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903 Kürzlich on the beach gewesen und beachball gespielt. Es war sonnig und das Wasser so, wie das Wasser eines Brandenburger Badesees Ende Juli zu sein hat, glaube ich. Jedenfalls war es nicht klar, sondern eher so grünlich-braun, undurchsichtig und süß. Ich mag ja lieber kaltes klares Wasser. Salzig und blau, so dass man seine Füße drin sehen kann und so weiter. Auch den Müll am Meeresgrund. Trotzdem war es schön, weil ich nämlich schon seit, also, keine Ahnung, Jahren nicht an einem dieser Brandenburger Badeseen gewesen war. Ich finde, das musste mal gesagt werden. Jetzt so, kurz vor ultimo. Und jetzt bitte weiter mit Gewitter.
Entschuldigen Sie bitte die Störung. Heute morgen schon um drei Uhr aufgestanden. Weil es da so schön kühl war. Jetzt ist es heiß. Ich kann meinen Bestseller ja nur schreiben, wenn es kühl ist, also vielleicht im Winter wieder, wenn die Heizung ausfällt. Aber dann ist es ja nicht kühl, sondern kalt. So wird das nie etwas. Die meisten Dinge werden nie etwas. Man braucht sich ja heutzutage auch gar nichts mehr vornehmen. Wird sowieso nix. Also: Auf der Couch liegen und auf die Dinge warten, die vielleicht mal was werden. Ein Gedicht? Ist ja auch viel kürzer als ein Roman. Muss also auch viel einfacher sein. Oder vielleicht arbeiten? Hahaha. Wer sein Geld nicht im Schlaf verdient, ist selber Schuld. Schuld! Meine Güte, was haben wir uns da aufgeladen. Ich würde gern mal oder vielleicht würge ich gern mal? Ich bin ja im Prinzip ganz anders. Und höre auch ganz andere Musik. Hier sollte eigentlich eigentlich stehen, aber eigentlich ist so etwas wie dieses vielleicht, das ja eigentlich ein nein ist. Verstehen Sie? Nein? Das liegt dann an der Wärme. Sie sollten um drei Uhr morgens aufstehen, dann verstehen Sie mich auch. [Ich habe gestern einen alkoholfreien Cocktail getrunken, der Mosquito heißt und wirke seitdem etwas angestochen.]
Heute: Brombeeren ![]() [Vier Meter hoch, isst man sie nicht ganz auf, rückt man ihnen mit maskulinem Arbeitsgerät (näääng, näääng) aus dem Baufachmarkt seines Vertrauens, so es dies in dieser Branche überhaupt geben kann, zuleide und achte auf die Beine, aus Gründen. Heute sauer, morgen süß, man muss schnell sein.]
Le Birnbaum Auf der Straße bewegten sich Menschen, Menschen in Obama-Shirts, Menschen auf der Suche, Menschen, die fotografierten, Menschen, die sich küssten, Menschen, die einfach so vor sich hin leben, Menschen, die Angst vor Terror haben und die schon am Morgen das Gefühl hatten, dass heute, an dem Tag, an dem ein Mann, der etwas will, was er noch nicht hat, so tut, als hätte er es schon und könnte so die Welt irgendwie verändern und Millionen jubeln ihm dann zu, etwas passieren würde, etwas Schreckliches, etwas Bedeutsames; alles Quatsch, Quark, Käse. Aber das werden sie wohl nie einsehen. Er dagegen machte sich auf den Weg, bewegte sich nach außen, an den Rand der Stadt, der unberührt von dem Trubel bleibt, an dem das Leben genauso weiter geht, wie es alle gewohnt sind, ein Ort, an dem Veränderungen sich im Schneckentempo vorwärts bewegen und so kaum wahr genommen werden, weil alle, die hier leben, sich automatisch anpassen und einfach weiterleben, als hätte es nie anders sein sollen. So, sagte er sich als er angekommen war, das ist er also, der Birnbaum, von dem sie immer sprachen, ein stattliches Stück, weit ausladend und hoch und eine von tiefen Furchen durchzogene Rinde. Er setzte sich in den Schatten des Baumes, in