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Der Stock Die Welt geht am Stock, um mich einmal mehr selbst zu zitieren, denn Mensch ist so und mag sich selbst unheimlich gern, meistens, und der Rest ist manchmal einfach nur egal. Das ist eine Interpretation der düsteren Art, aber angesichts der sogenannten Joghurt-Krise, wunderbar dargestellt und toll diskutiert im Hause Cabman ("Das Joghurt-Prinzip"), übrigens auch ein Zeichen von Qualität in Blogs, nicht verwunderlich. Ich kann natürlich nicht mitreden, denn ich meide Joghurt und beschränke mich in Sachen Milchprodukte meist auf eine einzige Sorte Quark, die aber in drei verschiedenen Supermärkten unter drei verschiedenen Namen angeboten wird, aber immer haargenau gleich schmeckt. Komische Welt. Ganz passend dazu eine persönliche Beobachtung zum sogenannten Klimawandel, einem realen Disaster menschlichen Ursprungs. Beides erklärt auch die dunkle Grundstimmung meinerseits, denn auch ich habe gesündigt und frage mich, wer mir nun Absolution erteilen soll. [Dieser Beitrag ist ein update zum Kunststück "geh-reimt"]
geh-reimt ach, meck, meck, meck, ach, mock, mock, mock, ich hab jetzt einen schock, schock, schock. denn uns're welt, die geht, uns're welt, die geht, ja, unsre welt, die geht, am stock stock stock. (und wer das albern findet, möge bitte jetzt wegrennen, denn es geht noch weiter.) und auch kein blog, blog, blog, und auch kein block, block, block, (wart) wird das noch richten können. (ein hoffnungsschimmer: vielleicht hilft ja hubschraubereinsatz.)
Wellensittich entflohen "Wellensittich entflohen", leider keine Kamera dabei gehabt, sonst hätte ich das ja auch einfach aufnehmen können, also digital auf einen Datenträger bannen und in die digitale Welt hinein kopieren können, ist das reale Leben erst einmal voll digitalisiert, auf Datenträger festgehalten, kann es universell verwendet werden, zum Beispiel in einem Blog, zur Belustigung von ein paar Leutchen, die zufällig oder auch mal ganz bewusst vorbei kommen, um teilzuhaben, an dem großen Ganzen eines Einzelteiles. Elementarteilchen, wollte ich ja auch mal lesen. Mal lesen. Dafür bleibt gerade mal das Buch im Rucksack stecken, es ist so ein Buch, das die FAZ irgendwie deutschsprachiges Kulturerbe oder so nennen würde, gestern las ich wieder einmal so einen Kulturuntergangsartikel dort, irgendein Erbe ginge verloren, die deutsche Sprache, vielleicht, weil Lehrer den Schülern, ach, das war alles so, hmm, na ja, egal. Die FAZ erinnert mich immer an meinen alten Deutschlehrer, der gar nicht so alt war, sondern jung und überhaupt nicht Lehrer sein wollte, was er die Schüler spüren ließ, mit intellektueller Kälte und einem Schuss Überheblichkeit. Sehr traumatisch. Abends huschten ein paar dunkle Typen durch die Straßen und ich dachte an früher, als ich auch mal so durch die Straßen huschte und dann stand so ein Jungspund vor der Tür und machte sich am Briefkasten zu schaffen und als ich kam und ihn ansah, wurde er ganz zackig, zackig und auf seinem Rucksack stand in so einer Runenschrift (weiß auf schwarz) "Todesstrafe für Kinderschänder" und da wusste ich, woher der Wind hier wehte und warum der Kerl so zackig wirkte. Zack, zack, dachte ich, hau ab, aber da war schon dieses von Überfremdung überschäumende Blatt im Briefkasten verschwunden und als ich es heraus fischte und zu lesen begann, bekam ich Bauchschmerzen. Kein Wunder, dass Wellensittiche entfliehen, bei diesem Wetter und diesen Menschen, sehr verständlich. [Habe kurz überlegt, dieses Nazi-Gewäsch mit dem hitlerizer ein wenig zu bearbeiten. Allerdings, fragte ich mich, verstünden "die Blogger" überhaupt diese Ironie?]
893 Ein morgendlicher Anfall semiromantischer Heuligkeit und dann den Geschirrspüler ausräumen. Ein dreijähriger Junge, der Songs von Falco singt. Ein zweijähriges Mädchen, dass ein T-Shirt von den Ramones trägt und die Eltern versuchen sich in so einer Art Brangelina-Kopie, die aber nur billig wirkt und Brangelina sowieso nur, aber lassen wir das. Der Punk, der mich nach einer nicht mehr benötigten Fahrkarte fragt und dessen Handy in genau diesem Moment klingelt. Der Blick von oben, aus einem Transporter heraus, diese erhöhte Sitzposition und der Mann auf dem BSR-Hof, der auch lachte. Der dreijährige Junge, der selbst ausgedachte Lieder am Frühstückstisch singt und behauptet, dieser Tai Lung zu sein. Dann bin ich aber der dicke Panda, sage ich, und wir grinsen beide. Sonnenschein und Wolkenbruch, so ist das immer.
