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Just for you, Miss Schlüssi (natürlich nicht nur, aber vor allen Dingen). Nichts besonderes mehr, in diesem Jahr, nur dieses Ende hier noch, vielleicht ein wenig verwirrend, komisch, womöglich so eine Art Jahresrückblick nach Bufflon-Art, nicht für ein perfektes Dinner geeignet. Mir bleibt nur noch zu sagen: Rutschen Sie alle gut, aber nicht aus, lassen Sie es krachen, wie auch immer und natürlich sehen wir uns im nächsten Jahr.
Zwischenspiel im Zwischenspiel Warum? Darum. 2 In der Dunkelheit sah ich keinen Tunnel mit einem hellen Licht am Ende, das langsam näher kam, obwohl es wohl gepasst hätte. Nein, ich sah einen Bildschirm auf dem alten Sekretär meines Urgroßvaters, den er Ende der zwanziger Jahre irgendwie aus Posen nach Berlin gebracht hatte, schwach ausgeleuchtet auf einer sonst schwarzen Bühne, jedenfalls sah es so aus. Auf dem Bildschirm war ein Browserfenster geöffnet und es lief folgendes Video: Lange konnte ich dieses Bild allerdings nicht genießen, irgendwann kam die Dunkelheit wieder. Und die unglaubliche Stille.
Zwischenspiel oder Das Ende einer Spaßgesellschaft 1 Was für ein Fest. Nein, nicht turbulent, aber auch nicht spektakulär, eher erkenntnisreich. Keine tiefgründigen Erkenntnisse, nein, überhaupt nicht, im Prinzip war es eher ein dumpfer Schlag, der das lang gehegte und gepflegte Brett vor dem Kopf entfernte, endlich, ein Ende der Spaßgesellschaft, im nächsten Jahr fahren wir vielleicht ganz weit weg. An die Ostsee, das wäre meine spontane Idee. Am Ende stolperte ich, den Gürtel ein Loch weiter gestellt, durch die kalte Nacht und drehte den MP3-Player auf volle Lautstärke. Endlich wieder ordentliche Musik, nicht dieses Gesäusel vom heiligen Abend, von der heiligen Nacht, endlich wieder ich, endlich wieder ein wenig Normalität. Selbst der Hund atmete wieder auf, nicht mehr diesen leckeren Gerüchen nachhecheln, darauf hoffen, dass etwas von der leckeren, fetten Gänsekruste vom Tisch fällt. Nein, das Fest war nicht schlimm, es war ok. Und gerade in diesem Moment sang Thees Uhlmann etwas von einem passionierten Mensch in einem mediokren Land und ich fragte mich, warum diesmal das Mittelmaß ausreichte, um trotzdem ein gutes Gefühl zu hinterlassen. Egal, ich sang laut mit und sprang herum, wie ein Verrückter, mir doch wurst. In der Wohnung schliefen schon alle, selbst die Angebetete schnarchte süß vor sich hin. Ich stürzte mich hinein, in das wunderbar kühle Bett, tief schlafen, dies war mein einziges Ziel in dieser Nacht, tief schlafen, mehr nicht. Noch schnell ein paar Zeilen lesen, doch das Buch fiel mir schnell aus der Hand, die müden Augen zu, der Körper wurde ganz schwer. Komm zu mir Nacht, dachte ich und ließ mich fallen. Süße Schwere umfing mich, ein tiefer, bodenloser Fall, erst ein dunkles Nichts, dann wohlig warme Farben und doch stand ich irgendwann unvermittelt wieder auf, zog mir ein paar dicke Socken an und schaltete die wunderbar gelblich-warme Beleuchtung des Weihnachtsbaums ein. Ein kurzer melancholischer Blick auf die Geschenke unter dem Baum, die der Weihnachtsmann dort angeblich hinterlassen hatte und ich lief schleichend durch den Flur, nahm meinen Schlüssel und ging durch die Wohnungstür hinaus. Der Hausflur war dunkel und kalt, jemand hatte die Tür zum Hof aufgelassen, immer wieder dasselbe, ärgerte ich mich, zog doch dann immer die kalte Luft in unsere Wohnung. Ich schaltete das Licht an und entdeckte an der gegenüberliegenden Wand eine Postkarte, die dort jemand mit durchsichtigem Klebeband auf den Fliesen befestigt hatte. Auf der Vorderseite war Albert Einstein zu sehen, er stand vor einer Tafel und auf deutete verschiedene Formeln, auf der Rückseite stand mit hecktischem Schriftzug der Spruch „Geist ist geil!