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Keine Ahnung, mit Musik Ich habe keine Ahnung. Hinzu kommt dieses nutzlose Wissen, schließt man die Tür hinter sich und geht, braucht man das hart erworbene Wissen nicht mehr, es führt einen nicht weiter, allerdings: Es füllt das Konto und zudem kann ich mit den Erkenntnissen über zwischenmenschliche Beziehungen vielleicht doch noch etwas anfangen. Mobbing oder doch das Seelenheil anderer? Wo ist meine Bestimmung abgeblieben? Und immer wieder das vor sich hindudelnde Radio. Teilweise unerträglich. Chasing Cars - immer wenn ich es höre, bekomme ich Beklemmungen, habe das Gefühl, einen Stuhl durch eine Fensterscheibe schmeißen zu müssen. Komm doch mal zum Punkt, schrei doch einfach mal, lass es krachen, aber doch nicht so. Einen Stuhl, soso. Ein Stuhl im Orbit höre ich den Grönemeyer aus seiner Kehle pressen - was soll ich damit anfangen? Nichts. Rein gar nichts. Schauen Sie nach, schlagen Sie nach, Orbit. Am ehesten könnte wohl die Umlaufbahn gemeint sein, denke ich mir. Stuhl in Umlaufbahn? Das geht mir zu weit, das ist doch kein Bild, meine Güte, gründeln nenne ich meine Nachforschungen. Der Große ist da weiter, er singt bei diesem Naidoo mit, ob er versteht, was der da säuselt, ich weiß es nicht, dann will er Justin Timberlake, Nelly Furtado und "Papa, wann kommen wieder die, die dieses Theo-Lied singen? Theo? Er meint Snow, die Chili Peppers, das weiß ich, dies ist zum Glück kein nutzloses Wissen. Und da ich immer noch keine Ahnung habe, widme ich mich nun schöneren, bemerkenswerteren Dingen (das kann man wunderbar sammeln, ausgedruckt, und Jahre später weise nickend betrachten).
Heimkehr Der Geruch der nassen Wiesen liegt noch in der Nase, die Wohnung verlassen und kalt, heimatlicher Geruch, alles vertraut, ein Nest, in das man immer wieder zurückkehrt und sich wohlfühlen kann. Überall Wäschehaufen, dunkle Erde klebt noch an den Sachen, schwerer Boden, schwarz und nass, kein Sonnenstrahl blendete uns, dafür nur graue Wolken im Wind, der die Windräder unermüdlich antrieb, antreibt, gestern, heute, morgen. Und dann das helle Kinderlachen auf dem verlassenen Kinderspielplatz hinter dem Deich und dahinter die Schiffe, die unermüdlich hin und her fahren, einfahren in die Häfen, hinaus auf das bräunlich schäumende Meer, kalt und fern, unaufhaltsam, sie ziehen gelassen ihre Bahnen, auch jetzt, da wir nicht mehr da sind.
Über mich selbst bloggen. Ich mag es, wenn sich die einzelnen Teile der obligatorischen Wochenendzeitung in der gesamten Wohnung verteilen. Überall ein Stückchen. Überhaupt hänge ich letztendlich doch an der Papierausgabe einer Zeitung, wohl nur wegen dieser wohltuenden Geruchsmischung aus Kaffee und Zeitungspapier. Ich trinke gerne Tee. Ich mag Berlin, vor allem wegen der Ecken und Kanten, denen ich so oft schon den Rücken gekehrt und meine Fluchtpunkte gesucht habe, nur um zu merken, dass es ohne nicht geht. Ich liebe Essen, vor allem weil es Genuss bedeutet, Freude mit Freunden, weil der gedeckte Tisch zum Abendbrot Familie bedeutet, ein Gourmet, bin ich allerdings nicht, denn ich neige zur Maßlosigkeit. Und ganz am Ende: Das Meer.
