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...Es macht auch keinen Spaß, morgens um 5.00 Uhr mittels einer Zentrifuge seinen Hämatokritwert zu messen...* Meint ihr, es macht Spaß, sich jahrelang auf dem Hometrainer einen abzuhecheln, dreimal in der Woche Spinning-Kurse zu besuchen und gleichzeitig jede müde Mark in den Sparstrumpf zu stecken, nur um sich irgendwann so ein Rennmaschinchen zum Treten leisten zu können, um dann wiederum wie ihr, ihr vermeintlichen Helden vom Mont Ventoux, bei 40 Grad über irgendwelche Bergriesen zu holpern, obwohl man kein Wort französisch sprechen kann? Meint ihr, das macht Spaß? [Ja, ja, ja, irgendwo hatte man ja noch dieses klitzekleine Stückchen Idealismus, das nun auch noch begraben wird. Ich schau demnächst nur noch Tierdokumentationen.]
Sexy Girl, ist ja schon Sommer, im Frühling, da kann man das ja hören und sehen. Bin ja auch nur nen Mann.
Meer, Meer, Meer und ein paar Steine Eisessen mit der Liebsten am Potsdamer Platz, die Oranienburger Straße hoch und runter und dann die Schweißperlen in der nicht klimatisierten Straßenbahn trocknen, Zeitung lesen, während einem der Schweißgeruch anderer in der Nase brennt und ein paar Straßen away from my home is my castle messerstechen sich ein paar Motorradgangster, Höllenengel und Banditen, ein Polizist haut sogleich auf die Pauke und in der U-Bahn bellt ein Typ halbnackten Frauen hinterher. Willkommen in Berlin, willkommen zurück, ach könnt ich nur, ach nein, so ist es auch ganz gut. Ich schaue am liebsten voraus und nicht nach oben, das kann man am Strand von Ahrenshoop ganz toll, nach vorne schauen und so ungestört zwischen Steinen und Muscheln und der Hund apportiert selbst Felsbrocken, aber ich will hier den Darß nicht loben, sonst wollen Sie alle noch da hin. Wenn man bedenkt. Ab und an dachten wir daran, uns einen heiligen Damm zu bauen, ohne Zaun und dem ganzen Trara, über uns Jagdflugzeuge, auch mal im Tiefflug, obwohl wir doch recht weit weg waren und dann verbrannten wir uns die Gesichter. Das tat weh, aber ist auch ein wenig Souvenir, Zeugnis immer noch vorhandenen kindlichen Ungehorsams gegenüber elterlichen Worten von damals: Immer eincremen, wenn ihr in der Sonne seit. Nö. Vergessen. Toll, toll, toll möchte ich nun täglich rufen, in Erinnerung an Vergangenes, aber das wäre ja fast zu überschwänglich, Ostsee raus, Alltag rein und demnächst mal wieder Meer für ein ganzes Wochenende? Alles möglich, im Osten ist ja nicht nur Untergang, auch wenn der Besuch eines Supermarktes in Ribnitz-Damgarten anderes anzeigte, ab und zu geht im Osten auch mal die Sonne auf und so ist der Lauf der Zeit, Lauf der Zeit, das spukte letzte Woche täglich durch meinen Kopf. Schwarz, weiß, ich mag es auch mal bunt, nicht zu sehr, aber trotzdem und damit kann ich auch Frau Schlüssis Frage wunderbar beantworten: Jein. Ich bin ja nicht jeden Tag gleich und deswegen auch nicht immer gut, mal liegen die Haare, mal nicht, heute Schmusebär, morgen Rumpelstilzchen, aber im Großen und Ganzen kann ich mit mir leben. Jetzt, also im danach, habe ich Ideen, die ich vorher nicht hatte, und Richtungen, neue vor allem, dafür war das also auch gut. Ich verbieg mich noch zu oft, fiel es mir so nächtens ein, beim Anblick des Sternenzeltes, ein wieherndes Hühühü im Hintergrund. Nein, weniger verbiegen steht jetzt also in meinem Muttiheft, virtuell natürlich und wenn Sie wirklich wissen wollen, wie es war, dann hören Sie sich doch "Ein Tag am Meer" von den Fantastischen Vier an oder irgendwas von 2Raumwohnung, leise, riesel, tröpfel, Schaum oder dieses eine Lied, ein Typ singt und auch eine Frau, englisch, aber erst einmal wird gepfiffen, ganz aktuell und ich hab keine Ahnung, wie das Ding heißt. Sachdienliche Hinweise?