“ Wer hatte diese Karte dort angebracht? Albert Einstein? Geist ist geil? Und warum war eigentlich diese verdammte Tür offen? Ärgerlich ging ich zur Hoftür, um sie zu schließen, über die Karte konnte ich mir später noch Gedanken machen. Auf dem Hof hörte ich komische Geräusche, die eindeutig nicht zum normalen Geräuschpegel in unserem Haus gehörten. Es war ein wildes durcheinander von Stimmen, gedämpft, aber trotzdem hörbar, ein wenig Musik dazu und ich fragte mich, woher diese Geräusche wohl kamen. War etwa der DJ aus der dritten Etage im Hinterhaus wieder eingezogen und versorgte uns nun wieder mit den neuesten Klängen aus der Berliner Clubszene, zu jeder Tages- und Nachtzeit? Ich trat heraus auf den dunklen Hof, der Boden war feucht und kalt, alles andere als angenehm, aber ich war neugierig. Der gedämpfte Lärm kam nicht von oben, aus irgendeiner der Wohnungen im Hinterhaus oder den Nachbarhäusern, sondern eher von unten und mein Blick fiel augenblicklich auf die Kellertür, die komischerweise offen stand. Doch nicht nur dies war komisch, merkwürdigerweise leuchtete nicht das sonst übliche grelle weiße Licht der Kellerbeleuchtung aus dem Keller, sondern nur ein schummriges blaues Licht, das von dichten Nebelschwaden verschleiert wurde. Was war da los? Neugierig ging ich in Richtung Keller und versuchte, die Treppe herunter zu schauen und irgendetwas zu erkennen. Die Stimmen und die Musik wurden zwar deutlicher, doch ich konnte nicht in den Keller hineinschauen, überall hingen die dicken Nebelschwaden, beleuchtet von diesem kalten, blauen Licht. Ich trat auf die Schwelle zu Kellertreppe und wollte auf den Schalter für die Kellerlampen drücken, als der Boden unter meinen Füßen nachgab und ich mit einem heftigen Ruck nach unten rutschte. Ich fiel mit dem Rücken auf den staubigen Boden des Kellers, konnte meinen Kopf kaum halten und schlug hart mit dem Hinterkopf auf dem kalten, bröckeligen Lehmboden auf. Das blaue Licht verwandelte sich schlagartig in tiefe, schwarze Dunkelheit, die Stimmen und die Musik verschwanden sofort und plötzlich wurde es unheimlich still.
Hansi Kasupke: Icke, wa. Heut mittach hab ick nen Text von Fallada jelesen, ja, sonen einfachet Jemüt wie ick macht dit och manchma, wa, und dabei hab ick mir erinnert, dass ick hier ja noch sülzen darf. Nu is dit aber so, dass dit Jahr nun fast rum iss, wa, sacht och der Büffel, und deswejen red ick och janich mehr soviel hier, obwohl ick ja ne Menge zu labern hab. Zum Beispiel wollt ick sajen, dass ick so manch eene und eenen richtich supa finde, aber der Büffel sacht, ick soll ma zurückhalten, mit sonen Liebesbekundungen. Also beschränk ick mir erstma uff jute Wünsche zum Weihnachtsfeste und wünsche och noch nen juten Rutsch wa, und brechen Se sich ma nich de Beene, und dit allet nich ohne druff hinweisen zu tun, dass ick tatsächlich vor habe, hier wieda mehr rumzulabern. Dit iss jetze keene Drohung. Bis denn irjentwann ma, wa. PS: Ick wollt noch sajen, dass ick den Weihnachtskalender vom Taximann richtich dufte finde, wa, und dass ick dit schade finde, dass sone Texte wie der von der Frau Schlüsseldings oder dit kleene Musikstückchen von der Frau Diagonale janich sone richtije Beachtung finden, scheinbar. Nur ma so nebenbei.
