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Momentaufnahme

Schnee, wundervoller Schnee! 30 cm letzte Nacht. Die Temperatur ist auf -20 Grad gesunken. Die Kälte läßt alles glitzern. Der Wind nahm mir den Atem, aber ich habe mich beim Schaufeln aufgewärmt. Das ist das Leben!

Der Schneepflug kam heute nachmittag zurück und hat wieder alles zugeschoben. Mir war nicht klar, daß ich soviel würde schaufeln müssen, aber so komme ich wieder in Form. Wünschte ich würde nicht so Pusten und Schnaufen.


Schnee oder 30 Tage bis zum Nervenzusammenbruch

[Wenn man sonst nicht viel zu lachen hat.]
 
Do, 28.01.2010 |  # | (1170) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: schleichender wahnsinn



 

1442

Jeden Morgen Schneefall und immer die gleichen Spuren auf der Straße: Ein Auto, ein Fahrrad, ein Mann und ein Hund. Jeden Morgen verlassen voll getankte Schneemaschinen, gesteuert von wild entschlossenen Schneemaschinenfahrern, den Hof des kommunalen Schneeräumdienstes und auch die Söldner der privaten Schnee- und Eisentfernerprofis machen sich auf ihren langen, anstrengenden Weg zum aus-rutschenden Kunden. Hinein in den kalten Morgen. Hier, irgendwo im Osten.

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Bad hair day

Schon am Klingeln des Telefons erkannte er, dass dieser Anruf nichts Gutes bringen wird. Hallo, sagte er, seit zwei Wochen war hier keine mehr Sonne mehr zu sehen, also lassen wir es langsam angehen. Und doch entwickelte sich ein düsteres Gespräch, gespickt mit vorwurfsvollen Hättettettets und auch ein paar "sollen" und "müssen" wurden eingeworfen, bis der Telefonhörer auf das Telefon flog und der Mann aus dem Fenster schaute, in das grauenhafte Grau dieses grauenhaften Januartages im grauenhaften Berlin. Nun ja, sagte er sich und schrieb ein paar Zeilen, die, wie ihm wohlmeinende Menschen bestätigten, mehrere Nägel zugleich auf den Kopf trafen, aber es waren eben nicht sieben auf einen Streich. Ein toller bad hair day, dachte er sich vor dem Einschlafen, fing schlecht an und ging beschissen zu Ende. Und so versank er in einen tiefen Schlaf und er träumte von Einstweiligen Verfügungen und Klageschriften und Excel-Tabellen, die sich nicht öffnen ließen und steuerte so durch die Nacht in den nächsten Tag hinein, der mit Schneefall begann.

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Ob dieses Jahr das Jahr des AAL (andere arbeiten lassen) wird? Man verkommt ja auch schnell mal zum Sklaven, selbst wenn man seit Jahren nicht mehr Praktikant ist.

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Sich wie ein Kind fühlen. Und sagen: Ein bisschen krank sein, das wäre okay. Ein kleiner Schnupfen, vielleicht, nicht mehr. Aber meistens wird es mehr und sowieso wünscht man sich doch nicht, krank zu sein. Auch nicht ein bisschen.

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Entscheidung über das Unterlassen oder Beenden lebensverlängernder Maßnahmen - Man bekommt so einen Packen Papiere in die Hand gedrückt, ohne Vorwarnung, aber verziert mit einem schicken Winterbildchen und dann liest man sich das alles durch, was man unterschreiben soll und denkt: Können wir nicht im Frühjahr darüber reden oder doch besser im Sommer? Wir setzen uns unter einen Baum und reden und es ist warm, vielleicht trinken wir dazu ein Glas Wein und all das, was in den Papieren steht und das, was dahinter steckt, ist weniger schwer zu ertragen, als jetzt, in diesem blöden grauen Januar. Als wäre der Gedanke an den Tod im Sommer weniger schwer als im Winter. Dass Leben im Prinzip nur aus Verantwortung besteht, hat mir vorher auch keiner gesagt.
 
Mi, 20.01.2010 |  # | (816) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

eLesen

Am Verrücktesten, denke ich manchmal, sind die E-Buch-Freunde, die immer so supercheckermäßig lächeln, sobald jemand "Haptik" sagt. Wie peinlich, dass jemand eine Immaterialität anfassen will! Ich denke mir dann immer, sollen sie doch mit einem Turingtest vögeln.

