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Zoo Motten, Wespen, Ameisen, Kellerasseln, Ohrenkneifer, Mäuse, Spinnen nicht zu vergessen. Dick, dünn, behaart, nackt, langbeinig, kurzbeinig, quicklebendig oder tot und knusprig trocken.
926 Gestern noch Tiefseetaucher, heute Baumschützer im Sinne der Baumschutzverordnung. Ein paar Fischlein ins Auge schauen und feststellen: Die reden nicht viel, die schwärmen nur so rum und dann froh darüber sein, dass man so ist, wie man ist und nicht anders. Aber das ist alles noch so unsortiert. Also: Erstmal sortieren (Socken, Schlüpfer, Badelatschen) und dann kommt Literaturkritik. Vielleicht. Ich spiele nämlich auch wieder Commander Keen.
Angeln! ![]() (Bildquelle: UpNorth Memories - Don Harrison) Die melancholische Stimme aus vergangener Zeit, durch einen modernen Ohrhörer in meine Ohren geleitet, empfahl mir den Rückzug aus sämtlichen Dingen, also aus dem Alltag. Sie sagte, jedenfalls im übertragenen Sinne, es würde wohl gut tun, sich auf Wesentliches zu konzentrieren. Gutes tun und dabei auch noch irgendwie zu sich selbst finden, das finde ich erstrebenswert und deswegen begebe ich mich jetzt in eine andere Welt. Vielleicht, denke ich mir, entsteht dann auch wieder so etwas wie Substanz, die in letzter Zeit ordentlich und gründlich abgeschliffen wurde, herunter gehobelt bis auf den Grund, Helden müssen ihren Manavorrat auffüllen und ich muss mal wieder andere Dinge tun, keine Briefe mehr verschicken oder sonstige Lästigkeiten, diesen nervenaufreibenden Sondermüll des alltäglichen Lebens. Vieles führt ja auch zu blabla und man kommt sich selbst dann vor wie das laufende Fernsehprogramm: Nichtig. Also lausche ich nun weiter ungestört der melancholischen Stimme aus vergangener Zeit oder auch lautem Kinderlachen oder auch leise ins Ohr geflüstern Worten, man kommt ja sonst zu nichts mehr und so ein Blog, haha, ja, das rennt ja auch nicht weg. Hoffe ich.
903 Kürzlich on the beach gewesen und beachball gespielt. Es war sonnig und das Wasser so, wie das Wasser eines Brandenburger Badesees Ende Juli zu sein hat, glaube ich. Jedenfalls war es nicht klar, sondern eher so grünlich-braun, undurchsichtig und süß. Ich mag ja lieber kaltes klares Wasser. Salzig und blau, so dass man seine Füße drin sehen kann und so weiter. Auch den Müll am Meeresgrund. Trotzdem war es schön, weil ich nämlich schon seit, also, keine Ahnung, Jahren nicht an einem dieser Brandenburger Badeseen gewesen war. Ich finde, das musste mal gesagt werden. Jetzt so, kurz vor ultimo. Und jetzt bitte weiter mit Gewitter.
Entschuldigen Sie bitte die Störung. Heute morgen schon um drei Uhr aufgestanden. Weil es da so schön kühl war. Jetzt ist es heiß. Ich kann meinen Bestseller ja nur schreiben, wenn es kühl ist, also vielleicht im Winter wieder, wenn die Heizung ausfällt. Aber dann ist es ja nicht kühl, sondern kalt. So wird das nie etwas. Die meisten Dinge werden nie etwas. Man braucht sich ja heutzutage auch gar nichts mehr vornehmen. Wird sowieso nix. Also: Auf der Couch liegen und auf die Dinge warten, die vielleicht mal was werden. Ein Gedicht? Ist ja auch viel kürzer als ein Roman. Muss also auch viel einfacher sein. Oder vielleicht arbeiten? Hahaha. Wer sein Geld nicht im Schlaf verdient, ist selber Schuld. Schuld! Meine Güte, was haben wir uns da aufgeladen. Ich würde gern mal oder vielleicht würge ich gern mal? Ich bin ja im Prinzip ganz anders. Und höre auch ganz andere Musik. Hier sollte eigentlich eigentlich stehen, aber eigentlich ist so etwas wie dieses vielleicht, das ja eigentlich ein nein ist. Verstehen Sie? Nein? Das liegt dann an der Wärme. Sie sollten um drei Uhr morgens aufstehen, dann verstehen Sie mich auch. [Ich habe gestern einen alkoholfreien Cocktail getrunken, der Mosquito heißt und wirke seitdem etwas angestochen.]
