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Manche Tage fangen eckig an und enden unerwartet rund. Heute morgen holperte ich mich durch die Gegend, fluchte über eine verpasste Bahn und schlechten Kaffee, nach Sonnenuntergang fing ich an zu lächeln, so ist das, wenn etwas so läuft, wie man es sich vorgestellt hat. Yes. Dann ein ganz privates Konzert zu Hause, Männer allein zu Haus, sie tun nichts von dem, was sie eigentlich sollten, schon gar nicht, wenn sie verboten gute Laune haben. Gerade als ich lautstark ein soulmates never die durch die Bude jaulen wollte, erschien mir Bob der Baumeister, nein, nicht das Kaninchen, ein blonder Zwerg, gelb behelmt, wild hüpfend und Luftgitarre spielend, soulmates never die. Später wurde ich mit "Ach, da ist ja der Latte-Mann" empfangen, ich war perplex und wollte den Spruch gleich auf mein T-Shirt haben. Ich beobachtete Espresso schlürfend drei junge Damen beim Tratschen, unglaublich, worauf Frauen so alles achten, Mann entgeht tatsächlich einiges, ist mir alles noch nicht aufgefallen. So, und jetzt, jetzt geh ich erstmal rauchen, für den Genuss, nicht für die Sucht, die ist längst überwunden.
 
Sa, 16.12.2006 |  # | (552) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: reality blogging



 

Nicht unmotiviert, derzeit, allerdings ein wenig verkrampft.

[Diese losen, kurzen Sätze werden scheinbar zum Freitagsritual. Eins, zwo.]
 
Fr, 15.12.2006 |  # | (857) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: kurze saetze trallalla



 

Ruhe in Frieden

Gestern zog der schwarze Duft des Todes durch die in diesem einen Moment viel zu stille Wohnung, ein letztes, kraftvolles Zucken und eine kleine Kaninchenseele entschwand in vielleicht weit entfernte Regionen, verließ den geschundenen Kaninchenkörper, befreite sich von den Fesseln des irdischen Kaninchenlebens, entschwand leise aus seinem goldenen Käfig. Ein schmerzlicher Verlust, vor allem für die Kinder, die dieses kleine, schwarze Tierchen unbedingt nach diesem komischen Baumeister mit den sprechenden Baumaschinen benennen mussten, fortan wird dieser uns also an unser armes, kleines Zwergkaninchen erinnern. Gierig stürzte sich der kleine Racker auf die ihm täglich dargebotenen Leckereien, Möhren, altes Brot, Kartoffelschalen oder Heu, er lebte in Saus und Braus und fraß auch nur ein oder zwei Mal ein Kabel an, er meinte es nicht bös, das lag in seiner Natur, ansonsten war er ruhig und wunderbar erträglich, vor allem wenn man regelmäßig seinen Käfig säuberte, kuschelig und biss auch nie, na gut, bis auf dieses eine Mal. Vielleicht mochte er mich auch einfach nicht. Ruhe in Frieden, du süßes Tier, wir werden dich vermissen, die Kinder werden immer wieder in den Himmel hinauf schauen und an dich denken, bei deinem Kumpel, dem Hamster, war das auch schon so. Gute Reise und vergiss uns nicht.
 
Mi, 13.12.2006 |  # | (773) | 19 K | Ihr Kommentar | abgelegt: reality blogging



 

Warten auf den Weihnachtsmann

(Der Titel gefällt mir nicht, vielleicht fällt mir noch etwas besseres ein.)

In Rudow blinken lauter bunte Lämpchen. Das ist natürlich übertrieben, aber in einem kleinen Eckchen so beobachtet, ich habe es so gesehen, da kann ich nichts für. Bei uns ist es dagegen dunkel und kalt, ein Freund meinte einmal: "Ihr wohnt doch schon fast in Polen." Tiefster Osten, fast Sibirien, aber beschaulich. Vor allem im Winter, wenn es krachend kalt ist, Minus fünfzehn Grad, Windchill Minus dreißig, Sonnenschein, ohne Handschuhe sterben nach fünf Minuten die Fingerkuppen ab, beim Auftauen dann ein unbarmherziges Brennen, Glühwein intravenös, das wäre ein Traum. Mutige Schlittschuhläufer auf dem ächzenden Eis des Obersees, drüber spaziert und schief angeschaut, was nicht ist, kann nächstes Jahr noch werden.