Immer wieder Knecht »Knecht Ruprecht«, rief es, »alter Gesell, Hebe die Beine und spute dich schnell! Die Kerzen fangen zu brennen an, Das Himmelstor ist aufgetan, Alt' und Junge sollen nun Von der Jagd des Lebens einmal ruhn; Und morgen flieg ich hinab zur Erden, Denn es soll wieder Weihnachten werden!« (Knecht Ruprecht von Theodor Storm) Seit Kindertagen begleitet mich dieses Gedicht, immer wenn die Weihnachtszeit näher rückt, hole ich meinen Sammelband hervor, "Wunderweiße Nacht", und lese den "Knecht Ruprecht", da kann ich nichts gegen machen, es ist ein Ritual. Die Kinder interessiert das nicht so, die sind froh, wenn der Weihnachtsmann die Rute stecken lässt, ja, wie sie respektvoll leiser und ihre Augen größer werden, wenn er dann vor ihnen steht, scheinbar leibhaftig, mit Bart und Mantel. Ihnen ist egal, wer ihn erfunden hat, ob er Knecht Ruprecht heißt oder Weihnachtsmann, sie glauben an ihn, an seinen Zauber, schauen ihn mit glänzenden Augen an, vertrauen darauf, dass er ihre Wünsche erfüllt, weil sie im Grunde ihres Herzens artig waren. Wenn sie irgendwann nicht mehr an ihn glauben, wird ein Stück Kind-sein verloren gehen, denke ich manchmal und muss dann über mich selbst lachen. So ist der Lauf der Dinge, so ist das nun mal. Man kann sie nicht ewig belügen, sie wachsen, lernen, erkennen und entdecken und irgendwann werden sie erwachsen sein, kaum noch an wunderliche Dinge glauben, schon gar nicht an den Weihnachtsmann, da kann man nichts gegen machen, schade. In diesem Jahr habe ich es nicht geschafft, all meine Weihnachtsgrüße loszuwerden, der und dem wollte ich noch schreiben, mich bedanken, grüßen und Glück wünschen, nein, ich habe es nicht geschafft, wie so oft. Ich fütterte lieber meinen Affen und nun klingt es meinem Kopf, ein Wirrwarr aus "All I want for Christmas", "Coming home for Christmas" und "Jauchzet und frohlocket", am liebsten wäre ich hier. Nun denn, haken wir es ab, ziehen einen Strich und schließen ein paar Türen ab, ich setze mich an die reich gedeckte Tafel und lass die Seele baumeln, alles einmal durchlüften, auffrischen für neue Taten, gehaben Sie sich wohl, feiern Sie oder lassen Sie es, jedem Tierchen sein Pläsierchen, weitergehen wird es immer, irgendwie. Frohes Fest.
Zwei Seelen in einer Brust, beobachtet beim Kaffeklatsch, die eine mit doppelten Espresso in einer Tasse mit viel zu kleinem Henkel, mit ordentlich Zucker, das ergibt ein bittersüßes Gebräu, bittersüß ist ja nicht unbedingt die schlechteste Gemütslage, die andere mit einem frech süßen Mocchachino, ein komisches Mixgetränk, für die mittelmäßigen, langweiligen Tage im Leben, ab und an ganz interessant. Dazu gibts scheinbar auch Alkohol. "Schreibst grad nicht so viel, mmmhhh? "Joa, ähm, nöö, na ja, doch, eigentlich schon. Wie mans nimmt." "Hör auf zu stammeln, Stammliger. Und nicht rot werden. Wollte ja nur wissen." "Ja, nee, hast ja recht, aber, irgendwie kriecht es vor sich hin." "Was?" "Das innere Tier." "Du meinst deinen Schweinehund, den du nicht in Griff bekommst?" "Pah, Schweinehund, den lass mal stecken. Gestern erst habe ich den Angriff der sieben Zwerge über mich ergehen lassen. Zum Glück war ich nicht ganz allein, sondern hatte noch Rotkäppchen mit dabei, eine ganze Flasche für mich allein. Und noch eine für die Angebetete." "Und dann sitzte hier schon wieder und trinkst Rum?" "Hahaha, was für ein Wortspiel. Wir haben sie in den Griff bekommen, alle sieben Zwerge, wir hielten sie in Schach, obwohl Schneewittchen nicht kam, nur eine böse Hexe." "Lass mal deine Familienprobleme stecken." "Probleme? Probleme? PROBLEME? Du bekommst gleich welche. Jedenfalls legten wir sie um, nein, nicht wirklich, obwohl