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Do, 28.02.2008 |  # | (777) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogdings



 

Eine Indianergeschichte?

Was mit Indianern...

Ein Radfahrer fährt vorbei, er grinst, erst nach vorne schauend und dann später auch nach mir blickend, mit leicht angewinkeltem Kopf und unter ihm das Fahrrad surrt durch den Morgen, an der leeren Bushaltestelle vorbei. Übrig bleibt eine Spur von "Tabac Original" oder ist es "Old Spice"? Ich trete hindurch, durch die Duftspur und nehme Witterung auf, Erinnerungen werden wach, Gerüche wecken immer Erinnerungen, weißt du noch, denke ich und rede mit mir selbst oder mit dem Hund oder dem Radfahrer, der sich aber nicht mehr an mich erinnern kann. In der Ferne sieht man ihn noch fahren, auf seinem surrenden Rad, aber er ist bereits Vergangenheit.

Vergangenheit und dann dieser Duft, Geruchsspuren, alles Assoziationen, die aus dem Nichts gerinnen, aber jetzt bloß nicht in eine künstliche Kunstsprache verfallen, das wäre doch zu künstlich. Dran bleiben, am Leben, erleben, aufnehmen, lagern und später neu zusammensetzen, konstruieren, das vorhandene Material verformen und Neues erschaffen. Jetzt aber bitte nicht abweichen, diese Betrachtung vielleicht an anderer Stelle.

Eine Indianergeschichte. Geburt, Leben, Lernen, später der erste Blick in ein Regal voller Bücher, das ist schon Jahre her, eher Jahrzehnte, in diesem Regal, in einer Wohnung, die schon längst von anderen bewohnt wird, die erste Rarität zum Thema, aber kein Winnetou, kein Old Shatterhand, kein Lederstrumpf, kein Tokei-ihto, nein, "Blauvogel", damit fing alles an. Allerdings beschränkt sich diese Erfahrung lediglich auf Literatur, kindliche Spiele und jugendlicher Leichtsinn bezogen sich auf anderes, wir klauten keine Pferdewagen, bauten keine Tipis und taten auch nicht so, als würden wir Friedenspfeife rauchen, im Höchstfall waren wir Sherriff und Schurken, irgendwann mal auch ein Steinbruch im Riesengebirge, dort ein paar Indianerutensilien, zum Spaß wurde jemand an den Marterpfahl gebunden, ach, da fällt es mir ein, gleiche Szene auch im Brandenburgischen, jemand steht angebunden an einer Kiefer, der Boden mit Kiefernadeln bedeckt, märkischer Sand, märkische Heide, das ist schon fast preußische Kindheit, wenig Prunk, dafür staubige Kartoffelfelder, der Hochsitz eines Jägers, in der Ferne ziehen Schiffe über die Dahme, dort das Ufer, an dem also jemand an eine Kiefer gebunden war, nur Spaß, eine Indianerhaube war mit im Spiel, selbst gebastelt, aus den Federn von Schwänen, aufgelesen am See, der längst versumpft ist und dazu helles Indianergeheul aus dem Munde eines Kindes mit Sommersprossen auf der Nase, in der Hand ein Gewehr aus Plastik, eine Attrappe, Imitation. Also doch eine Indianergeschichte.

Später dann die Flegeljahre, aufgebrochene Bauwagen, heimlich aufgelesene Pornoheftchen, mitgenommene Verlängerungskabel, Bagger, die nicht kurz geschlossen werden konnten, ein geklautes Radio und durch die Luft fliegende Lehmklumpen, durchs knietiefe Gras waten, während in der Ferne S-Bahnzüge rollten und die Füße später in der Wuhle, zur Abkühlung, echte Freundschaft, unerschütterlich. Schöne Jahre, Berliner Jahre, aber keine Indianergeschichten mehr. Oder vielleicht doch, jedenfalls im übertragenen Sinne, nämlich Spuren lesen, sich auf Kriegspfade begeben, Kriegsbeile begraben und dann Zusammenkünfte bei Maracuja-Brause, die beste Brause für den Großstadtindianer, nen paar Pfennige hatte man ja immer dabei und klauen, nee, klauen musste man nicht, warum denn auch?

