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Katzenfrau

Hatse ne Katze,
mit samtweicher Tatze?
Ja, ne Katze hatse
und ne samtweiche Tatze
hatse och.

[Alltagslyrik, Verzweiflungslyrik]
 
Mi, 25.03.2009 |  # | (449) | 3 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

Stayin' alive

Die ganze Zeit, während ich also Tätigkeiten nachging, zu denen mir jede Lust fehlte, zu denen mir auch scheinbar Talent, Vorstellungsvermögen, vielleicht auch Mut fehlen, diese ganze Zeit über habe ich über den Anfang eines künstlich geformten, vielleicht sogar literarisch angehauchten Text nachgedacht, den zu schreiben ich große Lust hätte. Natürlich ist der Anspruch völlig überzogen, denn zwischen der Idee A und dem Ziel Z gibt es keine gerade Verbindung, wenn es denn überhaupt eine Verbindung gibt oder zumindest geben könnte, vor allem sprachlich sollte man ja in diesen Dingen am Ball bleiben, wenn man aber nicht spricht, verliert man jedes Gefühl. Für Sprache. So hockte ich also in der Nähe des Fußbodens oder auch anderthalb Meter darüber, schaute in Abgründe, tiefe, weniger tiefe und menschliche, wurde geliebt, gemocht, gehasst und auch beschimpft und dachte doch über nichts anderes nach. Zigarette dazu und ein Bier zum Frühstück vielleicht? Nun ja.

Pack doch erst einmal ein Thema an, meinte ich zu mir, als es wieder einmal ganz spät wurde und ich vergessen hatte, dem Körper Energie zuzuführen, in welcher Form auch immer, die Sonne ging unter und auch ein paar verirrte Elstern lachten laut von der Birke gegenüber in das offene Fenster, sie hatten dem dünnen, biegsamen Bäumchen mit einem riesigen Nest eine lustige Krone aufgesetzt, ich winkte der Liebsten, so wie es womöglich die Seeleute tun, wenn sie auf große Fahrt gehen und ihre Liebste lange nicht sehen werden, so also winkte ich und verzweifelte innerlich, auch an der Wahl eines möglichen Themas. Vielleicht ist genau das die große Merkbefreiung, vielleicht sollte man mal wirklich einmal auf große Fahrt gehen, den Koffer packen und gehen, um zu sehen, dass es woanders auch nicht anders ist als hier, vielleicht ein wenig schicker oder auch hässlicher, die Abgründe, meine Damen und Herren, aber auch die luftigen Höhen, die sollten ja nicht vergessen werden, die sind doch aber alle irgendwie gleich. Vergessen.

Auf Literatur verzichten. An einem selbst, auf jeden Fall, die Bücherkiste aber bleibt. Dieses Aussortieren sollen, das ist doch reinste Qual. Dieses Buch, nun ja, es war nicht der Brüller, hat mich nicht aus den Socken gehauen, aber, nun ja, vielleicht habe ich in der Eile etwas übersehen, vielleicht fällt mir bei zweiten oder dritten Mal etwas auf oder ein, ein Verständnisbrocken, der mir zum endgültigen Verständnis noch fehlte, verstehst du, ich kann doch die Bücher nicht einfach so wieder aus der Hand geben, selbst die Stephen King Bestseller nicht, seit Jahrzehnten nicht gelesen, aber. Es gibt immer ein großes Aber. Man könnte das philosophisch ausbauen und dabei die irdischen Probleme vergessen, die an mir vorbei rauschten im Rausch, im Flug. Aber.

Und so weiter.

Weisheit des Tages: Hinterher weiß man immer alles besser als die Typen, die bereits vorher alles besser wussten.
 
Mo, 23.03.2009 |  # | (470) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

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Besonders schön am keine Zeit haben ist die Tatsache, dass diese riesige Betroffenheitswelle an einem geschmeidig vorbei glitscht. Ich meine die mediale. Ekelig. Da kommt der gute alte analoge Dialog mit dem Lebensabschnittbegleiter ganz recht, man kann Gemeinsamkeiten abchecken - ganz ultra-kommunikativ - und seine Schlüsse daraus ziehen, Meinungen korrigieren, sie an andere weiter transportieren. Ohne Einmischungen.

Ich verfasste ein dämliches Gedicht, das ich zum Glück wieder vergessen habe. Es war ein Gedicht über das Verbieten und hätte wohl heißen müssen: Willkommen in der Diktatur.

Zum Glück aller bleibt die Gesellschaft von solchen Gedichten verschont, ist sie doch schon mit den bekannten Medien gestraft genug.

Krisenzeiten. Krisenherde.

