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Wie ich einmal Spongebob sah

Hackfleischhassender Zerhacker!

[Ja, ja, ja, ich sah fern, anstatt die Welt vor dem drohenden Untergang zu retten - man liest so viel davon und fragt sich, woher die Überraschung in so manchen Augen kommt (nein, nein, nein, nicht im Sinne: Ich hab es schon immer gewusst. Eher trocken, nüchtern.) - pflanzte ich mich vor die Glotze, nicht allein verblödete ich mich, auch noch das große Minibüffelgetier musste darunter leiden, es litt keine großen Qualen, dass kann ich Ihnen versprechen. Dieses Wortgebilde, es rutscht mir ständig aus dem Munde, selbst am Telefon (bitte stellen Sie sich an dieser Stelle die deutsche Synchronstimme von Robert De Niro vor), steht in äußerst enger Beziehung zu einem kleinen, gelben Schwamm (Spongebob, Spongebob) und seinen (in der Tat) wenig intellektuellen Blödeleien - die Welt ist zwar keine Scheibe und unglaublich tief, wenn man denkt, und ich tauche gern, bis ganz nach unten, doch ab und an schwimme ich auch gern mal ganz oben, an der Oberfläche, um die Sonne zu sehen und die Felsen und das Blau des Wassers, wenn es sich in einer Höhle in der Steilküste verliert. Dieses Ding schrubbte die Decke eines Fastfood-Diners zwanzigtausend Meilen unter dem Meer (meine Jules Verne - Sammlung versank in den Fluten eines Regengusses im Sommer 2006 - Gott habe sie selig, es schmerzt unglaublich!), mit Pömpeln an den Füßen, wir lachten. Sie (die anderen anwesenden komischen Kreaturen und der Schwamm) ängstigten sich vor dem hackfleischhassenden Zerhacker, vielleicht ein strenger Veganer (blödsinnige Vermutung), es erschien ein Wesen mit rotglühenden Augen, wir zitterten mit, es stellte sich heraus, dass es ein harmloser Fisch war, wir lachten, und für die gruseligen Geräusche war ein gewisser Nosferatu zuständig (übrigens der echte Max Schreck, in s/w, kurzer Erklärungsversuch an dieser Stelle, Wikipedia half). Sie sehen, es ist durchaus möglich das Blödsinnige mit dem Lehrreichen zu verbinden, Bildungsfernsehen selbst gemacht, aber nein, nein, nein, das alles ohne Gewähr, wer macht schon alles richtig? Nicht einmal hackfleischhassende Zerhacker.]
 
Mo, 05.02.2007 |  # | (594) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: reality blogging



 

Bäh!

(Zitat aus dem neuesten Roman: "Graue Tage, dunkle Nächte - Aufzeichnungen eines Schlechtgelaunten". Der Autor dankt allen, die ihn ertragen haben, ohne ihn zu steinigen oder so. Der Schlusssatz - tatsächlich drei Mal "s" - lautet übrigens: Fahren Sie niemals schlechtgelaunt zu Ikea, sie könnten ausrasten oder schlimmer: Etwas kaufen.)
 
So, 04.02.2007 |  # | (497) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: schleichender wahnsinn



 

Immer noch: Arm, aber sexy


 
Sa, 03.02.2007 |  # | (1693) | 4 K | Ihr Kommentar | abgelegt: Berlin



 

Tatsächlich: Kleine Menschen, große Trostspender. Haben mehr drauf, als so manch großer Mensch. Na, bei den Augen ist das auch kein Wunder.
 
Fr, 02.02.2007 |  # | (690) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: kinder kinder



 

Morgenlaune

(Enthusiatisches Großstadtleben auf dem Weg zum famous blogger.)

Ich erwache durch das rumpelnde Geräusch von Mülltonnen, die lautstark durch den Flur gezogen werden. Es ist fünf Uhr und ich verfluche diesen Kerl. Seit knapp einem Jahr geht das so, jeden zweiten Morgen werden die Mülltonnen per Hand auf die Straße befördert, dort stehen sie rum, bis die Müllabfuhr gegen Mittag kommt und sie leert, irgendwann nachmittags werden die geleerten Mülltonnen wieder lautstark auf den Hinterhof gezogen, doch dann stört das kaum jemanden. Als er mit seinem Treiben anfing, vor knapp einem Jahr, ging es gegen sechs los, vor sechs Monaten kam er gegen halb sechs, nun ist er um fünf schon da und mir scheint es, als würde er jedes Mal lauter werden. Ich kann nicht mehr einschlafen, stehe auf und schleppe mich müde ins Bad. Haare richten, die schlechten Träumen aus den Zähnen puhlen und einmal kräftig durchspülen, ich rasiere mich nicht, betrachte mich im Spiegel, die Spuren des Verfalls halten sich in Maßen, nein, keine tiefen Falten, keine Krater, ein paar ordentliche Hautunreinheiten, ausgetrocknete und abgenutzte Haut. Du wirst alt, sagte sie kürzlich, ich lachte, natürlich, die Zeit lässt sich nun mal nicht aufhalten, aber alt werden, was heißt das schon?

