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Im Zeichen des Stiers - Nur damit Sie es wissen.
 
Di, 22.04.2008 |  # | (1063) | 4 K | Ihr Kommentar | abgelegt: le bufflon



 

Sonntag

Guten Tag. Im Prinzip alles wie immer.

In der Nacht versuchte ich, Solaris 10 5/08 auf meinem alten 486/33 SX zu installieren, vorher hatte ich auf insgesamt sage und schreibe 4 Megabyte RAM aufgerüstet. Leider versackte ich bei Diskette 243/516 und schlief mit dem Kopf auf der Tastatur ein. Am Morgen nervte der Nachwuchs und wurde prompt zu den Großeltern abgeschoben, das liegt im Interesse aller: Wir, vor allem ich, haben unsere Ruhe, der Nachwuchs erholt sich von uns und die Großeltern bleiben körperlich fit. Klar. Später holte ich dann frische Brötchen vom Bäcker (Sie erinnern sich an Chantal? Die macht da keine schönen Augen mehr, ist aufgegangen wie ein Hefekuchen und die leckeren Brötchen sind inzwischen dreimal so teuer wie damals, man nennt das wohl Inflation.) und frühstückte so leidlich mit der Partnerin dahin, im Radio lief irgendwas aus den 80igern, 90igern und das Beste von heute, sie las Zeitung und ich bastelte mir aus Streichhölzern einen sogenannten Augenaufhalter. Danach setzte ich mich provokant an den noch mit einem ordentlichen Betrübssystem auszustattenden Oldtimer-Rechner (Baujahr weit zurück in den 90igern, Computermittelalter), wurde allerdings sogleich am Schlawittchen gepackt und in eine dieser spießigen Kleingartenanlagen entführt. Das nennt man wohl modernen Feminismus.

Arbeite, hieß es dort ohne Umschweife, obwohl mir für diesen geheimen Ort die ewige Ruhe und Glückseligkeit versprochen wurde, für die ich bereitwillig auf jeden achso alltäglichen Luxus verzichtetete, "das ist voll angesagt und hipp" sagte man mir mal, aber nicht, dass es mit körperlicher, schmutziger Arbeit verbunden ist, die ich zutiefst verabscheue. Das Leben ist hart und nur die harten komm' in' Garten. Nach achtstündiger körperlicher Schwerstarbeit ohne Grill, nur mit Bier und einer nervenden Nachbarin vom Typ typischer Ossi, hatte ich auch keine Lust mehr auf Betrübssysteminstallationen, sondern mehr auf installationskünstlerische Träume im weichen Federbett, das aus allergischen Gründen ja doch keines ist. Ach, ich trieb auch Leistungssport, ein wunderbarer Ausgleich zu körperlicher Schwerstarbeit, unterhielt mich so leidlich mit der Lebensabschnittbegleiterin, löste zwei bis drei Sudoku-Rätsel und puschte mein geistiges Alter nach einer Methode von Dr. Kawashima, fühle mich jetzt also außerordentlich jung und den Gefahren des alltäglichen Alltags (Großstadtdschungel, Bürostühle, Kindergartenbekanntschaften) gewachsen. Was dann noch abging, verrate ich hier aber nicht, das geht ja alles keinen was an. Und nächstes Wochenende vielleicht wieder Fußball (Ballpumpe kaufen!).
 
Mo, 21.04.2008 |  # | (519) | 6 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

Vereinzelt

Die Vorstellung, als genetisch zurecht gebastelter, gefühlsgedämpfter Neo-Mensch in einer halb-virtuellen Scheinwelt zu landen, mich zwecks Ernährung in den Restpfützen eines austrocknenden Ozeans zu wälzen und dabei an praktisch nichts und niemanden zu denken, lässt mich ein wenig verstört zurück, obwohl die Vorstellung einer gepflegten Langeweile nicht ganz uninteressant erscheint. (Houellebecq - Die Möglichkeit einer Insel)

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Die Bahnen fahren im Minutentakt ein. 5, 4, 3, 2, 1. Das ist mir nur beim Blick auf die Anzeigetafel aufgefallen.

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Ein Typ trägt ein T-Shirt, auf dem Iron Maiden steht. Das war ja überhaupt nie meine Musik. Ich hatte allerdings mal eine einwöchige Metallica-Phase, fiel dann aber schnell wieder in meine elektronische Lethargie, in die Huldigung des Künstlichen zurück.

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Sobald ich die Konsole öffne, kommuniziere ich mit der Seele des Computers, schaue in das verborgenene Innere und kann ihn vielleicht, unter Zuhilfenahme des fucking manual, ein wenig kurieren. Der digitale Medizinmann.

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Einen weißen Mac gekauft. (aufgew.)

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Etwas mehr als nur ein bisschen wollen und dabei merken, dass man selbst auch nicht besser ist, als alle anderen. Rückzug ist ja manchmal auch ein Angriff, reine Interpretationsfrage.

