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Zusammenhanglos Man entblödet sich in der Dusche. Ach nein, man entblößt sich, normalerweise, und zwar davor. Aber das ist auch eine ganz andere Geschichte. Überhaupt Geschichten. Wenn man mal welche schreiben würde. Aber man lässt es lieber bleiben, denn. Dafür schaltet man den Fernseher ein und möchte man ihn auch gerne wieder ausschalten, aber bitte nicht standby, das verbraucht so viele Ressourcen. Aus der Bilderschleuder tönt einem dann seliges Gejaule entgegen, der King of Pop ist von uns gegangen, wer hätte das gedacht, und nun stehen sie dort und weinen, jeder bitte nur ein Kreuz. Man denkt sich Gemeinheiten aus, angesichts der Bilder und neben denen, die übertrieben trauern, betonen nun wiederum einige, dass die den ja nun wirklich noch nie mochten, na ja, vielleicht mochte man ja nur dieses eine Lied, aber das bedeutet nichts, so wie Musik generell kaum noch etwas bedeutet, am sogenannten Markt zumindest. Wann haben Sie das letzte Mal einen frischen Tonträger legal erworben? Kürzlich, auf einer Feierlichkeit mit unvernünftigen Ende, siegte zu früher Morgenstunde der allgemeine und recht trunkene Musikgeschmack über die prall gefüllte Wechselfestplatte und man stellte dieses neumodische youtube an - das Internet ist ja erstaunlicherweise überall - um Musik in fürchterlicher Qualität und mit grausigen Bildern im Hintergrund abzuspielen, zur Erheiterung aller Anwesenden, die zugegebenermaßen nicht mehr ganz zurechnungsfähig waren. Sünden der Jugend reloaded, sozusagen. Und trotzdem bewegte sich der harte Kern über die leicht improvisierten Tanzfläche (Discokugel), obwohl der Verstärker schon stöhnte ("Mein Gott, keine Höhen und Tiefen, diese Musik ist komprimiertes Mittelmaß."), aber zu dieser Stunde, da die Nacht schon längst zu Ende war, war alles egal, es zählte nur noch die Melodie, die Audiophilen schliefen schon längst. So ist das also, ganz zusammenhanglos gesehen, die Kings of Pop (wäre nen toller Bandname) sind tot, und es wird keine mehr geben, genauso wie viele andere Dinge der vergehenden Welt, nur der Wind wird weiter wehen und die Wolken ziehen und ab und zu wird der blaue Himmel zu sehen sein.
King of Pop Nein, Nachrufe schreibe ich nicht. Außerdem reden ja sowieso alle darüber. Michael Jackson, also. Wollte mir mal in Prag eine LP von dem kaufen, die stand zwischen Depeche Mode und Modern Talking. Glaube ich. Ich hab das dann aber gelassen und mir so einen Honigbären zum Auslutschen gekauft, vielleicht waren es auch drei. Schließlich hatte ich doch die Musik von dem auf Kassetten und seit 89 auch einen Walkman, vom Begrüßungsgeld gekauft. Und einen Kassettenrekorder aus dem Intershop. Michael Jackson, also. Gute Musik, damals, als man noch über die Musik und nicht über seine vermeintlichen sexuellen Vorlieben sprach. Man wird ja auch schnell nostalgisch und denkt daran und vergisst, das man den, nachdem er in dieser poptechnischen Versenkung verschwand, auch fast vergessen hatte. Erfolg im Pop ist doch auch nur Boulevard. Aber was wäre Pop ohne Erfolg? Unbekannt, nichts. Michael Jackson war auf jeden Fall nicht nichts. Vielleicht war er auch nur ein armer Kerl, Probleme und so, das kommt ja doch eher an die Oberfläche, wenn man den ganzen Tag be- und durchleuchtet wird. Deswegen würde ich nie niemals Weltpopstar werden wollen. Und schon gar nicht King of Pop. Keine Ahnung warum der sich das Gesicht hat entfernen lassen, um es mit einer hässlichen Maske zu ersetzen. Selbsthass vielleicht, sicherlich war alles zu viel. Der hatte ja auch keine schöne Kindheit, hört man. Man wird darüber auch viel lesen können, in den nächsten Tagen. Ich glaube, ich hatte von dem sogar mal ein Bravo-Poster. Gleich neben Madonna und Depeche Mode. Madonna fand ich auch toll, damals. Die neuen nicht so, das war bei Michael Jackson auch so. Der neue MJ war irgendwie nur noch, nun ja, er musste seine Platten verkaufen, irgendwie. Größer, höher, weiter, gigantisch, alles neu und auch mit gut dotiertem Cola-Werbevertrag, der hat die Bühne eben genutzt. In den 80igern. Damals. Komisch, das der nun tot sein soll. Vielleicht lebt er aber auch bei Elvis, an einem geheimen Superstar-Zufluchtsort. Ja, so wird das wohl sein. Nein, nein, Nachrufe schreiben ist nicht mein Ding. Lieber hinsetzen und kurz denken: Ach, so ist das. Und vielleicht auch leise "Billie Jean" summen.
