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Juhuu! [Spontaner Jubelschrei, wegen grundsätzlich gutem Gefühl. Liegt wohl am Frühling. Oder so.]
Notizen, wegen der Sache mit den Bienen und den Blümchen. Also für später mal: Aufklärung 1 und Aufklärung 2. Nun denn.
Sonniger Tag. Das kann man doch nicht schreiben. Schreiben überhaupt, es gibt da Unterschiede. Amateur ohne Ambitionen, das Brot kommt aus einer anderen Schublade, Karteikartenregister. Immer diese allmorgendliche Melancholie. Ich möchte mich in meine Cowboy-Montur schmeißen, entschlossen den Weg zum Spaceshuttle nehmen, zehn, neun, acht und so weiter, auf "Los!" gehts los und weg von hier. Tschüss Erde, hello darkness, my old friend, zisch und weg. Nein, so einfach geht das natürlich nicht, das mit dem Abhauen und auch das mit dem Schreiben, trotzdem: Ich schreibs mir auf und gelobe Besserung. Der morgendlichen Melancholie steht der abendliche Jubel über alles entgegen, hinter dem Horizont möchte ich die Welt umarmen, sagenhaft gute Laune lässt mich durch die Straßen tanzen, denen hinter den Fenstern, sie lümmeln leise und langweilig auf der Couch, strecke ich die Zunge raus und tanze wild zu "Second Sight". Die Welt liegt hinter uns, schnell schließen wir die Tür ab und hören nicht mehr auf die laut krakeelenden Nachbarn, Rufe aus der Unterschicht, darum kümmern sich die grünen Männchen. Yeah, baby, lass dich umarmen, jetzt geht es mir gut, vergiss das Spaceshuttle, die Cowboy-Klamotten, das Schreiben und die Karteikarten, yeah, baby, wir haben uns, mehr brauchen wir nicht, ein Stück Brot vielleicht, lautes Kinderlachen und guten Sex, hätte ich beinahe geschrieben. [Schreiben? Ich hätte doch so gern mal einen Song geschrieben. Und warum ich heute so gute Laune hab? Deswegen.]
Tage, an denen der eigene Ehrgeiz, äußerst positive Reaktionen und damit verbundene Erwartungen zur fühlbaren Last werden.
Momentaufnahme Nächtlicher Spaziergang, Hand in Hand und im Hintergrund singt eine Nachtigall. Hoch oben der kalte Mond, flackerndes Blaulicht erhellt die Straße, Menschen springen aufgeregt über die gesperrte Straße, angesichts des leblosen, auf dem Boden liegenden Körpers, eingehüllt in eine dieser goldglänzenden Wärmedecken, rücken wir näher zusammen, beschützen uns, halten uns fest, die Schritte werden schneller, Stille, verstohlene Blicke, Schweigen, festhalten an der halb abgebrannten Zigarette. Es ist kühl, aber nicht kalt, die Nacht kurz und am Morgen ein wunderbarer Sonnenschein, unschuldig, warm, kitzelt an der Nasenspitze, als wäre nichts gewesen. Die Spuren der Nacht sind verschwunden, übrig geblieben eine kurze Notiz in der Zeitung, vor dem Balkon brechen Tulpen aus dem feuchten, dunklen Boden, kleine Narzissen und an den Sträuchern sieht man zartgrüne Spitzen. Das Leben zieht langsam vorbei.