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"Wie, ihr habt noch kein Haus gekauft?" (Rebellion im Mittelstand)

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Anhand von Pokemon-Karten wird Kindern die Einfachheit des Marktes spielerisch bewusst gemacht. Angebot, Nachfrage und wenn man Glück hat, ist der Stapel abends höher als am Morgen. Dann hat Kind alles richtig gemacht, ist der Gewinner, während der zwangsläufige Verlierer sich zuhause das Genöle seiner Eltern ("die Alten") anhören muss, wie teuer doch die Anschaffung dieser Unsinnigkeit überhaupt war (im Verhältnis) und das demnächst gefälligst das Taschengeld dafür herhalten muss. Man kommt da übrigens auch gar nicht raus, das ist so ein Gesellschaftsding, bei dem man auch immer mitmachen muss.

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In der S-Bahn sitzt ein alter Mann, er spricht laut und hört sich dabei ein wenig wie Benn an. Er benutzt zuweilen diesen Alt-Berliner Grundton, der sich irgendwie von der heute in der Öffentlichkeit gebräuchlichen Sprache unterscheidet. Heute redet man hochdeutsch, dreckberlinerisch oder irgendetwas mit "Alda, isch mach disch kaputt." oder so. Aber nein, das ist nur eine Feststellung, keine Wertung.

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Ein wenig mehr Sonne wäre auch okay.
 
Fr, 18.04.2008 |  # | (482) | 5 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

Vereinfachung

Und samstags dann die feierliche Enthüllung des kleinen Mandelbäumchens, welches fest eingepackt den Winter überstand und uns nun mit zartrosanen Blüten in die neue Pflanzerzeit begleitet. Es geht doch nichts über die Überwindung von Klischees, ganz zum individuellen Wohle, ich gebe zu, sonst bin ich schon sehr verkopft und denke am Ende viel zu viel. Nun also werden wieder Sonnenstrahlen erwartet, weiche Hand in warmer Erde, dazu ein Trank, ganz frisch gebraut, ein Buch, ne Gartenkralle und fröhliches Zwitschern ganz unbescholtener Vögelein, was, und diese Frage stell ich mir jedes Jahr erneut, will man eigentlich mehr?
 
Mo, 14.04.2008 |  # | (496) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: reality blogging



 

I am not fat


I AM NOT FAT by ~Shiver-Rayfresh on deviantART
 
Mo, 14.04.2008 |  # | (1596) | 8 K | Ihr Kommentar | abgelegt: bilder erklaeren die welt



 

Sorgen

Huch, denke ich immer, wenn der Fernsehturm hinter einem Dickicht grau-schmieriger Wolken verschwindet, ist es endlich vorbei? Ist Berlin verdienterweise von der Landkarte verschwunden und hat Magdeburg seinen rechtmäßigen Platz als wahre Hauptstadt des deutschen Reiches eingenommen? Das ist natürlich absurd. Deswegen schwinge ich dann auch immer ganz schnell meinen gut gebauten Alabasterkörper von der wunderbar angenehmen Federkernmatratze, hülle ihn in einen wohlig-flauschigen Bademantel, natürlich ganz in weiß, und begebe mich zwecks Anblick und Verspottung der in die Büros marschierenden Massen ("Nichtsnutziger Pöbel!") auf die mit einzigartigen Marmorfliesen aus Carrara bedeckte Terasse meines Penthouses. In der Ferne schwimmt ganz unbeeindruckt ein azurblaues Meer vor sich in und stößt regelmäßig an die Kanten seines Ufers, ganz ohne sich dabei zu verletzen. Die Palmen sollten mal wieder gegossen werden, denke ich dann, der Poolboy, diese faule Sau, vergnügt sich schon wieder mit dem russischen Au-pair-Mädchen, obwohl ich der doch eingebläut hatte, sie wäre nur mein, mein, mein und die Liebste hat sich schon wieder den Lamborghini für ihre Shopping-Tour aus der Garage geholt, obwohl ich ihr schon tausendmal gesagt hatte, ihr stünde der 911er viel besser und wäre zudem auch viel leichter durch diese dämlichen Parkhäuser zu lenken. Hauptsache, sie macht mir da keinen Kratzer rein. Mein Gott, dieses Leben ist eine Qual, jetzt erstmal Zeitung lesen, dann alte Klamotten anziehen, in die ranzige, verrauchte Bar irgendwo dahinten schlendern und bei ein paar Drinks vom Bukowski-way-of-life träumen.
 