Heute: Brombeeren ![]() [Vier Meter hoch, isst man sie nicht ganz auf, rückt man ihnen mit maskulinem Arbeitsgerät (näääng, näääng) aus dem Baufachmarkt seines Vertrauens, so es dies in dieser Branche überhaupt geben kann, zuleide und achte auf die Beine, aus Gründen. Heute sauer, morgen süß, man muss schnell sein.]
Le Birnbaum Auf der Straße bewegten sich Menschen, Menschen in Obama-Shirts, Menschen auf der Suche, Menschen, die fotografierten, Menschen, die sich küssten, Menschen, die einfach so vor sich hin leben, Menschen, die Angst vor Terror haben und die schon am Morgen das Gefühl hatten, dass heute, an dem Tag, an dem ein Mann, der etwas will, was er noch nicht hat, so tut, als hätte er es schon und könnte so die Welt irgendwie verändern und Millionen jubeln ihm dann zu, etwas passieren würde, etwas Schreckliches, etwas Bedeutsames; alles Quatsch, Quark, Käse. Aber das werden sie wohl nie einsehen. Er dagegen machte sich auf den Weg, bewegte sich nach außen, an den Rand der Stadt, der unberührt von dem Trubel bleibt, an dem das Leben genauso weiter geht, wie es alle gewohnt sind, ein Ort, an dem Veränderungen sich im Schneckentempo vorwärts bewegen und so kaum wahr genommen werden, weil alle, die hier leben, sich automatisch anpassen und einfach weiterleben, als hätte es nie anders sein sollen. So, sagte er sich als er angekommen war, das ist er also, der Birnbaum, von dem sie immer sprachen, ein stattliches Stück, weit ausladend und hoch und eine von tiefen Furchen durchzogene Rinde. Er setzte sich in den Schatten des Baumes, in das knietiefe Gras, alles um ihn herum war verwildert und zugewachsen, ein paar Sonnenflecken dazwischen, Schattenmoos, über ihm eine wilde Vogelschar und der das Rauschen des Windes in den Baumkronen übertönte das Geräusch der auf der naheliegenden Straße vorbei fahrenden Autos. Schön hier. Und der Birnbaum erst, von dem alle sie schwärmten, sie hatten recht. Wie alt er wohl sein mochte? Hundert Jahre? Oder fünfzig? Fünfzig Jahre mindestens und der Nachbar kam gar nicht mehr raus aus dem Schwärmen, dies sei ja einer der wenigen Bäume, der noch keine Krankheit habe, der völlig gesund sei und im Herbst stiegenweise Birnen abwerfe, süß und voll und duftend. Nur die, die von ganz oben herunter fallen, die kann man nicht mehr essen, sagte er, weil sie so tief fallen und aufplatzen und sich dann Scharen von Ameisen darauf stürzen. Aber soweit war es ja noch nicht, es war Sommer und gerade jetzt diente der Baum als willkommener Schattenplatz, hier war es kühl und angenehm und es fühlte sich gut an. Ein gutes Gefühl am Rande der Stadt. Was zählt, fragte er sich, im Schatten des Baumes sitzend und das vibrierende Handy in der Hand. Was zählt, fragte er sich, als er die Nummer auf dem Display seines Handys sah. Was zählt denn nun wirklich? Das hier vielleicht und sonst nichts? Ja, dachte er, das hier zählt, zumindest fühlte sich das hier so an, dieser Ort, unter dem Birnenbaum und er drückte den lästigen Anrufer zum dritten Mal weg. Jetzt nicht. Vielleicht, dachte er, vielleicht sollte ich das Land einfach kaufen, dieses Land, rund um den Birnbaum, der, wenn er reden könnte, wohl Geschichten erzählte, von all dem, was hier einmal passierte und der einem sagen könnte, ob das Gefühl nun wirklich stimmt oder ob man sich nur getäuscht hat. Aber das Gefühl stimmte. Es musste stimmen. Denn, wenn man seinen eigenen Gefühlen nicht mehr vertrauen kann, wem dann? Und der alte Birnbaum wankte zustimmend im Wind, der immer wieder rauschend durch seine Krone fuhr. Ja, sagte er sich, das ist es. Genau das.
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![]() (geborgt bei flickr)
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Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57 Links: ... Home ... Blogrolle (in progress) ... Themen ... Impressum ... Sammlerstücke ... Metametameta ... Blogger.de ... Spenden Archiviertes:
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