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Berlin, Alexanderplatz

Ich halte es für eine wirkliche Zumutung, was man dem armen, wehrlosen Alexanderplatz (Berlin, irgendwo in Mitte) angetan hat. Wenn man sich nämlich im Sonnenaufgang auf diesen zufährt, sich im Schritttempo dem Saturnbuilding und dem dahinter liegenden Alexablock, den beiden wahrscheinlich hässlichsten Konsumbauten östlich des Äquators (was natürlich Unsinn ist, denn es gibt ja nur nördlich und südlich, aber kein westlich oder östlich des Äquators, aber östlich passt hier so wunderbar, blühende Landschaften und die Realitäten, na, Sie wissen schon), nähert und mit müden Blick diese architektonischen Zumutungen erblicken muss, also den Blick gar nicht mehr von der Hässlichkeit dieser kleinen Welt abwenden kann, eine Hässlichkeit, neben der das "Haus des Lehrers" - welches ich im übrigen und natürlich auch innerlich schon lange kenne - als wunderhübsch erscheint, dann möchte man am liebsten diese Stadt schreiend verlassen oder vielleicht mit riesig-gigantischem Fuß die erwähnten Hassbauten einstampfen und vielleicht auch die Architekten und sonstige Verantwortliche selbiger Behandlung unterziehen, aber auch das ist nur eine dieser müden Müdigkeitsphantasien an einem frühen Morgen am Ende der Woche und wenn ich noch einmal den Alexanderplatz im Sonnenaufgang und aus dieser Richtung kommend passieren sollte, werde ich depriemiert aber friedvoll singen: Schatz, ich habe Berlin gekauft und es Jaqueline getauft. Oder Kevin-Justin.
 
Fr, 24.04.2009 |  # | (1050) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: Berlin



 

Morgenkreis

Es schreiben so viele ins Internet,
so viele schreiben ins Internet,
und gar nicht mal nur nett, sondern auch mal,
nun ja, wie soll ich es sagen?
Bescheuert? Bekloppt? Und auch total verrückt?
Es schreiben so viele ins Internet,
so viele schreiben ins Internet,
warum dann nicht auch ich?

[Und jetzt alle.]
 
Di, 21.04.2009 |  # | (595) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogosophie



 

I'm not tired of using technology

Einfach sitzen, den Wolken zuschauen, bei Ausatmen dem Frühlingshimmel ein paar kleine, blau-graue Wölkchen hinzufügen, in der Ferne das Rauschen der Straße, Lebensader der großen Stadt, hinter einem schlägt ein Teil vom Herz und man selbst ist mittendrin und trotzdem in einer anderen Dimension. Eine bewusste Wahrnehmungsstörung, man will nur Gutes sehen und das Schlechte verschwinden lassen, ein imaginärer Zauber, für Minuten real. Und dann?

Eine Berufung, der wahrscheinlich einzig mögliche Beruf: Menschen beobachten. Hallo Mensch, denkt man zuerst, es wird dich doch wohl nicht stören, wenn ich dich beobachte, studiere, subjektive Schlüsse aus deinem Handeln, deinen Gesten ziehe, was würdest du sagen, wüsstest du, was ich über dich denke? Aber das ist doch vollkommen egal. Es wird dir nicht schaden, mein Denken, ich werde dich schon nicht verraten, deine kleinen Schwächen, unsere kleinen Schwächen, wir, die Menschen, eine Ansammlung kleiner Schwächen, im Großen und Ganzen also schwach, Schwächlinge?

Meine Welt besteht aus Baggern. An der Tram-Strecke: Bagger. An der Autobahn: Bagger. Riesige Bagger, wirkliche Geschosse mit mannshohen Rädern und Schaufeln, in denen ganze Häuser Platz fänden. Auf dem Weg von A nach B: Bagger. Emsig klettern in Signalfarben gekleidete Arbeiter in die dinosauriergleichen Vehikel, hauchen ihnen Leben ein, in dem sie Knöpfe drücken, Pedale treten, Schalthebel vor und zurück oder auch seitlich bewegen, präzise entfernen sie überschüssigen Erdboden, transportieren Baumaterial über Köpfe hinweg, die hoch zu den Greifarmen schauen, sicher, vertraut, ohne Angst, sie stehen schief, gerade, machmal sieht es aus, als würden sie kippen, aber sie kippen nicht, sie drehen sich ein wenig, fahren vor und zurück und aus dem Führerhaus erntet man ein Lächeln für den angstvollen Blick. Daraus besteht meine Welt, es ist eine rauhe, rohe Welt, kraftvoll, nach feuchter, fetter Erde, Diesel, Öl und Schweiß riechend, eine Welt voller Höhen, Tiefen, Veränderungen und Fehlern. Vor allem die gehören in jede Welt.