Draußen schlägt mir immer noch dieser kalte Wind entgegen, kleine, feine Regentropfen fliegen durch die Luft und treffen mit ihrer nassen Kälte jede unbedeckte Hautpartie. Nun ja, es hätte kälter sein können. An der Haltestelle stehen jeden Tag die gleichen Leute. Selbe Zeit, selber Ort, immer dieselben komischen Gesichter, müde, der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Die Bahn ist leer, wer treibt sich auch schon rum, um diese Zeit, in dieser Kälte, in dieser Dunkelheit. Ich. Ich treibe mich rum, drehe die Lautstärke meiner Lebenserhaltungsmaschine etwas lauter und schaue mir, wie immer, die Gesichter der anderen an. Ich bin ein Voyeur, ich ergötze mich am Anblick anderer, nein, es ist geht nicht um das körperliche, in den meisten Fällen jedenfalls, es geht um den Menschen an sich, um das, was hinter der Maske der Gesichter stecken könnte. Dort sitzen zwei müde dreinschauende, Restalkohol transpirierende Bauarbeiter in dreckigen Klamotten, es scheint, als wollten sie jedes bekannte Klischee erfüllen, sie lesen Bild, gemeinsam. Neben mir strickt eine ältere Frau ganz vertieft vor sich hin, vor mir schläft ein Typ mit glatt rasiertem Schädel, den er an das kalte Fenster gelegt hat, bevor ich meine Musik anstellte, hörte ich dieses dumpfe Röhren aus seinen Kopfhörer, Dumpfsinn am Morgen, das stumpft ab. Irgendwann steigt ein unrasierter, etwas unangenehm riechender Penner ein, mit glasigem Blick und einer Wodkaflasche in der Hand. Der setzt sich doch glatt zu dir, denke ich, das könnte lustig werden, Abwechslung an diesem dunklen, frühen Morgen. Er setzt sich auf einen Einzelplatz, schaut resigniert aus dem Fenster und nimmt einen großen Schluck aus seiner Flasche. Prost, denke ich, jetzt wird dir sicherlich warm. An der Otto-Braun-Straße liegt Schnee, wahrscheinlich wird hier ein Film gedreht, sicherlich irgendetwas mit Bourne, in diesen Bourne-Filmen liegt immer Schnee in Berlin, glaube ich zumindest.

Die Bahn fährt fahrplanmäßig durch die Stadt, immer der gleiche Weg, vorbei an Häusern, die langsam wach werden, ihre zahlreichen Augen öffnen, einem neuen Tag entgegen gehen. Auf einem Plakat wird für Big Brother geworben, ach so, das fängt ja auch wieder an. Praktikanten, die sich freiwillig in eine Art Karnickelstall mit tausenden Minikameras sperren und bei jedem Furz abfilmen lassen, in der Hoffnung, irgendwann mal irgendwas Großes zu gewinnen oder berühmt zu werden. Im Prinzip könnte das als Experiment am Menschen ganz interessant sein, ganz nüchtern betrachtet, man muss nur die Idiotie dahinter ertragen können, den Blödsinn, den Stumpfsinn. Die, die dort mitmachen, können das vielleicht (oder sich einfach nur gut verstellen), doch können das die Zuschauer auch? Auf Dauer? Ein weiteres Plakat wirbt für eine Hochzeitsmesse. Für alles gibt es Messen, Hochzeitsmessen, Kindermessen, Immobilienmessen, Automessen, Bootsmessen, womöglich gibt es auch Scheidungsmessen oder auch, warum denn nicht, Bestattungsmessen. Dort könnte man wichtige Vorkehrungen treffen, im Falle, dass man zum Beispiel beim Big Brother - schauen am Stumpfsinn zugrunde geht. Nun ja, man muss es nicht schauen, aber Blogs sind manchmal auch nicht viel unterhaltsamer. Brian Molko haucht mir gerade ein theatralisches "Please don´t die" durch die Lebenserhaltungsmaschine in den Kopf, nein, Sterben steht für heute nicht auf dem Plan, auch nicht für morgen, überhaupt nicht, mittelfristig gedacht.
 
Mi, 31.01.2007 |  # | (909) | 7 K | Ihr Kommentar | abgelegt: haltestellenkino



 

Wieder eine von diesen wahnwitzigen Ideen, die in irgendeiner Schublade landen und auf ihre Umsetzung warten: Wenn die jetzt schon Botschaften im zweiten Leben eröffnen, könnte ich doch meine Bloggerbar da aufmachen. Ähem, ja.
 