wir das zeitweise gern getan hätten, aber sehen wir aus wie Vincent Vega und Jules Winnfield? Nö, ich bin dünner als Travolta und die Angebetete hat schon gar nicht solche Löckchen. Na ja, ganz abgesehen von der Hautfarbe. Trotzdem haben wir sie umgelegt, haben uns nicht übertölpeln lassen. Doch nicht von sieben Zwergen. Aber, das muss man ihnen lassen, sie haben uns geschafft. Selbst die shopping-erprobte Angebetete." "Jammerlappen. Es gibt Menschen, die ertragen so etwas berufsmäßig." "Dickes Fell, vermute ich. Aber: Hut ab! Was ich aber eigentlich sagen wollte: Den Schweinehund, diesen räudigen, hab ich dreckiges Tier sein lassen, hab mir blütenweiße Gedanken gemacht und schon gings. Trotzdem kriecht das innere Tier vor sich hin, ganz gemächlich, aber stetig." "Rätselhafter, sprich dich aus." "Kennst du das nicht, dieses Gefühl, an etwas unbestimmtes denken zu müssen, dieses Gefühl, dass sich irgendwo in der letzten Ecke der Denkanstalt etwas ungreifbares eingeschlossen hat und nur ab und zu ganz kleine, gold-glänzende Fäden herauslässt, die dich vermuten lassen, was dahinter stecken könnte? Und denn stehst du vor der Tür, bist verblüfft über das ganze glitzernde Gewusel, dass aus den kleinen Ritzen hervorkommt und rüttelst wie ein Verrückter an der Tür, ohne sie tatsächlich öffnen zu können?" "Hol doch mal Luft, Verrückter." "Hör zu, hör zu! Was steckt denn nun dahinter, was? Was versteckt sich dort? Und, was, wenn die Tür tatsächlich irgendwann aufgeht? Erstrahlt dann alles in goldenem Glanz? Oder vergeht das wunderbare Glitzern in genau diesem einen Moment und dann ist alles vorbei? Oder öffnet sich gar so eine Art Büchse der Pandora und heraus tritt eine Ansammlung von Bösartigkeiten?" "Du verwirrst mich. Was meinst du denn mit diesem ganzen Mist?" "Manchmal hebe ich diese Streifen auf, schaue sie mir an, schau mir an, was sie bedeuten könnten, vermute, rätsle, staune. Manches davon schreibe ich auf, manches vergesse ich auch gleich wieder, die Streifen zerrinen einfach so in meiner Hand, lösen sich auf und das tut meistens weh. Und dann, meistens nachts, wenn alles still ist, alles schläft, liege ich wach und dann stehe ich eben vor dieser Tür, rüttle daran, mal ganz vorsichtig, dann wie ein Verrückter, aber sie öffnet sich nicht. Nein, sie bewegt sich nicht einmal. Nur den Glanz dahinter, den kann ich trotzdem erahnen, kann spekulieren, rätseln, mich verzaubern lassen, sehen kann ich dasgroße Ganze nicht. Ein komisches Gefühl." "Spinner. Echt jetzt. Trink mal noch einen. Ich werd dich nie wieder fragen, ob du schreibst oder nicht. Du machst mir Angst."
5 Jahre, bitterkalter Abend, mit dem Auto über die Straßen geholpert, jedes Rucken des Wagens eine Qual, die gepackte Tasche auf dem Rücksitz, alles fühlt sich an, wie ein kräftiger Schlag in die Magengrube. Es geht los, es geht los. Hektik bleibt aus, alles so, als ob man es schon einmal durchgespielt hat, unaufhaltsam durch die Dunkelheit, später gedämpftes Licht, alles neu, alles anders, hilflos daneben stehen, nichts wirklich tun können, außer da zu sein, das Wunder bewundern ohne zu begreifen, nicht wirklich mitfühlen können, nichts ändern können, der Moment, an dem man eins wird, wie am Anfang, geschafft, alles so zart und zerbrechlich, so klein, so vollkommen, Stille. Einsam mit einem Hochgefühl, einem unglaublichen Kribbeln im ganzen Körper, durch die dunkle, leere Stadt fahren, alles andere ist egal, es gibt nur diesen einen wunderbaren Gedanken. Selbstvergessen den Rauch in die kalte Luft atmen, sich einen ordentlichen Schluck gönnen, glücklich zum Telefon greifen, scheiß auf die Uhrzeit, schnell die Nummer wählen: Ja, er ist da.