Zwischen einem Beitrag, der von einem Bombenanschlag irgendwo berichtete und einem Beitrag mit herumfahrenden Panzern, die irgendwo mal wieder die Demokratie mit panzerbrechender Munition verteidigen - Kolletaralschäden nicht ausgeschlossen - kam auch noch irgendwas mit Aktienkursen, zusammbrechenden Autobauern, die Autos bauen, die keiner kaufen will oder kann und am Ende das Wetter, das auch nicht rosig aussah.

Und nicht zu vergessen der Amoklauf. Ein gefundener Fraß für jeden Journalisten, ein Thema, an dem man sich abarbeiten kann und natürlich muss, wer es nicht erwähnt, ist Unmensch.

Und so weiter.

Vielleicht - ein ganz kurzer Schlussgedanke im Gedankenwirrwarr, ausgelöst durch dies und das - ist die Welt, speziell das Durchschnittswesen Mensch, einfach schlecht oder besser: Im Wesentlichen nicht gut. (Natürlich nicht Sie.) Das macht die Sache allerdings auch nicht besser.

Und jetzt weiter mit gewaltfreier Musik.
 
Fr, 13.03.2009 |  # | (501) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogosophie



 

"Das Quartär ging hintenüber."

So lange nichts mehr eingehackt, in meine ganz persönliche Kladde, zu der allerdings niemand mehr Kladde sage würde, das ist so schrecklich Analog und Zeitvergessen, nein, heute sagt man Weblog und das daily diary (top secret) ist eine schnöde Word-Datei, die auch mit open office bewirtschaftet werden kann. Oder google-docs. Unterwegs, zum Beispiel. Aber wer macht das schon? Ich nicht. Ich stehe an der Straßenbahnhaltestelle, wundere mich über dieses und jenes, schreibe gedanklich einen Berlinverriss, der ja doch eigentlich eine negative Liebeserklärung ist, aber gar keine Hasserklärung, Hass ist doch so eine ungemütliche, merkbefreite Emotion, Hass ist etwas, das der Mensch sich nicht leisten sollte. Wie Liebe macht auch Hass blind und kaputt, nein, nein, das wird kein Plädoyer für die allgemeine Durchschnittsanpassung, nur sollte man ab und zu beiseite treten und auch mal in den Spiegel schauen.

Berlin ist ein Loch. Hier ist so viel kaputt, das kaum noch etwas ganz ist. Man kommt an, wenn man mal weg war, und hat sofort das Gefühl, sich eine Zigarette anstecken zu müssen. Nur leider fährt der Bus sofort, wartet nicht und der Fahrer grantelt natürlich schon und drückt dann auf die Tube, so dass man mit Gepäck und Handy am Ohr durch den Bus purzelt: Könnense sich nich festhalten, ey? Die S-Bahn ist voll, neben mir ein Pärchen, leiser Streit. Haha, lustig, denke ich und verstecke mich hinter meinem Magazin, während sie traurig kuckt und er, nun ja, ist eingeschnappt. Man spricht eine Sprache, die nur auf dem zweiten Blick mit der deutschen Sprache etwas zu tun haben könnte, aber nein, nein, dies hier ist doch nicht das Feuilleton der FAZ, hier wird doch nicht über den Verfall unserer schönen, schönen Muttersprache gejammert, diese Form von Nationalismus erspare ich mir. Nö. Berlin ist ein Loch und ich muss mich tiefer hinter mein Magazin verziehen, denn er erzählt ihr gerade, dass es ihn einfach so überkam, ja, ja, mit dieser Dings, na, wie hieß sie noch mal, na ja, egal, ha ha, denke ich, so war das natürlich, damals, da überkam es einen eben und dann konnte man für nichts mehr garantieren. Der werdende Mann als Tier, der animalische Instinkt der Pubertierenden, wuff, wuff. Stilles Lachen. Am S-Bahnhof Sowieso randaliert ein besoffener Bauarbeiter, er möchte Zigaretten vom schmuggelnden Vietnamesen, der „nich ausm Knick kommt“ und gleich wird er ihm „uffe Fresse haun“, am neuen Riesenhotel, das demnächst auch nur zur Hälfte ausgebucht sein wird, bauen immer noch eifrige Helferlein, Termine, Termine, Termine, höre ich es im Hintergrund, im Fitnesstudio gegenüber wird geworkoutet, hier gibt es die Fitnessflatrate für den starken Körperbau, danach Flatratesaufen für die Merkbefreiten und danach Komaflatrate in der Notaufnahme, wobei die ganze Stadt doch eine Notaufnahme ist, für die extra Kreativen, für die Macher, für die Zugezogenen, für die Nichtwegzieher, für die Verlierer, für die Stinknormalos, für dich, für mich, für uns, einmal bitte alle an den Tropf legen.

Und jetzt natürlich noch einen Krisen-Einwurf. Dann ist Schluss. Für heute.