Der Tag verrinnt, später dann ein Spaziergang im Tierpark, Sonne wärmt, aus dem Boden schießen Osterglocken, Krokusse, lila und gelb, Schneeglöckchen und die Tiere sind ganz aufgeregt. Die Assoziationskette ist abgerissen, Realität spricht dagegen, Neues kommt hinzu, neue Eindrücke, neues Leben, auch ein wenig Abneigung gegen die Umwelt, aber man muss ja auch mal raus aus der Bude und den Frühling erleben. Die Kinder sind inzwischen selbst Cowboys, Indianer sind eher unbeliebt, die Schurken, ich denke, sie werden noch merken, auf wessen Seite sie stehen wollen, nicht die Cowboys natürlich, die Kinder, das ist dann ihre Entscheidung, ihre Erinnerung, ihre Assoziation, ihr eigenes Leben.
 
Mi, 27.02.2008 |  # | (959) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: reality blogging



 

748

Vielleicht stehe ich aber auch schon kurz vor einem alles verschlingendem schwarzen Loch, das mich in unendliche Bedeutungslosigkeit hineinziehen will, schließlich wachte ich mit dieser Schnuffelhasen-Melodie in meinem inneren Ohr auf, war also unendlich irritiert und erwartete dann Schlimmstes, als ich die Tür öffnete, um mich meinem täglichen Tagwerk zu widmen, bekleidet mit genau dem Hemd, von dem sie sagt, es sehe wie ein Pyjama-Oberteil aus. Na dann, gute Nacht.
 
Mi, 27.02.2008 |  # | (723) | 4 K | Ihr Kommentar | abgelegt: schleichender wahnsinn



 

Halb so wild

Denkend neben sich stehen, viel zu viel, was da auf einen einprasselt, aus allen Richtungen, sich einigeln, zurück ziehen, innerlich jedenfalls, merken, was man wirklich will, so ganz allgemein und überhaupt und die richtige Musik gibt es dazu auch schon wieder nicht und gestern, wie auch schon vorgestern, wie schon letzte Woche und überhaupt schon im letzten Jahr, hat man sich vorgenommen, das alles locker zu sehen, weil es am Ende sogar, man sollte da wirklich ehrlich zu sich selbst sein, gar nicht so wild ist. Vielleicht. Der Hang zur Übertreibung ist ein kleines, feines Erbstück.
 
Fr, 22.02.2008 |  # | (871) | 3 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

742

Interessant, wie sich Gedanken abwechseln, gut und böse, wie sie sich gegenseitig beeinflussen, der eine bedingt den anderen aus, Assoziationsketten, Wortfetzen und dann liest man dies und das und erinnert sich an Situationen, schöne, weniger schöne - Gedankenwelt! Etwas passiert und meist fällt mir Stunden später auf, was es bedeutet, bedeuten könnte. Ich bin ein langsamer Mensch, manchmal zu langsam, und vieles liegt im Verborgenen, doch in manchen Punkten ist Gewissheit, die gut tut, fühlbare und konstante Gewissheit, immer da, verlässlich. Gedanken osszilieren, Töne dazu, Bilder, ein Gesamtwerk, nicht abschließend, vollkommen, eine Gedankenwelt, vielleicht, wenn man sich bloß nicht verschätzt.

[Den Nieselregen nicht gemerkt.]
 
Mi, 20.02.2008 |  # | (620) | 1 K | Ihr Kommentar | abgelegt: verstaendnisuebung



 

...



[Mach mal heute was mit Sonne. Vielleicht auch das Plattencover der Erstveröffentlichung eines Typen namens a guy called bufflon, der es endlich schaffte, komisch anmutende Weblogeinträge in drei Minuten Songs full of seelentiefster Melancholie umzuwandeln. Leider war der geplante Name des Albums, made in the dark, schon von einer anderen Band besetzt und für eine Neuauflage von a pocket full of kryptonite fühlte er sich (noch) nicht stark genug.]
 
Mo, 18.02.2008 |  # | (783) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: auf der borderline nachts um halb zwei



 

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Leck-mich-Montag: Ach, macht doch alle, was ihr wollt. Ich kleide mich in zartem Rosa und tu so, als ob ich ich wäre. Auch wenn der linke Knopfkopfhörer heute überhaupt nicht ins Ohr passen möchte. Sind Ohrenöffnungen - diese Frage stellt sich ja augenblicklich - von variabler Größe? Montags ein paar Millimeter kleiner als am Donnerstag? Ach, macht doch alle was ihr wollt. Denk ich jetzt.

[In the privacy of our love, Baby, denke ich jetzt und alle anderen, na ja, du weißt schon.]
 
Mo, 18.02.2008 |  # | (494) | 5 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

o. T.


 
Fr, 15.02.2008 |  # | (646) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: kinder kinder



 

Aus der K-Akte

Donnerstach iss Blumentach
 
Do, 14.02.2008 |  # | (872) | 1 K | Ihr Kommentar | abgelegt: hansi kasupke



 



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Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57


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