das knietiefe Gras, alles um ihn herum war verwildert und zugewachsen, ein paar Sonnenflecken dazwischen, Schattenmoos, über ihm eine wilde Vogelschar und der das Rauschen des Windes in den Baumkronen übertönte das Geräusch der auf der naheliegenden Straße vorbei fahrenden Autos. Schön hier. Und der Birnbaum erst, von dem alle sie schwärmten, sie hatten recht. Wie alt er wohl sein mochte? Hundert Jahre? Oder fünfzig? Fünfzig Jahre mindestens und der Nachbar kam gar nicht mehr raus aus dem Schwärmen, dies sei ja einer der wenigen Bäume, der noch keine Krankheit habe, der völlig gesund sei und im Herbst stiegenweise Birnen abwerfe, süß und voll und duftend. Nur die, die von ganz oben herunter fallen, die kann man nicht mehr essen, sagte er, weil sie so tief fallen und aufplatzen und sich dann Scharen von Ameisen darauf stürzen. Aber soweit war es ja noch nicht, es war Sommer und gerade jetzt diente der Baum als willkommener Schattenplatz, hier war es kühl und angenehm und es fühlte sich gut an. Ein gutes Gefühl am Rande der Stadt. Was zählt, fragte er sich, im Schatten des Baumes sitzend und das vibrierende Handy in der Hand. Was zählt, fragte er sich, als er die Nummer auf dem Display seines Handys sah. Was zählt denn nun wirklich? Das hier vielleicht und sonst nichts? Ja, dachte er, das hier zählt, zumindest fühlte sich das hier so an, dieser Ort, unter dem Birnenbaum und er drückte den lästigen Anrufer zum dritten Mal weg. Jetzt nicht. Vielleicht, dachte er, vielleicht sollte ich das Land einfach kaufen, dieses Land, rund um den Birnbaum, der, wenn er reden könnte, wohl Geschichten erzählte, von all dem, was hier einmal passierte und der einem sagen könnte, ob das Gefühl nun wirklich stimmt oder ob man sich nur getäuscht hat. Aber das Gefühl stimmte. Es musste stimmen. Denn, wenn man seinen eigenen Gefühlen nicht mehr vertrauen kann, wem dann? Und der alte Birnbaum wankte zustimmend im Wind, der immer wieder rauschend durch seine Krone fuhr. Ja, sagte er sich, das ist es. Genau das.
Der Stock Die Welt geht am Stock, um mich einmal mehr selbst zu zitieren, denn Mensch ist so und mag sich selbst unheimlich gern, meistens, und der Rest ist manchmal einfach nur egal. Das ist eine Interpretation der düsteren Art, aber angesichts der sogenannten Joghurt-Krise, wunderbar dargestellt und toll diskutiert im Hause Cabman ("Das Joghurt-Prinzip"), übrigens auch ein Zeichen von Qualität in Blogs, nicht verwunderlich. Ich kann natürlich nicht mitreden, denn ich meide Joghurt und beschränke mich in Sachen Milchprodukte meist auf eine einzige Sorte Quark, die aber in drei verschiedenen Supermärkten unter drei verschiedenen Namen angeboten wird, aber immer haargenau gleich schmeckt. Komische Welt. Ganz passend dazu eine persönliche Beobachtung zum sogenannten Klimawandel, einem realen Disaster menschlichen Ursprungs. Beides erklärt auch die dunkle Grundstimmung meinerseits, denn auch ich habe gesündigt und frage mich, wer mir nun Absolution erteilen soll. [Dieser Beitrag ist ein update zum Kunststück "geh-reimt"]
geh-reimt ach, meck, meck, meck, ach, mock, mock, mock, ich hab jetzt einen schock, schock, schock. denn uns're welt, die geht, uns're welt, die geht, ja, unsre welt, die geht, am stock stock stock. (und wer das albern findet, möge bitte jetzt wegrennen, denn es geht noch weiter.) und auch kein blog, blog, blog, und auch kein block, block, block, (wart) wird das noch richten können. (ein hoffnungsschimmer: vielleicht hilft ja hubschraubereinsatz.)