Alltägliches aus der Kinderstube Kinder? Interessieren doch keine Sau! Der Kindergarten, aus verschiedenen Richtungen auch gerne mal als staatliche Verwahranstalt bezeichnet, der Ort, der Frauen zu Gebärmaschinen degradieren und fit für die Produktion machen soll, für das manufaktorische Abnutzen der Arbeitskraft, von irgendwas muss man ja leben. Die Frage, ob diese Richtungswaisen überhaupt schon einmal solch eine Institution von innen gesehen haben, könnte man stellen, ein Ort, der eine Kreativität ausstrahlt, der eine muffige Amtsstube oder ein Beichtstuhl bei weitem nicht das Wasser reichen können. Aber, dies soll keine Lobeshymne auf die Ganztagsbetreuung werden. Also, im Kindergarten, diesem achso tollen Hort des kindlichen Friedens, ganz speziell in dem mir bekannten, spielt sich komisches ab. Hinter den Kulissen wird geplant, verschwiegen, gedroht, im grauen, undurchsichtigen Rückraum der Belegschaft scheinen sich seit Monaten wahre Kämpfe abzuspielen, keiner bekam etwas mit, Gerüchte, Streuungen, Elternvertreter wurden hingehalten und jetzt, da die Fakten so langsam durchschimmern, kommt mir das Ganze wie ein in den dunklen Ecken kleben gebliebenes Stückchen DDR vor, passend zum Austragungsort, das ehemalige Stasi-Gefängnis ist fußläufig erreichbar. Irgendwer möchte seine Ideen, die vielleicht nicht schlecht sind, aber diskussionswürdig, durchsetzen, egal wie, vermeidet den Diskurs, es könnte ja zu anstrengenden Diskussionen und unangenehmen Fragen kommen, wir hätten nämlich unsere eigene Meinung, ja, so etwas soll es geben, wir, die wir unsere Kinder dort täglich abladen, die wiederum dort Spaß haben und weiterhin Spaß haben sollen. Dass wir hier eine Dienstleistung in Anspruch nehmen, mit Monatsbeiträgen nach dem Leistungsprinzip, sollte nicht ganz unerwähnt bleiben. Geld ist aber nicht alles und mit der "Ich-bezahl-aber-dafür" - Keule zu winken selten hilfreich. Inzwischen wissen wir, worum es geht und es wird nicht so kommen, wie im geheimen Stübchen geplant, zum Glück, die Macht der Kündigungen hat zugeschlagen, denn im Gegensatz zu vergangenen Zeiten, hat man inzwischen eine Wahl, wenn manchmal auch nur eine eingeschränkte, woanders sieht es düsterer aus. Trotzdem: Traurig! Offen geredet wird darüber immer noch nicht, das stimmt nachdenklich und lässt einen zweifeln, wären da nicht die gewachsenen Bande, das Vertraute, die tägliche, morgendliche Freude, wir würden uns umorientieren. Wenn das in den nächsten vielleicht zwölf bis fünfzehn Jahren Schulzeit so oder ähnlich weitergehen sollte, mein lieber Scholli.
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Ein älterer Herr kam in die Bahn, auf dem Kopf Hörer mit ausgefranstem Schaumstoff, er hörte wohl etwas lustiges, denn er tanzte und summte mit. * Als ich die Schlange am Postschalter sah, wich ich auf den Kiosk aus, der Briefmarken lose anbietet und dachte spontan: Nein, danke, dann lecke ich lieber selbst. * Kalter Regen auf unbedecktem Haupt, mir kommt eine junge Frau entgegen, mit Schirm und schwarz-weiß geringeltem Rock. Sofort ans Bloggen gedacht. * Am Bauzaun ein altes Werbeplakat der Vanity Fair. Alt, na ja, vielleicht 2 Wochen? Heute vergeht Zeit schnell. Darauf: Giselle Bündchen, anregend. Mann bleibt eben Mann. Daneben Bushido, der schrieb doch auch nur Unsinn, in der ersten Ausgabe dieses Magazins. * Diese Baseball-Kappen, mit Netz, nur halb aufgesetzt, sieht affig aus. Ich hatte auch mal solch eine, gekauft im Dezember 1989, schwarz, mit einem dicken gelben Batman vorne drauf. Wir, mein Vater und ich, striffen durch Kreuzberg, fühlten uns zu Hause und vergaßen Marzahn. An diesem Abend durfte ich den "Weißen Hai" schauen und fühlte mich wohl, beim Aushöhlen einer Kokosnuss. Die Kappe setze ich später nur selten auf. * Die Dame gegenüber las Zeitung. Den Politikteil. Eigentlich nur noch langweilig, Stammtischparolen gehen mir durch den Kopf, man nimmt es nur noch wahr und macht es ab, mit sich selbst, ohne große Aufregung, resigniert, zieht sich zurück in seinen Mikrokosmos (dieses Wort ist auch nur geborgt), reine Polemik steht dort an vielen Stellen, kaum noch Lösungen. * Auch der Februar ist vorbei, die Zeit rast, der Frühling steht vor der Tür, ein paar zartgrüne Knospen sieht man schon, Krokusse, Hyazinthen, lauwarme Abende drohen, offene Fenster, Musik, Stimmen und ein knisternder Stuhl auf dem Balkon.
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