M5 Ein Mann mit verschlafenem Gesicht, unrasiert, schläft immer wieder ein, der linke Arm, den er mit dem Ellenbogen gegen das Fenster stützt, fällt ständig herunter, dann erschrickt er, zuckt zusammen und wird kurz wach. Ab und zu öffnet er die Augen, nein, er versucht die Augen zu öffnen, aber es gelingt ihm nicht, immer wieder kippt er weg, in die Halbwelt des Schlafes. Schläft er, lässt er dabei den Mund auf, das sieht dann schlimm aus. Sein Handy klingelt, er geht ran, murmelt Dinge ins Mikrofon und schläft dabei immer wieder ein und zuckt dann zusammen und murmelt und schläft wieder ein, wacht wieder auf und so weiter. Auf seinem dreckigen, grauen Arbeitsoverall steht: Im Auftrag der BVG. Eine Frau wankt den Weg an der Haltestelle entlang, sie trägt rote Schuhe, die sexy sind, in denen sie aber nicht laufen kann. Sie sieht aus, als wäre sie gerade ebend aufgestanden, dabei ist sie gar nicht gerade ebend aufgestanden, sondern schon vor einer Stunde oder auch schon vor zwei Stunden, vielleicht hat sie aber auch gar nicht erst geschlafen, ihr Gesicht wirkt verquollen, sie hat sich geschminkt und versucht, sich zu verstecken, die Müdigkeit zu vertuschen, als sollte niemand sehen, dass sie fertig und irgendwie auch am Ende ist. Also schaue ich weg. Dann schaue ich wieder hin, in ihrem Gesicht ein Anflug von Lächeln, ich nicke ihr kurz zu, ganz unverbindlich und entschuldige mich damit für meine Vermutungen, diese vermeintlichen Einblicke in ihr Leben, die am Ende aber nur ungewiss bleiben, wahrscheinlich völlig falsch sind. Die Bahn fährt weiter, die Sonne scheint, Autos fahren und auch Fahrradfahrer, wieder ein Tag und dann noch einer und noch einer und immer so weiter, ein wenig Meer wäre jetzt nicht schlecht und ein warmer Sommerwind und Sand zwischen den Zehen, aber Träume bleiben am Ende eben immer nur Träume.
889 ![]() Selbst mein guter Freund Oli, mit dem ich schon so manche Zigarette schmauchte und der mich immer gut unterhalten hat, mag das graue, regnerische Sommerleid nicht mehr ertragen, nun lässt er den Kopf hängen und möchte auch gar nicht mehr in die Kamera grinsen. Du, fragte er mich, wie kannst du das nur aushalten, du, als Sommertyp, dieses Trüb in Trüb, diese Luftfeuchte, die nicht einmal schwitzend macht, dieses Bläh in Bläh? Ich jammere nicht, sagte ich, ich schau mir Bilder an, aus besseren Zeiten, in denen noch niemand vom Klimawandel sprach oder von Benzinpreisen und irgendwann dann werde ich mich auf mein Fahrrad schwingen und in den Süden radeln, auf der Suche nach dem Glück, ganz ökologisch rein und werde die Welt retten und die Sonne wieder an den richtigen Platz zaubern. Dazu, ergänzte ich frech, werde ich natürlich ein Stück von Rudi Carrell auf den Lippen haben und laut über alle lachen, die meinen, größere Probleme als das trübe Wetter zu haben, denn sie wissen ja nicht, das alles mit allem zusammenhängt.
