pixel pixel



Verzehrstudie

Die Rebellion der Dicken: Protestfressen beim König der Burger. Den dazugehörigen Protestsong "Ick fress Burger!", eine leicht modifizierte Coverversion eines bekannten Ärzte-Songs, können Sie demnächst über mein MySpace-Profil herunterladen. Guten Appetit!
 
Do, 31.01.2008 |  # | (667) | 3 K | Ihr Kommentar | abgelegt: schleichender wahnsinn



 

721

Sich mit sich selbst langweilen. Obwohl, langweilen ist auch nicht das richtige Wort. Übersättigung, vielleicht. Ja. Diese kurze Fahrt mit dem Zug, mit dem Rücken in Fahrtrichtung sitzend, das war mal was anderes, eine Abwechslung und dann wurden Blicke ausgetauscht - verdächtig! Draußen war es aber grau und das Gesicht der Stadt hat sich seit der letzten Vorbeifahrt nicht verändert, ja, erstaunlich: Mehr als zehn Jahre alte Graffitis lächeln mir zu, wie alte Bekannte, jedes einzelne habe ich registriert und abgelegt, manche sogar abgezeichnet, irgendwo in einem alten Notizbuch schlummern diese Überreste. Und dann: Alexanderplatz. Weltzeituhr. Menschen. Übersättigung. Langeweile. Graues Gefühl.
 
Do, 31.01.2008 |  # | (437) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

Cats and Dogs

"Katzen? Hunde? Scheiße? Schon den ganzen Tag regnet es dieses infernalische Grau vom Himmel und gestern auch schon und vorgestern. Verdammter Mist."

Win saß auf seinem Bürostuhl, eher lag er, die Beine hatte er auf dem Fensterbrett abgelegt, kaute nervös am Bleistift, murmelte vor sich hin und schaute dabei durch das mit Regentropfen übersäte Fenster seines Büros in den verregneten Himmel. Wo blieb die verdammte Sonne? Warum schneite es nicht wie verrückt? Schneestürme sollten das Land einwickeln, Ausnahmezustände sollten erklärt werden, ein paar handfeste Stromausfälle wären auch nicht schlecht. Massenpanik, Katastrophenalarm, Jahrhundertwinter, da muss doch mal Bewegung rein. Aber nein, alles versinkt in dieser mittelmäßigen, grauen Masse, die Welt steht am Abgrund.

"Win, es sieht wirklich schlecht für uns aus."

Na, die hatte gut reden. Es sieht beschissen aus, hatte er im Stillen gedacht, als die Chefin heute morgen mit sorgenvoller Miene in der Tür stand. Aber so ohne pc darf man das ja nicht sagen, wer weiß, welche bösen Geister man mit dieser unbequemen Wahrheit rief, Geister, die man später nicht mehr los würde, Heuschreckenplagen lauerten an jeder Ecke. Aber waren die nicht schon längst da? Die Heuschrecken? Saßen die nicht gerade im conference room und bekakelten mit der Chefin Dinge, von denen, wenn man es genau betrachtete, nur einer wirklich Ahnung hatte und das war er? Ja: Bei Kaffee und Gebäck saßen sie dort, in einem überhitzten Raum, mit zugezogenen Fenstern, eingetaucht in sprödes Neonlicht bewarfen sie sich mit leeren Worthülsen, tauschten ihr Unwissen oder noch schlimmer: ihr Halbwissen aus, der ganze Raum erfüllt von hohlen Wortgebirgen, Dummheit waberte durch die stickige Luft, erdrückend, und im Prinzip ging es doch nur um eine Sache, um etwas, von dem nur er etwas verstand: Geld. Wenn es um Kohle ging, konnte hier niemand Spaß verstehen, vor allem nicht Win und deshalb konnte er nicht verstehen, dass sie ihn bei der ganzen Geschichte außen vor ließen, gerade ihn, der doch genau wusste, wie der Hase läuft, welche Hebel man in Bewegung setzen musste, um den Springbrunnen wieder zum Laufen, die Oase wieder zum Erblühen zu bringen. Und nachher kommen sie wieder alle an, ja, schreiben seitenlange Mails, voller Vermutungen und Behauptungen oder sie rufen an und kauen einem das Ohr ab, stellen Fragen, deren Antworten schon längst feststehen, reden, reden, reden, bis zum Erbrechen. So war das schon immer hier.

"Liz, Baby, hast du Zeit für mich? Komm, wir treffen uns nachher und dann machen wir einen drauf, nur du und ich."

