2006
Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57


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