Fünf Bände von Stanislaw Lem aus der Flohmarktkiste gerettet, jeden Tag eine gute Tat.
 
Mo, 20.04.2009 |  # | (572) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: reality blogging



 

1149

Man trinkt gierig und in großen Mengen sehr billigen Kaffee, man verzehrt Rindfleisch und vitaminreiche Südfrüchte, man trägt modische Sportschuhe sowie in fernen Ländern, von Ausländern verfertigte Oberbekleidung, man weist aber, mit vor Erregung zitterndem Zeigefinger, anklagend auf die Mönche, Minister und Manager da oben, da man ihnen den besseren Hebel neidet,...

Huren, Wein und die Filets der besten Tiere für alle
 
Fr, 03.04.2009 |  # | (1039) | 5 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fremde feder



 

Vereinzelt

Das Leben ist eine Scheibe, getragen von Elefanten, die auf einer Schildkröte stehen, und wenn man zu dicht an den Rand der Scheibe tritt, fällt man herunter. Eventuell. Sicher ist diese These natürlich nicht, vielleicht ist sie sogar absolut unsicher, wer möchte das schon gerne nachprüfen. Nachtgedanklicher Unsinn.

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Sonnenschein, Lachen, was vom Grillen erzählen, an einem Samstagabend, Sonnenuntergang, ganz ramontisch, hach, dazu Bier und Wein und dann erzählt man sich etwas und macht sich einen Reim auf alles, ein quasi-philosophisches Quartett, mit mehr oder weniger Leuten, jedenfalls ist alles ganz real und fassbar, ganz anders als diese virtuelle Sammelgrube Internetz, in die man immer wieder abtaucht, um etwas zu finden, das man gar nicht sucht. Immer wieder auch ein Stück von sich selbst.

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Mit dem einen Kinde in der Popkulturpostille geblättert, lustig. Blumen am Arsch der Hölle, damit kann man jeden kriegen. Mach mal youtube an, ein Anfall von coolness, weil man ja nicht nur der grantelnde Mister Missmut sein will, sondern auch mal so eine Art homie, wenn es sein muss, setz ich mir ne Kappe verkehrt herum auf den Kopf, alle lachen, Abgang.

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Ich möchte diese Blogwelt, dieses selbst gebastelte Sammelsurium virtueller Dinge, Texte, Bilder, Musik, Videos, ungreifbare Fundstücke, die den Alltag bereichern, gar nicht wirklich in die Hand bekommen. Nicht direkt. Ein Blog ist kein Taschenbuch, ist keine CD, ist kein Fernseher, ein Blog ist ein Blog, am einfachsten zu betrachten in seinem natürlichen Lebensraum, also her mit dem Überallblogbetrachter, dem BS 6000, mit komfortabler readability-Funktion.

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Alles Käse.

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Der Markt wird alles richten. Ich habe den Markt, der alles richten wird, noch nicht getroffen, allerdings vermisse ich in meiner Wohngegend einen anständigen Wochenmarkt, der könnte wiederum alles richten, dann müsste man sein Obst und Gemüse nicht mehr im high-end-kapitalistischen Supermarkt besorgen, sondern könnte ganz gemütlich streifen und verkosten und ein bisschen plaudern, man müsste ja gar nicht mehr auf Einkaufswagenrallye gehen und sich die Hacken abfahren lassen, sondern könnte die Frischheit der Waren in Ruhe begutachten, über die Herkunft fachsimpeln und sowieso wäre mit Wochenmarkt alles besser. Obwohl, der vietnamesische Obst- und Gemüsehändler ist ja auch ganz nett, wie er da immer seine nichtchristlichen Reliquien füttert und beweihräuchert und so, aber der ist ebend kein Wochenmarkt, der würde nämlich alles richten, alle Probleme lösen, fragen Sie mal Friedrich Merz. Oder so.

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Außerdem in jeder freien Minute: Stanislaw Lem - Frieden auf Erden.
 
Do, 02.04.2009 |  # | (502) | 1 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

Kein Scherz

Die Sonne scheint, was will man? Meer.

(Von der Unzulänglichkeit jeder Situation und der allgemeinen Unzufriedenheit des Menschen.)
 
Mi, 01.04.2009 |  # | (464) | 3 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

1145

Wenn aus dem gutmütigen Bufflönnchen ein Stier wird, Rasereiwochen bei Bufflons.
 
Mo, 30.03.2009 |  # | (515) | 7 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 



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Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57


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