Wacholderbaum Vielleicht noch ein paar Fotos für das Archiv und dann sagen alle brav "Auf Wiedersehen.", auf das man sich mal wieder sieht. Hoffentlich nicht so bald. Alles Lüge, denkt man dann. In einem Anflug von Gestaltungskraft, man selbst nennt es erst gar nicht Kunst, wie käme man nur dazu und so weiter, wird gestaltet, was das Zeug hält, ein Baum muss dann zum Beispiel herhalten, ein Wacholder, mit nach Zitrone riechenden Ästen, dick und gesund, weit ausladend und in den Himmel ragend, also schon viel zu hoch und überhaupt ganz störend. Die anderen. Im ersten Moment nimmt er ein toskanisches Aussehen an, unten ganz kahl, in der Mitte buschig, raketenhaft in den Himmel zeigend, voller Lebenskraft, er könnte Alleen verzieren und Bilder von Sonnenuntergängen, vielleicht auch auf flickr, für die, die nicht mehr reisen wollen. Dann wird er umarmt, der Baum, es tut einem ja doch ein wenig leid, vielleicht, aber leise flüstert man zwischen die Äste: Es geht nicht anders, wir müssen uns trennen. Das arme Wesen wird dann seiner Wurzel beraubt, sie wird herausgeschnitten, ganz trocken die trockene Erde entfernt, der Ballen herausgerissen, der Baum gelegt, gefällt, es rauscht und knallt kurz, dann ist es geschehen, aber nicht vorbei. Dort liegt er nun, streng duftend, aber sein Grün vergeht schon jetzt, er stirbt, jeder Möglichkeit der Nahrungszufuhr beraubt. Doch auch so nimmt er Platz weg, darum zerlegt man das unhandliche Ding, es liegt ja eh nur so herum, man zerschneidet es, in hundert Stücke, macht es klein, sägt mit der Säge, schneidet mit der Schere, hackt mit der Axt. Die Säge reißt, die Schere schneidet leise und hinterlässt feine Kanten, unter der Wucht der Axt splittert das Holz. Die großen Stücke werden getrocknet und dürfen im nächsten Jahr, zu Weihnachten vielleicht, die Familie ist versammelt und singt, im Kamin dann fein knacken und knuspern und lodernd dahin gehen, während die kleinen, feinen Äste, dunkelgrün und kräftig, durch ein Quetschwerk gehen, in dem sie passend gemacht werden, passend für große, dunkelblaue Leichensäcke, in denen sie gelagert werden und abtransportiert, in die Kompostieranlage. Ein anonymer Tod. Später am Tag wird dann noch einmal das Werk bestaunt, eine leere, kahle Stelle, unbewachsen das Fleckchen Erde, beschützt vom dichten Astwerk des Wacholders, der nun nicht einmal mehr stöhnt oder knackt, der nun, in Einzelteile zerlegt, verwertet wird. Hier wird Gras wachsen, denkt man im Schweiße seines Angesichts, noch einmal an der Bierflasche nippend, oder vielleicht ein kleiner Busch oder whatever, aber irgendjemand sagte doch: Mach das weg! und so tat man das, pflichtbewusst und beflissen, warum wehren, es wächst ja doch wieder etwas nach.
882 Dass ich zwei verschiedene Schuhe an hatte, sagte mir Claudia Effenberg erst am Alexanderplatz. Da war es aber schon zu spät. Der Makler war entsprechend sauer und verdoppelte die Courtage. Warum denn nur, fragte ich, aber statt zu antworten, drohte er mit einer weiteren Verdreifachung. Da kann ich ja auch gleich den ganzen Potsdamer Platz kaufen. Wir lachten. In der nächsten Woche steigen die Ölpreise, sagte der, Ferienbeginn, verstärkte Nachfrage von Sonnenöl. Glaube ich. Die Scheichs werdens schon richten, schrieb wahrscheinlich die BLÖD. Oder wer auch immer. Vielleicht mach ich auch mal wieder ein Foto. Oder zwei. Oder falle ermattet ins youtube.
Paprikapastete Mein erster Gedanke heute morgen galt meiner Lieblingswurst, der Paprikapastete, die ich und der andere Kleine anbeteten, beteten wir Wurstwaren an. Aber das tun ja nur Heiden. Ich dachte mir kurz, angesichts der so lieblich lecker lachenden Pastete, der Rohölpreise und der steigenden Preise für hochwertiges Mineralwasser, dass diese Paprikapastete demnächst eben nicht mehr von einem chinesischen Hinterhoffleischer aus der Provinz Chinchinchin zusammengemanscht werden dürfte, sondern vom Fleischer Eduard, gleich nebenan, weil der demnächst wieder billiger produzieren wird, als sein ewig lächelnder Kollege im fernen China. Auch ohne Hund. Ich freute mich also kurz und draußen sangen Vögel und ich fühlte mich plötzlich so richtig gut. Leider werde ich dann zu meinen deutschen Brötchen, mit deutscher Butter beschmiert und deutscher Paprikapastete belegt, deutschen Muckefuck trinken müssen, denn afrikanischer Hochlandkaffee (oder auch südamerikanischer Kokskaffee), wird demnächst wohl genauso teuer sein, wie Kaviar, nicht der vom Seehasen, sondern der vom armen Stör (Beluga). Das wäre furchtbar und tragisch und auch geschmacklich keine Alternative, es müssen also andere Wege gefunden werden, vielleicht transportiert jemand demnächst Kaffeebohnen auf Eisbrechern mit Kernreaktor, weil das viel billiger ist? Und was ist mit Tee? Egal, Hauptsache ich kann meinen echten Kaffee trinken. Und ansonsten natürlich nur noch Rotkäppchen-Sekt. Prost.
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![]() (geborgt bei flickr)
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Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57 Links: ... Home ... Blogrolle (in progress) ... Themen ... Impressum ... Sammlerstücke ... Metametameta ... Blogger.de ... Spenden Archiviertes:
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