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Mit Sport ins neue Jahr

Irgendwann, zu später Stunde, festgestellt, dass Golf der Sport meiner Wahl zu sein scheint. Zum ersten Mal eines dieser neumodischen Sportbretter für die Spielkonsole bestiegen, das Abschlagspiel gewählt und aus dem Stand als "Champion" bezeichnet worden. Soso, sage ich, zu später Stunde, vielleicht auch etwas angeheitert, wenn wir dann, Frau Liebste, den Kindern den Laufpass ins Erwachsenenleben gegeben haben, begleitest du mich dann auf die Range? Bist du dann mein fairway-groupie? Ich versprach auch, mir nicht unbedingt Tiger Woods als Vorbild zu nehmen, Bernhard Langer dürfte vorerst ausreichen. So erntet man mitleidiges Lächeln, zu später Stunde. Heute dann die erste Golfstunde für die Kinder, mir fehlt nur noch der karierte Westover und so ein dämlicher Sonnenschutz.
 
Mi, 06.01.2010 |  # | (931) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: schleichender wahnsinn



 

Wmuws*

(*Wmuws - Was man unbedingt wissen sollte)

Für den kleinen Wissenshunger zwischendurch:
  • Der Donnerstag wurde nach "Thor", einer germanischen Gewittergottheit, benannt. Ich kannte sogar mal einen Menschen, der einen thorischen Hammer um den Hals hängen hatte, keine Ahnung, ob der wusste, dass der Donnerstag nach dieser alterwürdigen nordischen Hauheit benannt wurde, auf jeden Fall wollte er mir immer etwas aus der Edda vorlesen, was mich sofort langweilte. Deshalb kenne ich den auch nicht mehr. (Link)
  • Auf den Donnerstag folgt der Freitag, auf Blitz und Donner folgt weiblicher Sanftmut, denn auch der Freitag wurde nach einer germanischen Gottheit benannt, genauer nach der Göttin der Liebe und der Ehe: Freya. Nun denn. (Link)
  • Der Begriff "zwischen den Jahren" war mir lange kein Begriff. Der Kinderradiosender der Kinder machte darauf aufmerksam, dass es sich bei diesem Begriff um eine alte christliche Redewendung für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr handelt, was ich als Agnostiker natürlich nicht wissen kann. (Link)
  • Mit jeder Packung des Recyclingpapiers, auf dem so manch halbnützlicher Schwachsinn aus meiner Feder gedruckt wird, werden im Vergleich zu stinknormalen Frischfaserpapier angeblich 79,4 Liter Wasser, 16,3 kWh Strom und 7,5 kg Holz gespart.
  • Sparsame Haushalte, unfähige Banker - Vielleicht auch etwas, mit dem man sich in 2010 weiterhin beschäftigen sollte.

 
Di, 05.01.2010 |  # | (727) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: verstaendnisuebung



 

1425

Happy new year.

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Die Spanferkelschulter am heiligen Abend, der Schnee, der im Regen zur Eisbahn wurde, ein Mann mit Bart und rotem Mantel, der an die Haustür klopfte und schüchtern das Wohnzimmer betrat, in dem schon leuchtende Augen auf ihn warteten, er wirkte etwas unsicher, merkwürdig zerbrechlich, als wäre er schon furchtbar alt und müde. Nur die Kinder gaben alles, hatte sich gut vorbereitet. Gänsekeulen, Rotkohl, Klöße, nie verschwendet man seine Zeit besser, als an den Weihnachtsfeiertagen, die sich traditionell bis zum ersten oder zweiten Januar hinziehen, vor allem, wenn dann immer noch Schnee liegt. Man wird dann altmodisch und traditionell, als müsste man an dem Alten festhalten, um das Neue ertragen zu können: blaue LED-Blinklichter an goldenen Weihnachtsbäumen, Life-Twitter vom Bescherungsevent oder auch aus dem Bowlefass am Silvesterabend, eine Spielkonsole für die ganze Familie unterm Weihnachtsbaum (dieser echt und schön) undsoweiter.