Der Weihnachtsmarkt war nichts für claustrophobische Menschen, insgesamt kein wirkliches Vergnügen und nicht einmal mit einer herbstlichen Dorfkirmes vergleichbar. Manchmal wünsche ich mich in ein klitzekleines Häuschen, irgendwo an einem fernen Gletscher, Sonnenaufgang über den Bergen, glasklare Luft, der Atem gefriert sofort zu kleinen Kristallen, die langsam zu Boden rieseln, an der Baumgrenze umkreisen hungrige Wölfe lauernd unter der grausamen Kälte leidendedes Wild, der Schnee ist verharscht, die Läufe halb verhungerter und schwacher Rehe blutig von den rasiermesserscharfen Kanten des gefrorenen Schnees, das schwächste Tier verliert den Kampf, die Wölfe überleben, gesättigt, in der Nacht als Sieger heulend, ich sitze auf der Terrasse, eingewickelt in dicke Felle und schaue den großen, weißen Mond an, der sich auf der gltizernden Eisfläche des Gletschers widerspiegelt, ein Haus am Meer wäre allerdings auch nicht verkehrt. Träume am Crepes-Stand. Fünfzehn Minuten warten für einen weichen, warmen Teiglappen, gefüllt mit Apfelmus, nicht für mich, bitte. Ich nehme eine Brezel und nein, keinen Glühwein, mir reichen schon die Ausdünstungen der mich umgebenden Menschenmassen, noch einmal Kettenkarussel fahren, Freiheit in luftiger Höhe, alles dreht sich im Kreis, das Gerät schwankt ein wenig, unsicher, neigt sich auf und ab, alles in 360 Grad, Mädchen kreischen laut, das ist ja wie im echten Leben, nur steh ich unten und mache ein schlechtes Foto.

Schlecht. Das ist mein Stichwort. Nein, ich fühle mich nicht schlecht, es geht mir auch nicht schlecht, aber manchmal empfinde ich mich so. Ich sollte aufhören zu lesen, Gedichte und Geschichten, da wird man neidisch, fängt an, an sich selbst zu feilen, bis nur noch ein Stumpf übrig ist, traurig, hässlich, kaum der Rede wert. Stimmt nicht, Selbstbewusstsein ist der passende Gegensatz aus dem Emotionsbaukasten, meine Schwester hat ein kleines, dickes Schweinchen am Spiegel zu kleben, man sieht morgens garantiert besser aus als dieses ringelschwänzige rosa Dickerchen. Wir suchen die Lücke, stellen uns etwas abseits zum dahinfließenden Strom der vergnügungswilligen Menschenmassen, ich beobachte, denke, früher gab es Kinderchöre auf dem Weihnachtsmarkt, heute gibt es die ca. 1/2 Meter lange Bratwurst und Lumumba, ich gehöre nicht dazu, bin trotzdem ein Teil davon, sie drängeln, schubsen, murren, lachen, rauchen, rennen oder bleiben stehen. Am Ende flieht die ganze Familie, die Kinder hatten ihren Spaß, besonders der eine, der ganz oben auf meinen Schultern saß, er hatte den Überblick, hob sich ab von der Masse, kindliche Betrachtung von oben, anderes Blickfeld sowieso.

Für den Notizblock (Fragen, die demnächst erläutert werden sollten): Gibt es einen zweiten Weltraum? (kindlich-philosophisch, abgeleitet aus "Ich hab dich bis zu dem anderen Weltraum lieb." - eine dankend angenommene Liebeserklärung, erwidert, den Hinweis auf die eventuelle Unmöglichkeit weggelassen, Kinder soll man träumen lassen.)
 