Ein Bett im Rapsfeld Meine Güte, denke ich mir, was bin ich wieder launisch, mal hüh und dann doch wieder hott, das gibts doch gar nicht. "Schön, dass es dich gibt." - das hört man ja nicht so oft, aber gern, irgendwann wird so vieles normal und vorgestern sagte mir jemand: "Aber ich möchte doch nur gemocht werden." Ja, wer möchte das nicht, aber letztendlich ist das doch auch eine Sache von Geben und Nehmen und vielleicht sollte man da auch mal aufs Gleichgewicht achten, nich? Und manchmal klappt nicht einmal das. Allerdings stickte ich mir diesen Spruch gleich ins verknotete Taschentuch, denn wer klug spricht, sollte nicht Wein predigen und Wasser trinken oder anders herum und sich auch mal an den eigenen Zinken fassen. Berlin, na ja, immer kann man dich auch nicht leiden, also verzeih mir bitte, denn meine Seele verlangt nach blühenden Rapsfeldern mit einsamen, weit ausladenden Bäumen darin, unter die man sich legen kann und irgendwas zum weit in die Ferne schauen, das klingt jetzt vielleicht sprachtechnisch suboptimal, kommt aber von ganz dort drinnen und das ist doch wichtig beim Bloggen, oder? Herzblut und ein bisschen Kinderstube. Beschimpfungen und Dämlichkeiten hinter großen Toren, na ja, dieser Hinweis musste jetzt mal sein, bei solchen Dingen bekomme ich Sodbrennen und wenn ich Sodbrennen bekomme, stößt mir so einiges übel auf und meine Laune, na ja. Häuserschluchten good bye, ihr engt mein Blickfeld ein und dann noch diese Leute in der Straßenbahn, Bier und Schweißgeruch und dann noch dieses nutzlose Gerede, Geschwätz möchte ich es nennen, wo ich wieder bei den Blogs bin, na ja, nicht bei allen, ich will meine Ruhe haben und Musik. Überhaupt Musik, höchstens noch schöne Fotos lassen mich so schön schwingen und tüürüülüü durch die Gegend schweben, Musik schafft bei mir Räume, in denen ich träumen kann oder denken oder schreien oder ganz leise sein, ganz für mich allein. Das schafft nicht einmal ein Buch, auch kein gutes, oder ein wirklich gutes Blog oder eine schöne Mail, ja, wo bleiben eigentlich die ganzen Mails, auf die ich warte? Euch schick ich noch mal eine, pah. Egal, denn ich träume jetzt nur noch und winke ganz melancholisch und doch lachend dem Fernsehturm zu, auf dass er noch steht, wenn ich genug durch blühende Rapsfelder mit einsamen Bäumen darin gewatet bin und über Sand und Steine, mit Kind und Kegel und der Hund ist auch dabei. Adieu. Und jetzt weiter mit Musik.
