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Regenfahrt

Autobahn, graues Band, Raser rasen, Kleinwagen schleichen Hügel hinauf wie Schnecken durch das feuchte Gras eines Weinberges, Gischt zischt ums Auto, Scheibenwischer quitschen, der Motor dröhnt, Zylinder tanzen im Takt und aus Lautsprechern dröhnen die kalten Klänge synthetischer Klangerzeuger. Das ist meine Welt, hier drinnen, Instrumente in rötlichen Tönen beleuchtet, Zeiger zeigen Messstände an, man fährt soundso schnell und das bei soundsoviel Umdrehungen, noch 190 Kilometer, noch 150 Kilometer, noch 100 Kilometer, immer voran, ein Ziel vor Augen, hier bin ich für mich allein. Und aus Lautsprechern dröhnen Klänge synthetischer Klangerzeuger, jetzt weniger kalt, dafür bösartig, dunkel, tief. Meine Welt ist künstlich. Computergenerierte Töne, virtuelle Welten, plastische Bilder, gestellte Fotografien, ich könnte mich darin verlieren, in dieser plastischen Welt, plastisch und synthetisch, immer wieder veränderbar, beeinflussbar, ein paar Befehle auf der Kommandozeile und alles ist anders, grüne Schrift auf schwarzem Grund, blinkende Zeichen, stundenlang vor dem Bildschirm sitzen und verfallen. Draußen bewegt sich die Welt im normalen Bereich, die roten Positionslichter der Windräder blinken im Takt einer leisen Melodie, Autos fahren vorbei und ziehen einen Regenschweif hinter sich her, ich sehe dich und dich und dich, ich denke an euch, hier für mich allein, in meiner künstlichen Welt und dann denke ich, dass ich immer dachte, allein zu sein sei das Glück, aber das ist es nicht, nicht für mich, hier und jetzt und vielleicht für immer, nein, künstliche Welten hin oder her, diesen Moment des Heraustretens, der Moment des Erkennens der Realität, die spürbaren, gefühlten Erfahrungen und das Lachen der Kinder am rauschenden Meer, keine Stunde des Alleinseins kann das auf ewig ersetzen, in diesem Punkt habe ich mich tatsächlich in mir selbst getäuscht.
 
Mo, 17.03.2008 |  # | (1191) | 3 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogosophie



 

Man in the moon - Grinderman

[Laufen, laufen, immer wieder laufen, Berlin streikt, nicht ganz, aber immerhin. Und dann liest man nicht, dann lauscht man andächtig und sieht die untergehende Sonne am S-Bahnhof Gesundbrunnen, goldene Dächer und daneben ein Einkaufszentrum, ein Luxusliner im Häuserstrom, Menschen strömen und nehmen hin, alles ist anders. Melancholisch.]
 
Fr, 14.03.2008 |  # | (706) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: musik und so



 

Mal wieder was lesen

Die Segelfahrt - Alfred Döblin
 
Do, 13.03.2008 |  # | (663) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: lesereise



 

Back to black

Als er am Morgen hinaustrat und die Sonne, die das endgültige Ende des Winters ankündigte, im Gesicht spürte, als er endlich das richtige Lied im Player gefunden hatte und dann die alte Dame, mit der er noch vor zwei, drei Jahren nett geplauscht hatte, die ihn aber nun nicht mehr erkannte, sondern in sich selbst versunken und ihres langen Lebens müde versuchte, mit ihrem Wägelchen halbwegs die Spur zu halten, nur sich um eine dieser boulevardesken Zeitungen zu besorgen, also nur, um sich noch ein wenig an frischer Luft zu bewegen, mit großen Schritten überholte, stellte er ernüchtert fest, dass die Unendlichkeit eine große Lüge war.

Und später dann, als er, ein wenig müde zwar, aber dennoch entschlossen, wieder die Wohnung betrat, packte er zum Entsetzen aller ein paar Sachen zusammen, sagte „Tschüss!“ und verließ die Wohnung, für immer. Am Flughafen zahlte er mit der goldenen Kreditkarte, auf die er lange Jahre so stolz war, kaufte sich einen Notizblock, ein paar Stifte und ein Ticket, one way zur Insel am Ende der Zeit, und schenkte einem gesichtslosen Penner, der vor der Abflughalle um ein paar Cents für sich und seinen abgefuckten Hund bat, sein wunderbares Handy, ja, dieses ach so wichtige Handy, „Schalten Sie es auf keinen Fall aus, seien Sie immer erreichbar, die Welt könnte untergehen ohne Sie!“, dieses Dreckshandy also, das auch gerne mal mitten in der Nacht klingelte und den Untergang von irgendwas prophezeite, er warf es dem armen Mann einfach in den Schoß und der freute sich auch noch.

Und Stunden später dann, nach der absolut perfekten Landung unter südlicher Sonne, nahm er sich ein Taxi und fuhr an den Strand, suchte sich einen Platz zwischen den dunklen, nassen Felsen, ein Platz, von dem aus er das Rauschen des Meeres hören und nachts dann die vielen Millionen Sterne am Himmel sehen konnte und dort wartet er nun Nacht für Nacht auf den Zeitpunkt, an dem das alles, dieses ganze kosmische Gebilde, diese Ansammlung von Zufällen, auf ihn herabfallen wird, sich die Lüge von der Unendlichkeit endlich in Staub auflösen und er Recht behalten würde.
 
Mi, 12.03.2008 |  # | (519) | 6 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogosophie



 

Dra di net um

Blä bla blub
Di da, di dö.
Dum dödelub
Da di, di dei.

[Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.]
 
Di, 11.03.2008 |  # | (934) | 8 K | Ihr Kommentar | abgelegt: schleichender wahnsinn



 

754

Ich weiß nicht, heute Musik gehört, mindestens drei Jahre alt, keine Ahnung, gut und schlecht zugleich. Und dann Amy Winehouse und dann zum zweiten Mal in einem Monat gedacht: Hey, gibt ja kaum noch was hinzuzufügen. Traurig, eigentlich. Ich glaub mir da aber nicht ganz.
 
Mo, 03.03.2008 |  # | (669) | 3 K | Ihr Kommentar | abgelegt: schleichender wahnsinn



 

Alltagsbanalität

„Und wenn ich nicht schlafen kann, betrinke ich mich mit billigem Rotwein aus dem Tetra-Pack.“
„Als wenn du nicht schlafen könntest.“
„Man muss sich auf alle Eventualitäten vorbereiten.“
„Dann kannste auch putzen, staubsaugen oder so.“
„Nachts um drei den Staubsauger schwingen?“
„Na gut, kannst ja auch die Fenster putzen.“
 
Fr, 29.02.2008 |  # | (471) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 



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Online seit: 08.02.2006
Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57


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