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Das Lachen der Kinder zum alljährlichen "Dinner for one".

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Schneeschieben am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen. Das habe ich schon als Kind gerne gemacht, nur ohne den Schmerz in der Schulter hinterher. Das nennt man dann wohl Lauf der Zeit.

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Wo genau ist der Unterschied zwischen einem Roman, der von fremden Welten erzählt, durch die man erfundene Protagonisten begleitet und einem Rollenspiel, das von fremden Welten erzählt, durch die man erfundene Protagonisten selbst lenkt? Was, wenn man sich nicht hinsetzte um einen solchen Roman zu schreiben, sondern sich hinsetzte, um einen solchen Roman zu programmieren?

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Immer wenn jemand in meiner Nähe Nackscanner sagt, denke ich an den Stiernacken vom Flughafen Tegel, der mich berlinerisch nett darauf hinwies, dass meine Flüssigkeitenverpackungstüte doch soundsoviel Millimeter zu klein wäre, mich dann aber mit fast zahnlosem Grinsen weiterziehen ließ. Wie würde sich dieser Stiernacken wohl am Nacktscanner benehmen?

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Überhaupt ist doch die Frage, welche die nächste Eskalationsstufe ist, die der vermeintlich zivilisierte Westen erreichen wird, wenn wieder einmal ein Verrückter irgendwas oder irgendjemanden in die Luft sprengen will? Bekommt man dann spezielle Flugkleidung, darf weder Sachen noch sonstiges Handgepäck in den Flieger nehmen und ein Flugbegleiter liest laut aus der Bild vor? Nun ja, werden wieder einige sagen, ist ja für unsere Sicherheit und ich habe nichts zu verbergen.

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Heute morgen, beim Vögelgezwitscher, an den Frühling gedacht.
 
Mo, 04.01.2010 |  # | (458) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

Abschied, jetzt schon

Müde, ausgebrannt, ein brennendes Gesicht, ein Kloß im Bauch und ein Packen irgendwie mal oder auch nicht bearbeiteter Papiere, allgemeine Lustlosigkeit, Jahresendfaulheit. Es gibt wichtigeres als. Als so vieles. Und schon gar keine großen Worte mehr finden wollen, nur noch so viel: Ich wünsche Ihnen ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in das neue Jahr, das ja bekanntermaßen mal wieder super wird.
 
Mo, 21.12.2009 |  # | (572) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

Übergang

Ja, der Übergang von virtuell auf analog funktioniert am Ende so: Man betritt den abgedunkelten Raum, der am 16. Dezember um diese Uhrzeit überhaupt nicht abgedunkelt sein müsste, weil die Erde eben gerade nicht so zur Sonne steht, dass einem diese um halb sechs ins Gesicht scheinen wird. Man checkt Mails und Blogs und all diese zeitraubenden Dinge der virtuellen Welt und fragt sich jeden Morgen, warum man aufsteht und diese grundsätzlich unnützen Dinge checkt, also inspiziert, Morgenappell sozusagen, während andere noch im warmen Bett liegen und von schönen Dingen träumen. Schießt man sich wohl selbst ins Bein. Auf jeden Fall muss das Wetter-Widget gecheckt werden, es könnte ja sein, dass irgendwo in der Ferne Blizzards durch die Gegend streifen, um einen beim Verlassen der Hütte gnadenlos zu überrumpeln, dass man vielleicht eine dicke Mütze braucht oder doch eher die Badehose, in den Zeiten der Klimaerwärmung ist alles möglich. Leise rieselt der Schnee, behauptet das hypermoderne, bunte Wetter-Widget und man nimmt das so hin und pellt sich an, für einen ganz normalen Dezembertag. Und dann tritt man heraus in die weichende Nacht und riecht schon diese frische, kalte Schneeluft, man spürt, dass die Welt heute in Watte gepackt ist und dann macht man sich auf den Weg und sieht die kleinen weißen Kristalle fallen, weich und zart und kalt hüpfen sie einem auf der Nase herum und dazu hört man auch noch Musik aus der virtuellen Konserve und in einem drin wird es ganz warm und wohlig, weil man selbst unverbesserlicher Romantiker ist, der auf Schneegestöber unter Natriumdampflampen unglaublich steht und gar nicht anders kann, als diese Realität schön zu finden. An der Kurve stellte sich dann heraus, dass die Akkus vom Fotoapparat alle waren. Bleibt also nur das Gefühl des Romantikers beim Durchstapfen des ersten ernst gemeinten Schneefalls, den das bunte Wetter-Widget im abgedunkelten Zimmer angekündigt hatte.
 