Natürlich hatte sie keine Zeit. Er nahm es ihr nicht krumm, nein, allerdings hatte in letzter Zeit eine Menge Leute keine Zeit mehr für ihn. So ist das heute wohl. Man malocht sich die Seele aus dem Leib und alles andere bleibt auf der Strecke. Haben Sie schon eine Riester-Rente? Brauchen Sie auch gar nicht, Sie sind schon vorher tot oder können am Ende nur mit irgendeiner staatlichen Hilfe leben oder besser: Überleben. Irgendwie. Win holte eine Zigarette aus der Schachtel, die in der Brusttasche seines Hemdes steckte, und wollte sie sich anzünden. Ach, stimmt ja, fiel ihm ein, auch das war ja inzwischen verboten. Am Ende verbieten sie einem noch das Furzen im Büro, das schädigt bekanntlich das Raumklima, Furzen ist überhaupt unglaublich schädlich, macht das Weltklima kaputt, es sollte gleich ganz verboten werden. In jeden Lebensbereich wollen sie eingreifen, alles soll staatlich geregelt werden, Freiheiten werden unter fadenscheinigen Argumenten eingeschränkt, am Ende ist man nicht mehr Herr seiner selbst, wo ist denn da noch der Unterschied zur Diktatur?

Man sollte etwas auf die Beine stellen, dachte sich Win, schüttelte aber gleich wieder den Kopf, ja, was denn auch? Banküberfälle, Entführungen von Kindern bekannter Großindustrieller, Schmuggel, die gute, alte Kriminalität, das machen doch nur noch die Dummen. Die schlauen Füchse hacken sich mit Viren oder Trojanern irgendwo ein, erleichtern Banken um Milliarden und sitzen dabei in irgendeiner abgefuckten Kaschemme in der hinterletzten Provinz, lachen sich ins Fäustchen und verschwinden irgendwo im Datennirvana, unauffindbar. Scheiße, ist das schlecht. Mit unsicheren Fingern fischte er sein Handy aus der Hosentasche und blätterte im Telefonbuch. Wen konnte er denn überhaupt noch anrufen? Mit wem konnte man noch was aufstellen? JJ. Ja, jam ja. Der konnte Geschichten erzählen, der alte Penner. Geht regelmäßig in eine alte Nazikneipe, nur um sich mit den Idioten anzulegen, ja, mit dem konnte man noch was erleben. JJ, dachte Win, den werde ich anrufen, da geht noch was.
 
Mi, 30.01.2008 |  # | (1383) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: Schreib mal wieder



 

...

Und heute morgen twitterten die Vögel schon so wunderbar frühlingshaft.

[Welt 2.0]
 
Di, 29.01.2008 |  # | (469) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: schleichender wahnsinn



 

Vereinzelt

Ich weiß nicht. Also eine Spur von Null-Ahnung. Vorteil: Man kann noch eine Menge lernen.

#

Dieser Anflug von Fußballbegeisterung, woher kommt denn das nun schon wieder? Es lebe der Sport und nun wird gegen den Ball getreten. Drum herum fanatische Mütter, die Väter eher gelassen - für die ist das doch noch Kinderkram. Kinder sind auch so etwas wie Extremsport, jahrelang.

#

Koch weg oder nicht. Nicht, dass es mir egal wäre, nein, nein, nein. Hauptsache ist! Verstehen Sie? Nein? Also bitte, regieren Sie r e a l i s t i s c h e r. Eine Hoffnung.

#

Schmidt raucht öffentlich! Hat er Visionen? Sagte er Jehova, etwa? So scheint es, also: Steinigt ihn! Auf den Poden mit dem Purchen. Ja ja, Rauchen ist so mit die furchtbarste Sache der Welt, aber wissen Sie, mein Opa starb an Lungenkrebs und dabei hatte er sich niemals nie nen Glimmstengel angezündet. Was solls, mit Radikalitäten ist zunehmend zu rechnen, nicht nur beim Wetter.

#

Durch Zufall: Das Leben irgendwelcher Milliardäre. Nun ja, das ist ein Leben, sag ich Ihnen. Sollte ich nun neidisch sein und leise vor mich hin weinen oder doch lieber dem noch laufenden Sudoku-Spiel hingeben, jetzt da die Lektüre des einen Buches abgeschlossen ist? Oder sollte ich mich in die Badewanne begeben und darüber nachsinnen, ob es erstrebenswert wäre, eine 250 Millionen Dollar Farm zu besitzen? Ganz zu schweigen von den vielen vielen anderen Immobilien, die man sowieso selten sieht? Was sagst du? Interessiert dich auch nicht? Aber, das ist doch, ach ja, RTL, stimmt ja, da wird mit krass konkreten Summen um sich geworfen und der arme Schlucker verzieht sich vor lauter bling-bling in ein Armeneckchen zwecks Neidausübung. Ja, dieses schwierige Sudoku-Spiel, diese Wahl fiel ja nun wirklich nicht schwer.

#

Den Spaß am Bloggen muss man sich auch erarbeiten, manchmal. Und da wären wir wieder bei der Neiddebatte.

#

Vorsicht, im Augenblick ein wenig jähzornig und unausgeglichen.
 
Mo, 28.01.2008 |  # | (452) | 6 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

...