Peter Praschl - Lesen, Schreiben [1]

Ein weiteres hartnäckiges Argument für das eBook: Man muss sich die Zimmer nicht mehr mit Bücherregalen voll stellen. Ich weiß ja auch gar nicht, was Feng-Shui-Berater oder hypermoderne Inneneinrichter zu Bücherwänden sagen, wahrscheinlich passen Bücherregale - ob nun Ikea-Billy, selbstgezimmerte Rohholzbauten oder Opas altes Echtholzbüchermöbel aus dem vorletzten Jahrhundert - überhaupt nicht in moderne Wohnkonzepte oder stören den Feng-Shui-Energiefluss. Dieses ganze gesammelte Wissen.

Ein eBook-Reader befreit den Menschen doch endlich vom schrecklichen Bücherregal, ohne ihn des Lesestoffs zu berauben, ist doch supi. Natürlich fragt sich der Familienmensch, der nicht allein lebende Single ist - aber vielleicht ist der ja auch schon Randgruppe? - welche Vorteile das eBook rein familientechnisch bringen soll. Es kommt ja selten vor, dass alle Familienmitglieder gleichzeitig an einer Schwarte sitzen und sich gegenseitig vorlesen. Ach so, verstehe. Da sind dann mehrere Exemplare anzuschaffen, das kommt ja auch der Wirtschaft zugute, nicht. Wir kaufen also vier schicke eBook-Reader, weil wir ja alle leider noch irgendwie lesen, das macht dann runde 1.300 Euro, gibt es da eigentlich Rabatt für Massenbestellungen? Und dann müssen auch noch die ganzen vorhandenen Lagerbestände an Lesematerial nachgekauft werden? Oder fährt man die ersten fünf Jahre zweigleisig, schleppt Buch und Reader überall mit hin? Oder kauft man sich doch lieber für das Geld zwei- oder dreihundert echte, papierne Bücher?

Und ich stelle mir das dann so vor, wie man abends mit den Kindern im Bett rumlümmelt und neben der Gute-Nacht-Geschichte kann man noch ein bisschen im Internet rumsurfen, denn so ein eBook-Reader ist doch sicher nicht nur schnöder eBook-Reader, sondern eine Multimediamaschine, mit youtube und facebook und twitter und diesem ganzen Zeug, das ist ja alles ein Muss, heutzutage, und dann zeigt man den Kindern die Erwachsenenfassung der Odyssee und die entdecken, was man mit Sprache alles anstellen kann, was ja insgesamt gesehen dann doch gar nicht mal so schlecht ist. Unentschieden, denke ich, man muss die Sache weiterhin beobachten.

[Angesichts dreier Umzugskisten, voll gepackt mit meiner gesamten Kindheitsliteratur, die einem Wasserschaden zum Opfer fielen, müsst ich wohl umgehend und ausschließlich positiv dem eBook gegenüberstehen, aber.]
 
Fr, 15.01.2010 |  # | (1107) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: verstaendnisuebung



 

Moment mal

Mit jemandem reden und draußen ist es grau und kalt und diejenige sagt etwas über Roger Willemsen und man sagt "Hallo, na, aber hallo, mein liebes Fräulein, das finde ich gut." und geht dann zurück, an seinen Desktop, den man zu beackern hat, ein prall mit eintreffenden Mails gefülltes Endlosfließband, während draußen die Stadt im endlosen, kalten Grau versinkt, aber sie hatte recht, mit dem was sie sagte, obwohl ich Roger Willemsen gar nicht kenne.
 
Do, 14.01.2010 |  # | (798) | 1 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogosophie



 

1435

Der Drei-Tage-Bart offenbart das Erscheinen dreier grauer Haarstoppel am Kinn. Nun ja, auch dies lässt sich nicht ändern, färben würde ich allerdings nicht, das wäre affig.