Schnitzel, Baby, schüttel dein Haar für mich, Baby, Baby. Genug der Albernheiten, heute ist ein guter Tag, denn jemand meinte, ich könne mich gut als verwegener Westernheld machen, mit Pferd und Hut und wahrscheinlich noch mit ner Knarre im Halfter, später relativierte sie sich allerdings, als ich mein Alter nannte, ich bin da nicht so und sie meinte tatsächlich, dass ich älter aussehe. Egal. Ich bin übrigens kein Cineast und sehe mich auch nicht in einer Nebenrolle in "Spiel mir das Lied vom Tod", vielleicht eher in "Silverado", den mochte ich mal als Kind. Nun gut, das Stöckchen:
electro fontane "...ich habe da, wo mein Herz spricht, nicht das Bedürfnis, zu einem Engel zu sprechen, im Gegenteil, mich bedrücken Vollkommenheiten, vielleicht weil ich nicht an sie glaube; Mängel, die ich menschlich begreife, sind mir sympathisch, auch dann noch, wenn ich unter ihnen leide..." Theodor Fontane, Frau Jenny Treibel Zugegeben, dies ist kein Krimi, der packt und zerreißt und einem den Schlaf oder auch den Atem raubt, tief unter die Haut gehende Erotik wird man hier nicht finden, ab und zu wird mal flüchtig geküsst oder leidenschaftlich geschaut, aber letztlich bleibt alles anständig, jedenfalls an Maßstäben aus dem Jahre 1892 gemessen. Es geht um einen Fabrikanten mit politischen Ambitionen (in Teupitz-Zossen), aber nicht hauptsächlich, sondern eher um Mütter und Schwiegermütter, vor allen Dingen in Person der stolz stolzierenden Kommerzienrätin Jenny Treibel, um Söhne und Töchter, Schwiegersöhne und Schwiegertöchter, um Berlin und Hamburg, ganz nebenbei. Alles ist wunderbar miteinander verquickt, der mit der und die mit dem und überhaupt wird in diesem Büchlein viel geschwatzt und alles fließt so locker flockig vor sich hin, selbst die scheinbar größte Krise, und dann fallen ab und an bemerkenswerte Sätze wie der obige, die mich über meinen leise vor sich hin garenden Groll über einen bereits vermuteten Fehlgriff ins Bücherregal, einen sogenannten "Griff ins Klo", hinwegtrösten können. "...Aber was griffe der Berliner nicht an ... und ich wüsste kaum etwas, was vor der Eingebildetheit unserer Bevölkerung sicher wäre..." Ich weiß nicht, was mich trieb, als ich mir dieses Büchlein zufällig aus einem Regal meines Lieblingsbuchladens in der Reinhardtstraße griff, es war wohl der Klappentext ("In einer für den Berliner Witz kennzeichnenden Verbindung von Gutmütigkeit und Spottsucht wird geschildert...") und der unglaublich günstige Preis (3 €), die mich sofort von der unbedingten Kaufbarkeit überzeugten. Zwischendurch dachte ich, endlich die perfekte Einschlaflektüre gefunden zu haben, doch dann kam es mir gerade recht, als Zeitvertreib im Wartezimmer und so las ich, dank der Gesundheitsreform, mehrere Stunden zwischen anderen asthmatischen und vor allen Dingen alten Menschen, die sich ständig über ihre jüngst verstorbenen Freunde unterhielten, und durfte an so mancher Stelle schmunzeln und grinsen. Gestern abend durchforstete ich meine Musiksammlung und blieb bei einem gewissen Nick Warren hängen, der mich seit Wochen wieder in seinen Bann gezogen hat, Global Underground 18, Amsterdam, Musik, die mich gleich an dieses Buch erinnerte. Alles so wunderbar fließend, tragend, vielleicht auch ein wenig schwebend, nicht zu anspruchsvoll, aber tatsächlich befriedigend, ja, so hörte sich die Musik an, so las sich auch das Buch und obwohl über 100 Jahre zwischen Text und Tönen liegen, ergänzen sich am Ende beide, in meinem Kopf und nur das ist wichtig. (Dies ist übrigens keine Rezension, so etwas kann ich nicht, das sagte es mir schon dieser eine mich, aus verständlichen Gründen, nicht mögende Deutschlehrer, darum werde ich dies auch hier sicherlich vermeiden bzw. schon gar nicht damit anfangen. Es geht mehr um eine Leseerfahrung und eine Idee beim Hören von Musik, Text und Musik, beides Kunst, die sich in diesem Fall, trotz der Gegensätze, wunderbar ergänzen. Übrigens fiel mir noch ein, dass man die verschiedentlich auftauchenden Orte in einer Googlemap kennzeichnen könnte, für Interessenten vielleicht. Sollte ich die Zeit finden, reiche ich das nach.)
Die Suche nach 'ficken' hat 6 Resultate geliefert. (Dieser Eintrag zerstört sich nicht von selbst, ist überhaupt nicht selbstreferenziell, denn meine Kinder stammen aus dem Reagenzglas und außerdem entstand er aus einer puren "me too" - Laune heraus.)
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Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57 Links: ... Home ... Blogrolle (in progress) ... Themen ... Impressum ... Sammlerstücke ... Metametameta ... Blogger.de ... Spenden Archiviertes:
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