Die Welt nicht mehr verstehen und dann hören, wie einer fragt, warum kein Mensch etwas unternimmt. Ja, meine Güte, was denn? Aber nein, gesucht wird doch nicht der ultimative Handlungsleitfaden, gesucht werden Vorschläge die zu diskutieren wären, also in erster Linie gar nicht Ablehnung, sonder etwas Konstruktives. Hört man aber selten. Die einen geben die apokalyptischen Reiter und prophezeien den Weltuntergang (wenn sie es doch wenigstens lyrisch täten), die anderen sehen schon wieder den ultimativen Silberstreif am Horizont und man selbst steht dazwischen und fragt: Ja, was denn nun? Werden wir zurück katapultiert in die Steinzeit? Sollte ich mir vorsorglich schon eine Höhle sichern, ein paar Faustkeile hauen und jede Menge Dosen horten? Ich meine, ich habe doch gar kein Geld, das ich in die Schweiz fahren könnte, um es zu schützen, vor wem auch immer. Oder schnell mal noch etwas investieren? Pelzindustrie vielleicht, Höhlenbewohner geben doch einen Scheiß auf die nackten Celebrities von Peta, die wollen in erster Linie nicht frieren. Nun, vielleicht ist Geld verdienen eben doch nicht alles. Nur so ein kleiner Gedanke. Ein Minimalgedanke. Wird man sich doch mal leisten können, oder?

Textuell könnte man noch durch noch viel weitere Weiten wandern, mäandern, wollte ich schon immer mal schreiben, allerdings gibt es andere Dinge zu tun, die frustrieren, auslaugen und auch ein paar Tränen waren schon dabei, aber das erzähle ich vielleicht ein anderes Mal.

[Überschrift: G. Benn, Der Ptolemäer]
 
Fr, 06.03.2009 |  # | (533) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: reality blogging



 

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Mo, 02.03.2009 |  # | (474) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: reality blogging



 

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Zurück auf Start. Denke ich manchmal. Noch einmal alles von vorne anfangen. Ob es dann besser würde? Was ist besser?

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Am Morgen lautes Gezwitscher der Amsel, der Schnee ist fast verschwunden. An Sträuchern und Bäumen zeigen sich kleine Knospen, der Frühling dürfte also nicht mehr aufzuhalten sein, das ist doch auch der normale Lauf der Dinge. Erwartungsvoll am Morgen die Türe öffnen und einen lauen Luftzug erwarten, bald, schon bald, denke ich und hoffe auf ein wenig Romantik.

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Ein Blick auf die Nachrichtenlage entlockt mir ein leicht hysterisches Lachen, wie ich schon twitterte: Willkommen im real existierenden Blödismus. Vielleicht werden wir alle im Juni singen: Es ist vorbei, bye, bye, Junimond, aber auch das ist nur ein schlechter Witz. Diejenigen, die sich wundern, dass noch niemand protestierend durch die Straßen zieht, sind selbst auch nicht auf der Straße zu sehen, die Lage ist wohl noch zu undurchsichtig. Ich frage mich, wie das 1989 alles so kam, Menschen gingen tatsächlich auf die Straße und sagten an, dass SIE das Volk seien und niemand anders, wäre das nicht jetzt, 20 Jahre später, auch angebracht? Oder ist der auch von mir selbst hoch gehaltene Individualismus die am Ende alles zerstörende Antimenschmaschine? Dieses Gefühl von: Ihr bestimmt, ich ganz sicher nicht. Mit dem Finger auf andere zeigen und dabei selbst auf der Couch liegen, Chips fressen, vielleicht auch Törtchen und dazu Tee. Das hysterische Lachen ist am Ende nur ein Zeichen von Hilflosigkeit, der Vorbote eine großen Depression?

#

Wenn ich so manche aktuelle Zahl lese, sehe, wahrnehme, denke ich immer an die guten, alten Kindergartenzeiten zurück, in denen man mit ausgedachten Zahlen um sich warf, weil man die Dimensionen noch gar nicht einschätzen konnte: Du bist doof. Du bist eine Million mal doofer. Nein, du bist drei Billionen mal doofer. Trillionen, Zilliarden, Unendlich. Auch das gehört wohl zum real existierenden Blödismus.

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Mit den Händen arbeiten, tatsächlich etwas formen, das hat auch etwas.

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Mehr Fotos aus der Hüfte schießen, um zu zeigen, wie Berlin wirklich ist. Schwarz zu blau und tagsüber grau. Überhaupt, Fotos!
 
Di, 24.02.2009 |  # | (576) | 4 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

Geschichten erzählen

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Eine wirklich komische Geschichte
 
Do, 19.02.2009 |  # | (766) | 5 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogosophie



 



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