1223 Nein, Herr Doktor, Schweinegrippe schließe ich aus. Ich gehe eher von einer bittersüßen middle-earth-crisis aus.
Undifferenzierte Amateurkritik Blogs? Scheiße. Twitter? Scheiße. Youtube? Scheiße. Überall sitzen Wichtigtuer hinter ihren Tastaturen und vor ihren Bildschirmen und geben Sülz von sich. Wer will das eigentlich? Ich kenne kaum einen, der da selber mitmacht. Alles nur Konsumenten. Aus der Reihe der Jugendlichen hört man mal ab und zu das schwache Stimmchen der Partizipation, bezieht sich aber meist auf irgendeinVZ, yappi und lustige Verarschevideos bei Youtube. Und Onlinespiele. Meistens gewaltverherrlichend. Und Downloads, natürlich. Die Menge des herunterladbaren Materials übersteigt inzwischen die Aufnahmemöglichkeit des schrumpfenden Menschengehirns bei weitem. Da helfen eben nur noch Killerspiele, in denen man Paintball spielende inoffiziell stasimitarbeitende Ex-Polizisten ohne schlechtes Gewissen abknallen kann, schließlich haben die doch alles kaputt gemacht. Überhaupt ist das ganze Internetdinges so verdammt böse, weil keiner mehr auf die Verwertungsrechte der großen Inhaltehersteller achtet, auch wenn deren Inhalte so etwas von inhaltslos sind, dass es fast schon weh tut, nein, unglaublich schmerzt, kalte Schauer über den Rücken und den armen Menschen ins warme Kuschelbettchen treibt. Ich sag ja auch mit Absicht nicht Urheberrechte, sondern Verwertungsrechte, weil es ja nicht um den Schutz des geistigen Eigentums geht (niemand stellt sich hin und kopiert den Text von Sowieso und behauptet, diesen Text selbst erfunden zu haben), sondern es geht doch darum, möglichst viel Kohle aus jedem möglichen Scheiß heraus zu ziehen, koste es, was es wolle. Mein gestriger Ausflug in die heuligen Hallen des Dussmann-Kulturkaufhauses erschütterte mich dermaßen, ich musste mir eine Zigarette anstecken und mich selbst vor Handgreiflichkeiten zurück halten. In den Regalen stapelten sich Milliarden von Büchern von Autoren, die keine Sau kennt, mit Titeln, die auch nur beim Anlesen eine unglaubliche Übelkeit auslösen, in einer schier unübersichtlichen Menge und ich fragte mich: Wer, verdammt nochmal, soll diesen Scheiß eigentlich noch kaufen und gar lesen? Diese Massen langweiliger Langweilerliteratur, verlegt von großen Verlagen, die in der großen Internetwelt den Rückgang von Gewinnen beklagen und den ehemligen Kunden für ihren wirtschaftlichen Untergang verantwortlich machen, der böse Kunde aber die Bücher nicht nicht kauft, weil er sie umsonst und jederzeit im großen, bösen Internet herunterladen kann, sondern weil ihn die pure Masse so dermaßen langweilt, so wie ihn die schiere Masse des pseudopopmusikalischen Einheitsbreis langweilte und er keine Musik mehr kaufte, weil das alles sowieso den ganzen Tag im Radio zu hören ist. Die, die behaupten, irgendeine Kultur ginge mit dem Internet unter, begreifen nicht, dass gerade sie am Steuer des sinkenden Supertankers "VEB Ichverkaufeuchalles" stehen, begreifen nicht, dass man niemanden zum Kauf zwingen kann, schon gar nicht von Massenware und anstatt dem willigen Liebhaber seine Liebhaberstücke, für die er ja auch gerne bezahlen möchte, in die Hand zu legen, wird auf die tumbe Masse eingehauen, als können man sie an den Haaren packen, vom Bildschirm wegzerren, hinein in die anonymen Pseudoliteraturverkaufshallen, um ihnen dort den gesammelten Scheiß anzudrehen. (schlagende Worte: geistiges Eigentum, geistiger Diebstahl, geistige Wertschöpfung, digitale Vertriebskanäle, Qualitäts-Inhalte, rechtsfreie Zonen)