Russische Nächte Ich bin ein unsichtbarer Vogel, ich bin ein losgelöstes Tier. Ich seh die ganze Welt im Fliegen, aus wunderschönen Perspektiven. (Olli Schulz, Unsichtbarer Vogel) ![]() Wunderschöne Nacht, dunkel, kalt und still, "alles schläft, einsam wacht", da könnte ich glatt zum Sänger werden, die Gitarre auspacken und gesungene Geschichten erzählen. Schlimm nur, dass dabei die Stimmung flöten ginge, denn singen war noch nie meine Stärke und Gitarre, na ja, wer bringts mir bei? Deshalb kritzle ich unvollkommen und still in mein kleines Heftchen hinein, kritzekleine Gedanken, alles nicht der Rede wert, würde ich zeichnen können, könnte ich an den richtigen Stellen noch ein paar Skizzen anbringen, aber auch das ist nicht mein Ding. Lieder und Bilder bleiben also ungesungen und ungemalt in meinem Kopf, genauso wie verworrene Träume, in denen ich ganze Beiträge im Blog erträume, inklusive der Kommentare, ganze Diskussionen erträume ich mir, teilweise in russischer Sprache, dann schwimme ich mit einem kleinen russischen Jungen in einem Haifischbecken, ich glaube, es war in Florida, alles ganz lustig, der Hai ist ein Delphin, der sich als Weißer Hai verkleidet hat, dann wird es dunkel, die Eltern laden mich zum Essen ein, es gibt Borschtsch, Pelmeni und natürlich Wodka, guten Wodka, und am Ende sitzen wir alle am warmen Ofen, mit roten Nasen und glühenden Wangen, der Großvater, Deduschka, spielt auf der Balalaika, natürlich, wir singen schwermütige Lieder von der Heimat, Rodina, weite Felder, grenzenlos, endlose Weite, karge Holzhütten hier und da, alte Frauen sitzen davor und unterhalten sich, sie haben kaum noch Zähne im Mund, Mütterchen, Babuschka, sage ich zu einer, erzähl mir von deinem Leben, erzähl, bis Wehmut und Melancholie mich packen, bis ich am Boden liege, bis ich nicht mehr kann. Und sie erzählt und erzählt und ich schreibe russische Kommentare in mein Blog, diskutiere, an allem vorbei, verstehe nichts, nicht sie, nicht andere, nicht einmal mich und am Ende liege ich schlafend mit dem Kopf auf meinem Notizbuch, wache auf und erkenne wirre Schrift, kaum zu entziffern, Hieroglyphen, teilweise kyrillisch, wieder einmal eine verworrene Nacht, die Dämmerung lässt auf sich warten, ich lege mich ins Bett und falle in einen traumlosen Schlaf.
Ja, nee, ist klar. Blogger-Prototyp. Erinnert mich irgendwie an ISO-Norm und Weihnachtshohlkörper. Letztere mag ich ja gern, auch zu Ostern, am besten ohne Füllung. Blogger mag ich am liebsten so, wie sie sind, auch wenn sie aus Versehen ihr Blog anzünden oder mal für nen Tag zu machen. Oder, oder, oder. Man will ja keinen vergessen. Und wenn Bloggen morgen nicht mehr "Bloggen" heißen sollte, sondern "Hatschi", dann sag ich "Gesundheit" und mag trotzdem noch alle. [via]
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![]() (geborgt bei flickr)
Online seit: 08.02.2006
Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57 Links: ... Home ... Blogrolle (in progress) ... Themen ... Impressum ... Sammlerstücke ... Metametameta ... Blogger.de ... Spenden Archiviertes:
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