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Mit den Kindern durch den Schnee stapfen, anders kann man sich ja nicht mehr fortbewegen, nur noch stapfend durch das Schneemehl bewegen, das hat so ein bisschen was von Strandspaziergang. Der Große übt noch einmal für ein Diktat und fragt sich, was das eigentlich soll. Der Vater kann dazu natürlich einen Vortrag halten, denn seit Beginn seines Lebens war er in Obhut fähiger Pädagogen und weiß deshalb den unschätzbaren Wert von Wissen zu schätzen. Es macht doch schon einen Unterschied, hört man ihn sagen, ob du dich mit jemanden auf dem "Ey, Mann, Alter." - Niveau unterhältst oder dich einem reichhaltigem Wortschatz bedienen kannst, um von deinen jüngsten Abenteuern zu berichten. Sprache und Mathematik, wenn man es sich recht überlegt, kommt man, sofern man beides gut beherrscht und in der Lage ist, die Dinge anzuwenden und zu verknüpfen, recht weit im Leben. Auf dem Weg zurück, ein Stück von Pantha du Prince auf dem Ohr, schimpft der Vater ein wenig mit sich selbst, weil er sich soeben genau so anhörte, wie die fähigen Pädagogen, in deren Obhut er sich fast zwanzig Jahre lang befand. Das versteht man wohl unter Sozialisation.

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Dinge, die zu bedenken sind und die einem gleichzeitig die Luft zum Denken nehmen.

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Was man beim Durcharbeiten des eigenen Postfachs alles findet: Fast vergessene Konversationen mit fast vergessenen Menschen. Schön war es, schön ist es, noch schöner könnte es sein, wenn man nicht, ach, wenn man doch nur nicht, nun ja, Schneeschippen ist ja auch kein Mannschaftssport. Kinder, werdet nicht wie euer Vater, werdet wie eure Mutter, dann wird alles besser, möchte man ihnen zurufen.

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Im Winter anfangen, ein Spiel namens "Neverwinter Nights" zu spielen, das hat doch was. (Teil Zwo)

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Sie sagte dann, dass sie es schrecklich fände, Bäume zu pflanzen, nur um diese später als schnöde, temporäre Schmuckstücke im Wohnzimmer zu nutzen, so etwas könne sie nicht unterstützen. Mit der gleichen Begründung müssten Sie, rein theoretisch, auch Vegetarierin sein, antwortete ich ein wenig verwundert. Nein, sagte sie, dafür liebe ich meinen angebratenen Speck viel zu sehr. Nun ja.

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Kundin S. erfreute Herrn Prof. Dr. Schönheit mit der einfachen Feststellung ich wollte mir einen neuen Skin zulegen ungemein, war sie doch die erste Kundin der Praxis für kosmetische Chirurgie im neuen Jahr und sie sah so aus, als würde sie mehr als nur ein Mal ihren Kopf durch die den Türspalt der schweren Holztür stecken, nur um mal zu schauen, ob es etwas Neues gebe.
 
Mi, 13.01.2010 |  # | (614) | 6 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

The day after Jahrhundertwinter

Tür auf, Schnee weg, Tür zu. Tür auf, Schnee weg, Tür zu. Zum siebenunddreißigsten Mal schiebe ich nun dieses Zeug durch die Gegend, dachte er sich, als er mal wieder mit dem Schneeschieber durch die Gegend stapfte, als wäre er der Weihnachtsmann persönlich, hohoho, drauß vom Walde da komm ich her und so weiter. Rote, tropfende Nase, rote Wangen, rote Hände und das soll gesund sein? Haben Sie sich das genau so vorgestellt, hmm? - fragte die vorbei stampfende Nachbarin, mit zitterndem Hündchen an der Leine. Klar, knurrte er und schippte weiter im Takt. Und links und rechts und links und rechts, die manuelle Schneemaschine in vollem Einsatz. Schichtenwasser, schönes Schichtenwasser. murmelte er dabei im Unterton der bösen Königin, die Schneewittchen vergiftete Gürtel oder so etwas in der Art verkaufen möchte. Der Lehmboden wird sich freuen, wird getränkt mit tausenden Kubikmetern Tauwasser, irgendwann, nachher mal. Bekloppt, Schnee schieben und dabei an Tauwetter denken. Am Abend dann - auf dem freigelegten Weg haben sich weitere fünf Zentimeter Neuschnee eingefunden - schaute er andächtig aus dem Fenster und sagte leise: Und dennoch, es geht nichts über einen schönen Wintertag
 
Mo, 11.01.2010 |  # | (452) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

Triangle walks

an der straße

Fever Ray - Triangle Walks
 
Do, 07.01.2010 |  # | (771) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blickpunkt



 



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Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57


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