Mo, 11.12.2006 |  # | (648) | 12 K | Ihr Kommentar | abgelegt: reality blogging



 

Alles anders

Dieses Jahr ist alles anders. Zumindest jetzt, gerade. Der Dezember erinnert eher an einen späten Oktober, frühen November, Weihnachtsstimmung kam noch nicht wirklich auf, ich meine, schließlich ist morgen der zweite Advent, wo bleibt denn nun diese kindliche Rührseligkeit, dieses Erwartungsvolle, die Vorfreude? Und "Last Christmas" hab ich in diesem Jahr auch noch nicht gehört, wirklich. Nicht das ich es vermisse, ich vermisse aber meine Abneigung dagegen, ja, ich erwarte das Wham'sche Gesäusel förmlich, damit ich endlich sagen kann: Das ist ja wie in jedem Jahr. Und nervt.

Nicht das am Ende der Besuch des Weihnachtsmarktes sich auch nicht mehr vom Besuch einer durchschnittlichen Herbstkirmes unterscheidet. Alles anders, in diesem Jahr.
 
Sa, 09.12.2006 |  # | (698) | 6 K | Ihr Kommentar | abgelegt: verstaendnisuebung



 

Manchmal muss Musik so richtig weh tun.
 
Fr, 08.12.2006 |  # | (1376) | 10 K | Ihr Kommentar | abgelegt: kurze saetze trallalla



 

...

Manchmal möchte ich schreien, mich weinend auf dem Boden wälzen, nicht vor Kummer, vor Wut. Alles geht gegen den Strich, nein, nicht alles, aber vieles, ein Steuermann, der sein Ruder aus der Hand lässt, hat verloren, sein Schiff geht verloren, Segel zerfetzen, Mäste brechen, im wütenden Sturm mit peitschendem Regen, in dunkler, kalter Nacht. Da ist so viel, man hat so wenig, große Worte geistern durch den Kopf, allein die Fähigkeit, sich auszudrücken fehlt, noch oder schon wieder, war vielleicht niemals da, wird niemals kommen. Dunkle Augenringe im gelblichen Licht der Lampe über dem viel zu klaren Spiegel, morgendliche Rituale können die Gefühle nicht verwässern, nicht reinwaschen vom Schmutz der Gedanken, auch die abendlichen nicht und auch der Nutzen des Alltags erschließt sich nicht immer. Die Nächte sind zu kurz, die Tage noch viel kürzer, die Hände zittern, alles zittert, irgendwie, Electrophorus electricus, ein Zitteraal, nicht ich selbst, sondern wie von ihm betäubt, machtlos, verlassen, verloren, ohnmächtig im kalten Wasser versinkend.



Dies wollte ich noch tun und das, eine ganze Menge Mails schreiben, wichtige, so viele Ideen, so viel schönes, verzeiht, es gibt noch wichtigeres, eigentlich sollte ich ganz woanders sein, unterwegs, alles verschoben, nichts so wie geplant, gut, wenn endlich Weihnacht ist, Licht am Ende des Tunnels. Ruhe, Geborgenheit, Frieden, nutzloses Rumliegen auf mit Spielzeug übersäten Fußböden, Kind sein bis spät in die Nacht, Völlerei, Leben, bald ist es soweit, dann wird nicht geschrien oder geweint, dann wird nur noch gelacht, mit gold glänzenden Augen, Zufriedenheit darf sich breit machen, ein Jahr ist wieder vorbei.
 
Do, 07.12.2006 |  # | (602) | 6 K | Ihr Kommentar | abgelegt: schleichender wahnsinn



 

Dieses nervöse Klimpern, unaufgeforderte Zucken, ich möchte es fast Knispeln nennen, weil mir das Wort gerade so eingefallen ist, des rechten Augenlids macht mich fast wahnsinnig. Magnesiumtablette wurde schon eingeworfen, Tipp von der Kollegin. Trotzdem, ich bin fast am Rande. Aber nur fast.
 
Mi, 06.12.2006 |  # | (844) | 25 K | Ihr Kommentar | abgelegt: schleichender wahnsinn



 



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Online seit: 08.02.2006
Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57


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