Gebügelter Rücken, ohne Falten, hart und unbeweglich, wohl zuviel Stärke, das ist die Schwäche. Aus dem Bett gefallen und den Mussolini getanzt, butterweiche Morgenluft, wohltuende Stille, unterbrochen vom Gesang der Amsel, Frühlingsboten, nach Meer roch es nicht. Mittelmaß, ein ganze Bahn voll, zwei Frauen steigen ein, sie riechen nach Zwiebeln, frischem Döner, missmutige Gesichter um einen herum, eine schaut wie diese Hotelerbin, wenn sie beleidigt ist. Mittelmaß und man gehört dazu, die Norm steht fest und wenn man ehrlich ist, weicht man kaum davon ab. In Träumen kann man fliehen. Eine Insel, in südlichen Breiten, fern und leer, weißer Sandstrand und eine kärgliche Hütte unter stahlblauem Himmel, das Meer brandet, in der Ferne ein Fischerboot, hüpft auf und ab, heimliche Idylle, auch hier gilt das Mittelmaß, in einer anderen Qualität, wenn man nicht ab und zu auf die Felsen steigen würde, an denen die Wellen laut und mit weißer Gischt zerbrechen, um sich dem warmen Naß der Brandung zu stellen und in die Ferne zu schauen, es gäbe keinen Unterschied mehr. Möwen überschauen diesen Ort, abgehoben, frei. Draußen, in der abfallenden Dunkelheit, wanken drei Männer, verwelkt in der Nacht, mit hängenden Augen, in den Händen fett triefende Pizza, sie stolpern über den kalten Boden, der Glanz des gestrigen Abends scheint vergangen. Die Insel, erträumter Zufluchtsort, Träume und Realität vermischen sich, in der Bahn riecht es muffig, dazu eine Mischung aus Kaffee und Zeitungspapier, draußen das Meer, türkis, warm und erfüllend, ein Tag wie jeder andere, Krokusse blühen in allen Farben, vielleicht noch ein wenig Schnee, die Erinnerung an den weißen Strand der fernen Insel.
Der dicke Mann schleicht missmutig durch den Gang, kaum beachtet er die Geräusche seiner Umwelt, müffelt still vor sich hin, man sieht ihm den Ekel vor sich selbst und dem Rest der Welt förmlich an, wenn er einsam den Gang entlang schnauft, das Rasseln der Bronchien kann man schon von weitem hören.
"still in love" und natürlich ganz laut "the greatest" (Oder wie Kasupke kürzlich sagte: Iss doch jeden Tach Valentin. Also jetze ma ehrlich, wa.)
Ich fange an zu hüsteln, ganz trocken, und unterdrückt. Zudem bewege ich mich gerade nach dem "Ein Schritt vor, zwei Schritt zurück" - Prinzip und habe das dringende Bedürnis, mich selbst anzumaulen. Ja, nun denn, Jammercontent makes the world go round. Oder so.
Mails, die ich nie schrieb, Dinge, die ich nie tat, Perfektion scheint nicht erstrebenswert, doch was soll man tun, wenn der eigene Ehrgeiz einem auf der Schulter sitzt und mit einem ruhelos durch die Nacht reitet? Man liest so viel und merkt sich doch nichts, scheitert an sich selbst, an dem, was man sein will und an dem, was man tatsächlich ist. Zweifel. Zweifelhaft. Weiche Hände auf rauer Haut im müden Gesicht, dazu ein helles Lachen aus blond umlockten Augen, die Welt besteht aus Legosteinen und der "Traumzauberbaum" gibt den Takt an. Im Kern kann man die Welt nicht leiden, Sympathie will verdient sein, alles fühlt sich schräg an, vor allen Dingen, wenn man die Gedanken einfach fließen lässt, kommen lässt, sich ihnen ergibt, dann nämlich ist es so, dass nur noch ein Bruchteil dessen, was man mochte, erstrahlt und der Rest in blauer Dunkelheit versinkt, hoffentlich nicht für immer. Morgen ist Valentinstag, das Jahr über versuchte ich es erst gar nicht erst mit Blumen, jedenfalls nicht regelmäßig, ich versuchte es mit kleinen Zetteln, Bruchteile eines gefühlten großen Ganzen, dass man nicht beschreiben kann, nicht einmal begreifen, keine Perfektion, wahrlich nicht, aber ein gutes, großes Stück davon.
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Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57 Links: ... Home ... Blogrolle (in progress) ... Themen ... Impressum ... Sammlerstücke ... Metametameta ... Blogger.de ... Spenden Archiviertes:
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