Der erste Gedanke des Tages: Urghs. Aber nein, alles nicht so schlimm, kann überwunden werden, ist zum Teil schon überwunden. Überwinden überhaupt: Ein Stichwort! So manchem (hier) Zuspruch zukommen lassen wollen, in einer Form Anteil nehmen, aber sind Blogs überhaupt der richtige Ort dafür? Vielleicht. Sonst würde sie wohl niemand mehr befüllen. Also lass ich jetzt mal singen, ohne weiteren Kommentar, schon gar keinem direkten, denn dafür fehlen mir oft die richtigen Worte, kleben mir wie Honig zwischen den Ohren. Fühle sich bedacht, wer mag, es ist mir ein Stück Herzensangelegenheit.
 
Fr, 25.01.2008 |  # | (457) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: melancholie



 

Hank

Der alte Schwindel von einem Wissen, das gar nicht wirklich existiert und deshalb mit dem Tarnanstrich einer hochgestochenen Terminologie daherkommen muss. Eigentlich wurde da doch die meiste Zeit nur von Dingen geredet, die überhaupt nichts zu tun hatten mit mir.

Bukowski. Ein Zufallstreffer beim Streifzug durch das Kulturkaufhaus, ich war noch unwissend und er mir nur vom Hörensagen bekannt. Es stellte sich heraus, dass genau dieser Bukowski einer der wenigen ist, die mein Interesse an einem Text am Laufen halten können, einer, mit dem auch noch nach der dreihundertsten Seite nicht gekämpft werden muss, einer, der auf den Punkt kommt, vielleicht nicht immer verständlich in seiner Radikalität oder nachvollziehbar, aber es ist wohl genau diese Brutalität, die mich so stark anzieht und fasziniert (ein gefühlter Wert; Satzbau, Grammatik oder Ausdruck interessieren mich nicht, mich interessieren Bilder, Gefühle, Situationen - ich bin kein Kritiker, ich bin Konsument).

[Mit in der Reihe: Flaubert, Benn, Fante, Lottmann (wirklich) und zwei bis drei Blogs, deren plötzliches Verschwinden mich in schlaflose Nächte blogistische Abgründe stürzen würde - ich hab mir das doch nicht alles ausgedruckt.]
 
Mi, 23.01.2008 |  # | (794) | 4 K | Ihr Kommentar | abgelegt: lesereise



 

Experte


 
Mi, 23.01.2008 |  # | (1026) | 6 K | Ihr Kommentar | abgelegt: bilder erklaeren die welt



 

...

Was haben wir gelacht. Obwohl der Anlass dies ja gar nicht hergab. Die heilenden Wunden versorgt und sich dabei über Kotzebue lustig gemacht, später allerdings gemerkt, dass eigentlich Kahlbutz gemeint war. Trotzdem.

[Tägliches Staunen über alles und versuchen, das kindliche zu bewahren. Dies ins Blog hinein schreiben, um immer daran erinnert werden zu können.]
 
Mi, 23.01.2008 |  # | (641) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: kinder kinder



 

...

Wien. Mit dem Flugzeug, nicht mit dem Zug, wie ich es mir erhofft hatte, wollte ich doch alle Folgen der Serie "Twin Peaks" während der Fahrt schauen, zum ersten Mal, bei Erstausstrahlung hatte ich ja alles verpasst und später interessierte es mich nicht mehr. Aber jetzt. Mit dem Rollköfferchen quer durch die Abfertigungshalle, unüblicherweise mit Krawatte und in edlem Zwirn, Gewichtiges lag also in der Luft. In Wien arktisgrauer Himmel, klirrende Kälte und Eisberge im Prater. Ein kleinerer Herr mit schwarzem Haar, aus dem der schon von weitem erkennbare negativ markante Joop-Herrenduft strömte, machte mich in rheinischem Dialekt darauf aufmerksam, dass ich am falschen Ort gelandet sei, ich doch eher nach Leipzig müsse und er schon die Fahrkarten für den Zug dabei habe. Kann man "Twin Peaks" auch auf dem iPod-Touch schauen, fragte ich ihn. Der Zug gehe erst morgen früh, sagte er verwirrt, vorher müsse ich noch auf eine wichtige Lesung. Ich würde gern etwas von Kid37 vorlesen, sagte ich, worauf er mich mit verwirrtem Blick darauf hinwies, dass es sich um eine Karnevalsveranstaltung handele. Darum ja, sagte ich. Aufgewacht.
 
Di, 22.01.2008 |  # | (825) | 4 K | Ihr Kommentar | abgelegt: auf der borderline nachts um halb zwei



 



pixel pixel



(geborgt bei flickr)


Online seit: 08.02.2006
Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57


Links:

... Home
... Blogrolle (in progress)
... Themen
... Impressum
... Sammlerstücke
... Metametameta

... Blogger.de
... Spenden

Archiviertes:

April 2026
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 


Suche:

 









pixel pixel
Zum Kommentieren bitte einloggen

Layout dieses Weblogs basierend auf Großbloggbaumeister 2.2

pixel pixel