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Huch, ich wusste ja gar nicht, dass heute schon Weihnachten ist. Und schon behauptet ein Freemailer, heute wäre mein Glückstag. Nicht nur meiner.
 
Di, 02.12.2008 |  # | (555) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: reality blogging



 

Hinterm Scheibenwischer

Regen auf der Windschutzscheibe, wirkt alles wie’ne Endlosschleife. Der quitschende Gummi eng an der Scheibe liegender Scheibenwischer, der perfekte Soundtrack für einen Abschied: Rihanna – Disturbia.

Zuerst kommt aber Track 1, Polarkreis 18, der hat diese Stadionatmosphäre und man möchte mitsummen und auch mitschunkeln. Zum ersten Mal gehört bei einer Fahrt nach Spandau, ganz allein durch die City, es war Spätsommer oder Frühherbst, jedenfalls warm und auch streckenweise sonnig. Irgendein Sonderangebot war dort abzuholen, im Schwedenmarkt in Spandau, das ist doch verrückt: Man rast durch diese Stadt - Verschissene Stadt aus "Abfall für alle" - quält sich durch Staus und meckernde Autofahrer, nur um ein Sonderangebot aus einem vereinsamten Schwedenmarkt zu holen, scheinbar ein Einzelstück, günstiger Preis, wird es nie wieder geben. Polarkreis 18 hielt ich zuerst für Moby, allerdings dachte ich dann, nachdem ein paar Takte gespielt waren, dass das gar nicht Moby sein kann, das klingt ganz anders und trotzdem auch ein wenig nach Moby. Diese Nummer ist natürlich eingängig, besonders für mein seit mindestens 20 Jahren auf banalste Popmusik geschultes Ohr (ich habe auch etwas von Kylie Minogue auf Kassette) und das ist natürlich beabsichtigt, wird man behaupten, denn solche Musik hat doch letztendlich nichts mit Kunst sondern mit dem Verkauf von Tonträgern zu tun, das ist doch der hauptsächliche Zweck dieser Musik, wird man oft behaupten, als säße dort jemand in seiner Bude, draußen regnet es und der schreibt ein paar Zeilen auf, klimpert ein paar Töne dazu und fragt sich sogleich, wie viele Euros hier nun zu verdienen seien. Das ist die Bohlenisierung populärer Musik, Kapitalisierung von Texten und Tönen, hier soll es also nur ums Geld gehen und das man das so sieht, liegt an den Gewinnspielradiosender und Superstarfernsehanstalten, wahlweise auch Popstarsquotenfänger, Quote, Quote, Quote, alles ausquetschen, solange im Schwamm noch ein wenig Wasser ist. Oder Wein. Trotzdem wird das dann laut gemacht und gehört und für gut befunden, es wird mitgesummt und mitgeschunkelt.

Wie schnell Kinder es schaffen, Dinge auswendig zu lernen. Hören etwas, ein Mal, zwei Mal, drei Mal und dann setzen sie sich hin und sprechen nach, singen nach, lachen dabei verschmitzt oder tun das auch ganz inbrünstig, wie man es sich selbst kaum noch traut, weil man so unglaublich befangen ist, die Befangenheit des Erwachsenseins. Der perfekte Soundtrack für einen Neuanfang: Peter Fox – Haus am See.
 
Di, 02.12.2008 |  # | (758) | 3 K | Ihr Kommentar | abgelegt: reality blogging



 

Am Abgrund

Amy Winehouse nach Ehestreit im Krankenhaus, Ex-Minister Clement tritt aus SPD aus, Vorzeitige Haftentlassung von Christian Klar im Januar, Piraten entführen Supertanker, Rettungspakete, Finanzkrise, Rezession, Deflation, Arbeitslosigkeit etc. pp.

Bergab, bergab, so auch mein letzter Gesprächspartner, statt in den Hörer des Telefons biss ich lieber in die Tischkante, mal wieder und wieder und wieder. Stiege ich in diesem Tempo auf den Mount Everest - was ich allein wegen der zu befürchtenden Kälte dort oben sowieso nie machen würde - erfröre ich schon nach wenigen Metern. Im Tal.

Nun denn, schreiten wir trotzdem voran, amor fati steht auf dem Banner, welches im Winde verweht. Es ist zwar kalt, erfroren sind wir aber noch lange nicht.
 
Di, 25.11.2008 |  # | (498) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogosophie



 

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Quiet Village - Circus Of Horror, aber noch viel besser: Circus Of Horrors.

[Heute mal Links.]
 
Di, 25.11.2008 |  # | (644) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

Immer gut

Bilder vom Bier.
 
Mo, 24.11.2008 |  # | (865) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogdings



 

Der Tag verging, das Dunkel brach herein

Es schneite schon, aber nichts blieb liegen. Zum Glück, sage ich, denn gestern abend, im vorwinterlichen Herbstgewinde, fiel mir ganz spontan ein: Skiurlaub wäre für mich die Hölle.