Wellensittich entflohen "Wellensittich entflohen", leider keine Kamera dabei gehabt, sonst hätte ich das ja auch einfach aufnehmen können, also digital auf einen Datenträger bannen und in die digitale Welt hinein kopieren können, ist das reale Leben erst einmal voll digitalisiert, auf Datenträger festgehalten, kann es universell verwendet werden, zum Beispiel in einem Blog, zur Belustigung von ein paar Leutchen, die zufällig oder auch mal ganz bewusst vorbei kommen, um teilzuhaben, an dem großen Ganzen eines Einzelteiles. Elementarteilchen, wollte ich ja auch mal lesen. Mal lesen. Dafür bleibt gerade mal das Buch im Rucksack stecken, es ist so ein Buch, das die FAZ irgendwie deutschsprachiges Kulturerbe oder so nennen würde, gestern las ich wieder einmal so einen Kulturuntergangsartikel dort, irgendein Erbe ginge verloren, die deutsche Sprache, vielleicht, weil Lehrer den Schülern, ach, das war alles so, hmm, na ja, egal. Die FAZ erinnert mich immer an meinen alten Deutschlehrer, der gar nicht so alt war, sondern jung und überhaupt nicht Lehrer sein wollte, was er die Schüler spüren ließ, mit intellektueller Kälte und einem Schuss Überheblichkeit. Sehr traumatisch. Abends huschten ein paar dunkle Typen durch die Straßen und ich dachte an früher, als ich auch mal so durch die Straßen huschte und dann stand so ein Jungspund vor der Tür und machte sich am Briefkasten zu schaffen und als ich kam und ihn ansah, wurde er ganz zackig, zackig und auf seinem Rucksack stand in so einer Runenschrift (weiß auf schwarz) "Todesstrafe für Kinderschänder" und da wusste ich, woher der Wind hier wehte und warum der Kerl so zackig wirkte. Zack, zack, dachte ich, hau ab, aber da war schon dieses von Überfremdung überschäumende Blatt im Briefkasten verschwunden und als ich es heraus fischte und zu lesen begann, bekam ich Bauchschmerzen. Kein Wunder, dass Wellensittiche entfliehen, bei diesem Wetter und diesen Menschen, sehr verständlich. [Habe kurz überlegt, dieses Nazi-Gewäsch mit dem hitlerizer ein wenig zu bearbeiten. Allerdings, fragte ich mich, verstünden "die Blogger" überhaupt diese Ironie?]
893 Ein morgendlicher Anfall semiromantischer Heuligkeit und dann den Geschirrspüler ausräumen. Ein dreijähriger Junge, der Songs von Falco singt. Ein zweijähriges Mädchen, dass ein T-Shirt von den Ramones trägt und die Eltern versuchen sich in so einer Art Brangelina-Kopie, die aber nur billig wirkt und Brangelina sowieso nur, aber lassen wir das. Der Punk, der mich nach einer nicht mehr benötigten Fahrkarte fragt und dessen Handy in genau diesem Moment klingelt. Der Blick von oben, aus einem Transporter heraus, diese erhöhte Sitzposition und der Mann auf dem BSR-Hof, der auch lachte. Der dreijährige Junge, der selbst ausgedachte Lieder am Frühstückstisch singt und behauptet, dieser Tai Lung zu sein. Dann bin ich aber der dicke Panda, sage ich, und wir grinsen beide. Sonnenschein und Wolkenbruch, so ist das immer.
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![]() (geborgt bei flickr)
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Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57 Links: ... Home ... Blogrolle (in progress) ... Themen ... Impressum ... Sammlerstücke ... Metametameta ... Blogger.de ... Spenden Archiviertes:
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