Mi, 16.12.2009 |  # | (668) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: reality blogging



 

1405

Der Mensch, der einen mit einem Blick durchschaut, der nur einen Blick werfen muss und Bescheid weiß. Wie macht der das nur? Man selbst schafft ja mal ab und zu Situationen, in denen man die Dinge, die kommen werden, erahnen und richtig voraussagen kann. Aber jemand, der das ständig macht, der auf den ersten Blick Bescheid weiß, wie er agieren und reagieren muss, um am Ball zu bleiben, ist mir unheimlich. Erfolgreich, aber unheimlich.

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Jedes Jahr, zur Weihnachtszeit, legen die Kinder eine unglaubliche Hyperaktivität an den Tag, dass man sogleich zu bewusstseinsverändernden Kinderdrogen greifen möchte, es aber lässt, weil die Kinder nun mal Kinder sind, die ihr kleines Leben in diesem Werte verachtenden Konsumterror fristen müssen und wir sind daran nicht ganz unschuldig ("Wir alle!"). Man könnte sie natürlich in den Keller sperren oder in einen einsamen Wald verbringen, in dem die nette Hexe sie am Knusperhäuschen knuspern lässt, bis die Tannenbäume endlich wieder aus dem Wohnzimmer fliegen und man sich genüsslich dem weniger bunten und schrillen Nachweihnachtsleben widmen kann. Aber auch das ist keine Lösung. Backen wir also Plätzchen, das hat doch schon die Uroma gemacht, das ist bodenständig, Handarbeit am süßen Teig, warmer Duft erfüllt die Stube und der Konsum bleibt einfach mal draußen vor der Tür, muss bis zum nächsten Tag warten, denn da ist verkaufsoffener Sonntag, yippieh.

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"Eine gute und eine schlechte Nachricht: Wir haben den Champagner-Rekord geknackt und ich habe mein iPhone verloren." - Was?

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Rammstein hören und für gut befinden. Kitschigerweise habe ich mich sogar gänsehautmäßig beseelt gefühlt, obwohl ich erst dachte, dass diese Mischung aus rollendem "R", Metallica für Ostdeutsche, so eine Art Böhse Onkelz für politisch nicht ganz so korrekte, aber auch nicht ganz Nazizypen, nichts für mich wäre. Manchmal muss man sich die Dinge einfach mal eingestehen. Ich mag "Liebe ist für alle da", genauso wie Zeit vernichtende Computerspiele, dicke Bücher, die Familie (unter dem einen Dach) oder auch Streuselschnecken (schlecht für die Figur).

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Sich immer wieder sagen: Die kochen auch nur mit Wasser, gehen aufs Klo und auch der Zahn der Zeit nagt an ihnen, auch wenn sie so tun, als stünden sie über den Dingen.

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2010 wird mal wieder alles anders.
 
Mo, 14.12.2009 |  # | (682) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

1403

Zuckerschock vom Kekse backen, dicker Kater vom letzten Abend, zu spät am Spielfeldrand erschienen (die Gralshüter der Vereinssatzung werden es vielleicht verzeihen) und gleich auch wieder ins Getümmel stürzen, da hilft doch nur noch Musik:


 
So, 13.12.2009 |  # | (452) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 



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Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57


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