Fr, 11.04.2008 |  # | (495) | 3 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

Meer


 
Do, 10.04.2008 |  # | (1066) | 6 K | Ihr Kommentar | abgelegt: bilder erklaeren die welt



 

Schöne neue Welt

Irgendwann reden wir nur noch Zwitscher. Irgendwann erfindet jemand eine social platform, eine community, die zum Austausch von Informationen zwischen faulen und fleißigen Schülern dient, eine Art Abwehrwaffe gegen alle möglichen gesellschaftlichen Einflüsse auf die vielleicht noch nicht ganz verloren gegangene Schülerschaft, ja, man möchte fast von der gesamten Jugend sprechen. Hier erledigt einer für den anderen die Schulaufgaben und erwirbt damit Karmapunkte und Wissen, das ihn wiederum vom anderen abhebt. Und so weiter.

Irgendwann wird die Menschheit von jeglichen Zwängen befreit und man kann endlich morgens im Bett liegen bleiben und die Arbeit, sofern man noch einer nachgehen darf, bequem per mobiler Arbeitseinheit erledigen, Chirurgen und so natürlich ausgenommen. Das erzeugt allerdings auch wieder Neid. Irgendwann verschwindet aber auch dieses Phänomen und man erhält eine staatliche Grundsicherung, die einem das Liegenbleiben in warmen Federn ein wenig erleichtert (Kaffee bringt der Hausroboter ans Bett), wer mehr will, muss trotzdem wieder raus aus den Federn. Die staatliche Grundsicherung reicht allerdings dicke, um sich leckere synthetische Lebensmittel ins Haus liefern zu lassen, einen Internetanschluss, den man zur Online-Bestellung dringend benötigt, hat natürlich jeder Haushalt zugewiesen bekommen. Supermärkte, in denen Mitarbeiter mit Kameras überwacht werden müssen, braucht man nicht mehr. Die synthetischen Lebensmittel sind im übrigen äußerst praktisch, sie nehmen kaum Platz weg und müssen nicht gekühlt werden, zudem sind sie manchmal auch ein bisschen lecker, ein Schnitzel ist zum Beispiel in einer Plastikfolie eingeschweißt, relativ klein und hat auch wenig mit Schweinefleisch zu tun. Die Haltung von Schweinen und sonstigem Getier ist schon seit Jahrzehnten ökologisch nicht mehr vertretbar, deswegen wurde ein organischer Gummi entwickelt, der unter Zugabe von Geschmacksstoffen ein passables Stück Fleisch imitieren kann. Regierungen gibt es übrigens auch nicht mehr, dafür globale Vorstände und Aufsichtsräte (Sitz in China), die Weltbevölkerung hat in ihrem letzten Volksentscheid fast einstimmig auf jegliche politische Einflussnahme verzichtet und hofft nun auf den vom großen Vorstandsvorsitzenden versprochenen Wohlstand für alle.

Natürlich gibt es auch eine kleine Gruppe von fortschrittsfeindlich gesinnten Gesellschaftgegnern, aber die haben wie immer die breite Masse gegen sich, die ganz gut damit leben kann, dass sie das Internet direkt über die in den Arm implantierte mobile unit empfangen kann, inklusive GPS und Gedankensteuerung, die übrigens auch bidirektional funktioniert und automatisch Statusmeldungen an ein zentrales Austauschsystem sendet ("Jetzt Kaffee trinken."). Die Zukunftsängstlinge, wie die kleine Gruppe der Fortschrittsgegner auch gerne spöttisch genannt wird, glaubt noch an ein völlig überholtes Wertesystem, an Liebe, Glück, Gemeinschaft und sonstigen Schwachsinn, wie sich auch der große Vorstandsvorsitzende gerne ausdrückt. Solch realtiv nutzlosen Dinge werden nun zentral von einem Computer gesteuert und immer wieder neu generiert, je nachdem, wie die Stimmung gerade ist. Um lästigen Nachwuchs muss man sich auch nicht mehr kümmern, das übernehmen riesige, fabrikhallengroße Labore, in denen Embryos je nach Bedarf künstlich hergestellt werden. Erziehung und Ausbildung werden in einem globalen, einheitlichen Erziehungssystem übernommen, relativ unempfindliche Erziehungsroboter kommen mit jedem noch so komischen Kind klar, allerdings gibt es kaum noch Abweichungen von der Norm, seitdem die Labore die genetische Entwicklung jedes einzelnen Embryos in Echtzeit überwachen können.

So liegt Mensch also morgens in seinem Bett, nachdem er mit der Welthymne "It's a perfect world" zart geweckt worden ist, schaut seine Statusmeldungen und natürlich die der anderen an, kommuniziert über das zentrale Austauschsystem, genießt den Kaffee, den der Hausroboter wie immer perfekt hinbekommen hat, und wartet auf das nächste computergenerierte Großereignis, dass von der täglichen Tristesse des automatisierten Lebens ablenken soll. Second live.
 
Di, 08.04.2008 |  # | (772) | 3 K | Ihr Kommentar | abgelegt: verstaendnisuebung



 



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Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57


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