Mist, vergessen. Die Schaufel schwingen, dunkle, schwere Erde, mit Lehm versetzt, leichter Modergeruch, aber nicht unangenehm, im Gegenteil, angenehm, hinein geschaufelt in eine Schubkarre, man zählt erst mit, später überschlägt man, vielleicht zwei Tonnen? Na, beweg mal deine müden Knochen, rufen die frisch ausgesäten Rasensamen, fröhlich hüpfend im Wasserstrahl des Wasserstrahlerzeugers, englischer Rasen, muss man gar nicht mehr schneiden, ist kleinwüchsig. Habe ich in meinem geheimen Labor im Schuppen erfunden, gezüchtet, mit Pipette und Bunsenbrenner und Retorten und so weiter, dazu trug ich eine lustige Kappe auf dem Kopf und einen Mundschutz und weiße Gummistiefel, die früher einmal in einer Molkerei getrugen wurden, LPG. Oder waren es doch die Stiefel aus dem Schlachthof an der Landsberger Allee, mit denen durch metertiefes Blut gewatet wurde? Jetzt also Rasensamenmanipulationen. Sag mal, die Sonne machte sich gerade auf, tief im Westen zu verschwinden, sag mal, fragte die zarte Stimme des holden Burgfrolleins, sag mal, sehr vorwurfsvoll zu dem langsam alternden Jüngling mit Schweißperlen auf der Stirn und einer leichten Starre im Kreuz, sag mal, wollten wir uns nicht eigentlich auf den Weg in die Stadt machen, um auf diesem überdimensionalen Zettel zu verkünden, dass wir ebend gerade nicht mit dieser Politik einverstanden sind, vor allem nicht mit diesem Wiefels-Pütz und den ganzen Bestimmern und auch nicht mit dem Rest und sowieso und überhaupt? Du, mein schöner Jüngling, vergisst in letzter Zeit doch alles mögliche, sagte sie und im Schweiße seines Angesichts wurde ihm klar, wie dämlich es doch ist, sich gerade nicht mehr an diesem öffentlichen Leben zu beteiligen, die Dinge fahren zu lassen und seine Schnauze zu halten. Leider, mein Schatz, schau nur nach Westen, verpennte ich diese großartige Möglichkeit der Partizipation, ich war so vertieft und zerstreut und die Kinder erst, nun ja, beim nächsten Mal wirds besser. Versprochen. (In der einen Zeitung da, in der rechtfertig ein Minister die Opelgeschichte mit den Worten: Die bieten innovative und zukunftsfähige Produkte an und müssen dewegen unterstützt werden. Meine Vergesslichkeit rächt sich schon hier, denn man kann sich nicht aufregen und am Ende doch nichts dagegen tun. Warum?) Irgendetwas machen wollen. Irgendetwas neues machen wollen. Ein Gefühl der Ideenlosigkeit gepaart mit gedanklichem Fortbewegungsdrang. Ein Widerspruch, denkt man. Aber, wenn man sich sagt, etwas müsse passieren, einem aber partout nichts einfallen will, ja, was dann? Man kommt dann immer ins Zittern, als hätte man drei Kannen kräftigsten Kaffees zu viel getrunken und hinterher noch drei Schachteln "Nil" geraucht. Der Geist ist willig, aber schwach. Der Körper auch, wesrum er diesen erst einmal in den Tiefschlaf herunter fährt, Freitag abend, Straßenbahn, man kommt sich vor, wie der Gerüstbauer letztens, der erst wie ein Wilder ins Handy hinein blökte, dann ein gepflegtes Bier soff, um dann sabbernd vor sich hin zu grunzen, schnarch. Ja, was denn nun? Ratlosigkeit. [Die Kinder kamen auf die Idee, die Anzahl der Regenwürmer pro Quadratmeter Erde durch einfaches Zerreißen in der Mitte zu verdoppeln, den Hinweis, dass man es ja auch mal mit einer Verzehnfachung probieren könnte, verkniff ich mir, man will den Nachwuchs schließlich ein wenig Achtung vor dem tierischen Leben beibringen.]