Werde am Wochenende mal wieder Dante lesen, etwas für meine gute Laune tun. Das tut ja sonst niemand mehr. Im Gegenteil.

Man wird wohl seine Lehre daraus ziehen. Jede Seite.
 
Fr, 21.11.2008 |  # | (751) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: verstaendnisuebung



 

Vereinzelt

Kind2 steht am Tisch, schau dir mal die Haare an, sagen wir, und schneidet ganz in sich versunken Dreiecke aus einem Blatt Papier, konzentriert und weltvergessen, rollt dabei die Zunge und schneidet und schneidet, mir fällt der Satz des Pythagoras ein, Kind1 interpretiert diesen gleich richtig und kurz vor der obligatorischen Gute-Nacht-Geschichte protestiert Kind2 lautstark gegen das Wegräumen des entstandenen Minischnippselhaufens.

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Paul Kalkbrenner (sehr laut und auch wunderbar melancholisch) und The Matthew Herbert Big Band (einfach nur). Trotzdem die Welt nicht verstehen.

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Immer wieder Reisen in virtuelle Welten. Die Faszination des Künstlichen, Grafiken, Interaktion, manchmal träume ich von Literatur, die in Bits und Bytes gegossen wurde. Aber bitte nicht Second Life.

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Im Traum Abwasserrohre verlegt. Mit bloßen Händen im lehmigen Boden gewühlt.

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Ich glaube, Kafka verstanden zu haben. In einem Raum stehen und denken: Genau so wird er das gemeint haben.

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Wie man es schafft, an die Oberfläche steigende Beschimpfungen und Wutausbrüche immer wieder zu bändigen.

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Irgendwann kommt der Gedanke, ein virtueller Messie zu sein. Wissen wird gesammelt, es liegt herum, auf Festplatten, in Mailaccounts, irgendwo, und es bleibt die Frage: Was nutzt dieses Wissen? Ist es am Ende nicht völlig nutzlos? Die Dinge wiederholen sich, als wollte man wirklich, dass sie sich immer wieder genau so wiederholen. Natürlich gibt es immer wieder Stimmen, die viel Gutes sagen und von Veränderungen sprechen, sie werden aber nicht gehört oder missverstanden und fehlinterpretiert oder aber die Veränderungen benötigen Jahrtausende, um ihre Wirkung zu entfalten, so dass sie über viele Generationen gar nicht wahrgenommen werden. Dazu gehörte allerdings Wissen, Wille, Verantwortung. Und genau daran zweifle ich.
 
Do, 20.11.2008 |  # | (866) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

Ein immer wiederkehrender Prozess

S. tritt durch die Tür, draußen tobt ein Sturm, Wolken ziehen, dicke Tropfen schlagen S. ins Gesicht, die Haare wirbeln wild herum, er fröstelt, und drinnen umfängt ihn Wärme. Nicht die wohlige Wärme eines gut geheizten Wohnzimmers im Winter, dafür ist dieses Gebäude nicht geschaffen, diese Wärme ist eher erdrückend, schwer, nur der alles durchdringende Kaffeegeruch erheitert ein wenig die Seele, bringt Farbe in die staubige Luft. Lange Gänge, mit verschiedenen Farben gekennzeichnet, Tür an Tür an Tür, der Boden ist abgewetzt, die Türen verschlissen, früher waren sie vielleicht einmal buchefarbend, heute klebt überall Schmutz und die Farbe blättert ab, die Wände scheinen neu getüncht, Reinweiß ins Grau übergehend, darüber liegt Stille. Hier arbeiten Rechtspflegerin neben Rechtspflegerin, an den Türen stehen Namen, aber es gibt dazu keine Gesichter, keine Aufgaben, hier nicht die Orientierung zu verlieren, fällt schwer. Ab und zu schleppen sich Menschen mit traurigen Gesichtern durch die langen, engen Gänge, Gerichtsverhandlungen, Prozesse, Anträge, Urteile, erdrückend die Macht, die hier im verborgenen liegt, Bedrohungen, ausgelöst durch die unerbittliche Wärme, die, wenn man nicht die schwere Winterjacke abgelegt hat, zu einer erdrückenden Hitze wird, Schweißperlen bilden sich auf der Stirn, der Atem geht schneller, die Gedanken rasen und dann, dann stellt S. am falschen Ort die richtigen Fragen oder am richtigen Ort die falschen Fragen und schnell merkt er, dass nur eine Chance hat, die für immer verloren sein wird, wenn er sie jetzt verpasst.
 
Mi, 19.11.2008 |  # | (647) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: verstaendnisuebung



 

Und weil alles so ist, wie es ist, gibt es heute ein Foto

Morgenstund
 
Di, 18.11.2008 |  # | (615) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: melancholie



 



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(geborgt bei flickr)


Online seit: 08.02.2006
Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57


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