Di, 30.01.2007 |  # | (670) | 10 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

Sonntagsprogramm

(Die gleiche Musik, die gleichen Gefühle, Erinnerungen im Schnee, die Musik viel zu laut, die Songexte kenn ich schon auswendig, schon wieder eine Zigarette in der Hand.)

Tage, an denen die Zeit still zu stehen scheint. Durch die Wohnung zieht eine Wolke von Eukabal, Schnupfnase und Röchelhusten, alles nicht so schlimm, wie es sich anhört. Der kleine, winternackte Baum vor dem Fenster kämpft gegen den Wind, hatten sie denn schon wieder Sturm angesagt oder kommt es einem in diesen Augenblicken, in denen der Sand in der Sanduhr scheinbar viel langsamer rieselt, nur übertrieben stürmisch vor? Wilder Regen ergießt sich in Strömen auf die glänzenden Pflastersteine und hinterlässt, getrieben vom Wind, kleine Wassertropfen am vom Straßenstaub verdreckten Fenster, wie ein kleiner Bach rauscht das Wasser durch das Fallrohr an der Außenwand.

Die Ruhe setzt Gedanken in Bewegung, keine unbekannten, Wiederholungen bereits bekannter Übungen, die verfeinert werden, am liebsten auf diesem Schaukelding im Kinderzimmer, während die Kinder um einen herumwuseln, sich ab und an streiten, vertragen, wieder von vorne anfangen und dann mit ihren Bauwerken prahlen. Innenleben. Es gibt kein Draußen, es gibt nichts anderes außer uns, keinen Fernseher, keinen Computer, noch nicht einmal ein Radio, doch, dort gibt es noch ein paar Töne, aus der kleinen Anlage ist die Stimme von Felix zu hören, diesem kleinen Kuschelhasen, der die Welt mit seinem kleinen Köfferchen entdeckt und Briefe schreibt. Briefe schreiben, echte Handschrift auf echtem Papier, das war nie meine Stärke, Briefe schreiben; echte Handschrift auf echtem Papier, das geht noch, wie man sieht.

Ab und zu landen kratzend ein paar kurze Gedanken auf dem linierten Papier, zuweilen unleserlich, ich weiß, was gemeint ist. Es geht um die Frage, was wichtig ist und was weniger oder gar nicht wichtig ist. Wichtig ist dieser dunkelgraue Sonntag, erhellt durch kleine Lampen, die im Fenster stehen und warmes Licht verbreiten, wie kleine Leuchttürme, die Gästen den richtigen Weg zeigen sollen, Gäste, die die wohlige Wärme teilen könnten, die diesen frischen, feuchten Geruch vom Draußen hereintragen könnten, uns mit Geschichten und Anekdoten ein weiteres Lachen entlocken könnten. Alles andere ist unwichtig. Für diesen Moment. Und doch denke ich dann: Geht doch vorbei, mit euren Geschichten, ich bin ein Träumer, die reale Welt kann mir für heut gestohlen bleiben.

Ich blicke durch das obere Fenster in den Himmel, die Wolken ziehen stetig, unaufhaltsam, ein Auto fährt vorbei und wirft kurzzeitig einen Lichtkegel an die Decke, gerade flüstert mir ein Pirat ins Ohr, dass er sein Piratenschiff für die große Schlacht in Stellung gebracht hat, Felix lässt einen Riesentroll zu Stein erstarren, alles fühlt sich gerade an, es klingelt und als ich müde die Tür öffne, kommt mir dieser frische, feuchte Geruch des Draußen entgegen, die Zeit bleibt nicht stehen, doch heute vergeht sie nicht so schnell wie sonst.
 
Mo, 29.01.2007 |  # | (665) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: reality blogging



 

Richtig

Von einer Minute auf die andere war alles anders. Es war, als hätte jemand einen Schalter umgelegt, ein ganz bestimmtes Ventil geschlossen und dafür ein anderes geöffnet, um den Gedankenstrom in andere Bahnen zu lenken. Ich habe keine Ahnung, woher dieses Gefühl plötzlich kam, aber es fühlte sich gut an, denn es war klar und rein, wie die Luft an diesem sternenklaren Winterabend und so wie die einzelnen Wolkenfetzen schnell am dunklen Himmel vorbeitrieben, strömten plötzlich längst vermisste Gedankenfetzen in den nunmehr richtigen Bahnen durch meinen Kopf.
 
Do, 25.01.2007 |  # | (954) | 5 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogosophie



 



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Online seit: 08.02.2006
Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57


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