Vereinzelt Die Schafskälte ist eine meteorologische Singularität. In vielen Jahren gibt es um den 11. Juni (zwischen dem 4. und 20. Juni) einen Kälteeinbruch nach Mitteleuropa, speziell in Deutschland. Aus dem Nordwesten strömt kühle und feuchte Luft, die Temperatur sinkt dann stark ab, um 5 bis 10 Grad. # Mal ganz abgesehen vom Schauspiel der auf und ab wogenden schwarzen Gewitterwolken und dem Platzregen und der Kälte, die einem eine zünftige Gänsehaut unter der Regenjacke verpasst. Aber, wir sind ja nicht aus Zucker. # Träume, hoffentlich Schäume. # Politik, werde ich meinen Kindern erklären, ist ein Geschäft. Quid pro quo, allerdings hören die höheren Damen und Herren dabei nicht mehr so ganz auf des Volkes Stimme, denn von anderen Seiten werden Geschütze aufgefahren und Geschenke verteilt, die man gerne nimmt, für die man gerne gibt. Das ist ein Zeichen der Zeit. Für Autos gibt es zum Beispiel 2.500 Euro, für Kinder einmalig 100 Euro, mit dem Hinweis, das würde sowieso nur versoffen und Kinder, nun ja, sind eben keine Opels. Das, was eigentlich zusammen gehört, wie zum Beispiel die linke und rechte Gehirnhälfte des Menschen, wurde getrennt, man spricht auch von Callosotomie, und nun wissen beide nicht mehr, was die andere gerade tut. # Ab ins Beet! # Die kürzlich vor dem Flohmarkt gerettete Stanislaw Lem Sammlung erweist sich als Jungbrunnen. Mann wird wieder zum Jungen mit Träumen. Die Vorstellung, mit halber Lichtgeschwindigkeit durchs All zu reisen, dabei bisher unbekannte Spezies zu entdecken, Lebewesen aus Metall, aus Flüssigkeiten, dicke, dünne, nette, hässliche, faszinierend.
1209 Man hat ja irgendwie auch ein Grundrecht auf ein funktionierendes Telefon. Es könnte doch sein, möchte man der Warteschleife entgegen brüllen, dass man zum Beispiel am Pfingstmontag, mitten in der heiligen Mittagsruhe, das Bedürfnis verspürt, ein stundenlanges Telefonat zu führen oder aber auch, das ist ja auch noch viel wahrscheinlicher, sich in diesem neuen Internetz zu irgendeinem, womöglich noch x-beliebigem Thema zu belesen. Man hat ja nicht für alles die entsprechende Literatur griffbereit, wie haben die Leute das früher eigentlich gemacht? Sie saßen wohl da und unterhielten sich oder taten Belanglosigkeiten, die ihr Leben erfüllten oder lasen ein Buch aus der Bibliothek, das sie sich vorsorglich vor Beginn der Feiertage besorgt hatten, denn es konnte doch gut sein, dass sich an einem dieser Tage ein Zeitfenster öffnet, das zum Müßiggang einlädt. Du aber und ich, wir hetzen von hier nach da und zücken das schnurlose Drahtlos-Telefon und machen Termine, bis in die Dämmerung hinein und dann? Hinsetzen und feststellen, das. Ich weiß doch auch nicht. Hütte im Wald? Ach, nein. Zu gruselig. Einsame Insel? Zu einsam. Großstadtdschungelkinder können gar nicht anders, als ihr Großstadtdschungelkinderleben zu leben, das kann doch auch keiner verstehen. Sonntagmorgen, Bäckerei B.: Nee, Brötchen sind nicht mehr. Es war halb neun. Um acht öffnete die gute Stube. Wissense, sagt die, die standn echt bis zum Jemüseladen und noch weiter und ruckzuck warn die Brötchen weg. Man müsste diese Trostlosigkeit der leeren Regale nun live ins Internet übertragen, dachte ich, das wäre auch etwas für das DDR-Museum. Wahrscheinlich denkt man hier immer noch so: Wenn es morgen keine Brötchen gibt (Feiertag), muss ich heute dreimal so viele kaufen, um übermorgen auch noch satt zu werden, denn wer weiß, ob es diesen Staat dann überhaupt noch gibt. Oder so ähnlich. Manchmal will man mit der Welt nichts mehr zu tun haben. Manchmal möchte man so vielen schreiben, nutzt aber die wenige verbleibende Zeit nur für sich selbst, für diese kleine Reinigungskur namens Bloggerei, ach ja. (Dazu ein wenig Apokalypse: Banken, Autokonzerne, jaja, neenee, mal geht es ab, dann geht es rauf, wohin, wohin, mein kleiner Spatz? Wohin fliegst du und was willst du denn noch dort, die Wüste zieht nämlich am Himmel herauf, erst wird es laut Krachen, Donnern, Blitzen und später dann wird der Himmel grau bleiben und verhangen und alle Illusionen von einem Leben voller unbefriedigter Bedürfnisse, die diese Riesenmaschine am Laufen halten, werden sich in bittere Luft auflösen, es sei denn, der Erlöser steht vor der Tür und lässt sich für all die schrecklichen Sünden der vergangenen zweitausend Jahre ans Kreuz nageln, damit du und ich wieder befreit aufatmen und von vorne beginnen können. Amen.)
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Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57 Links: ... Home ... Blogrolle (in progress) ... Themen ... Impressum ... Sammlerstücke ... Metametameta ... Blogger.de ... Spenden Archiviertes:
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