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Aus dem Baum gesehen


 
Fr, 30.11.2007 |  # | (640) | 6 K | Ihr Kommentar | abgelegt: bilder erklaeren die welt



 

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Pornoproduktion. Wieso dies? Im Rollstuhl eine alte Frau mit Pornobrille. Ich trage Textfragmente vor, in einer Sprache, die niemand spricht. Im Hintergrund Wissende: So geht das aber nicht und so schon gar nicht, also wissen Sie, Sie hätten sich mal schlau machen sollen, bevor Sie hierher gekommen sind und jetzt sagen Sie mal bitte die Wahrheit. Was ist die Wahrheit? Welche Wahrheit von den vielen?

Neben Maeve Binchy las sie das Buch von David Beckham, also die Biographie - Biographien lebender Menschen, nun ja - und fühlt sich eng verwandt mit Viktoria, den versteinerten Gesichtsausdruck, bloß kein Lächeln und wenn, dann nur künstlich, dieses proletenhafte Zurschaustellen von Reichtum, sie könnte das.

Sekundenbetrachtung.

Das Spiegelbild lügt nicht, nur die Interpretation des Sichtbaren ist problematisch. Bist du das wirklich? So freundlich der Blick, aber hinter der Fassade? Was ist da los? Unterdrückte Angst. Abscheu. Doch, ab und zu merkt man das. Die Welt, grau und grün, schwarz und weiß, bedrückendes Bild, aber ist es denn wirklich so schlimm? Jammer, nur um des jammern willens? Jeden Tag Feste feiern, fröhlich sein und trinken und lachen und essen, bis der Magen sich biegt, nur weil die Welt noch nicht in Trümmern liegt? Es gibt immer schlimmeres, arge Schicksale, gebeuteltes Leben, es geht dir gut, sagst du und ich sage: Na und? Kann es nicht etwas geben, das den Wohlstand auffrisst, wegbrennt, ätzt und reibt und alles mögliche in Frage stellt? Fragen wird man wohl noch stellen dürfen, bevor sich Zufriedenheit breit macht und das Denken nachlässt oder nur noch zur Aufteilung der erwarteten Lottomilliönchen eingesetzt wird . Ja, ja, ja, sagst du und schaltest das Radio ein, einfach könnte es sein, hören wir und draußen ist es dunkel und darum isses aber nich und am Ende sind wir einfach: Aufgewacht.
 
Fr, 30.11.2007 |  # | (815) | 8 K | Ihr Kommentar | abgelegt: auf der borderline nachts um halb zwei



 

Auch hier ist Musik drin

Überall ist Gold. Rote Farbe hier, bisschen weiße Watte dort, Adventszeit kommt angerollt, lässt sich nicht aufhalten, die Geschäfte haben sonntags geöffnet und auch bis Mitternacht, shoppen ohne Ende, die Säcke vollmachen, die vom Weihnachtsmann, versteht sich, und alle haben sich lieb, auf der Zielgeraden des Jahres, im letzten aller Monate dieses Jahres. Gehen wir noch ein Eis essen, am Potsdamer Platz? Irgendwann kommen die Feiertage, man setzt sich zusammen, trinkt heißen Tee und erzählt die eine oder andere Geschichte, der Weihnachtsmann schaut auch vorbei, der echte, natürlich, wir haben Kontakte! Dann lässt man es krachen oder auch nicht, vielleicht gemütlich und am Ende geht alles wieder von vorne los, 2008.

Aus dem Ohr der jungen Dame links neben mir tönen Akkordeon-Töne. Wohlbekannt. Mein Großvater soll begnadeter Akkordeon-Spieler gewesen sein, Schifferklavier und so, kann ich leider nicht mehr nachprüfen. Ich hätte auch mal einer werden sollen, sagte man mir, Akkordeon-Spieler, ich vermied das sicherlich nur, weil ich besser zuhören als spielen kann. In der Schule borgte mir mal jemand eine Kassette (Orwo) von Quetschenpaua, auch so ein Akkordeon-Bespieler, leider vergaß ich, mir das nette Kassettchen zu kopieren (überspielen). Das dauerte ja auch früher, auf dem Doppelkassettendeck, ein tolles Ding übrigens, ein 90 Minuten Tape brauchte sage und schreibe 90 Minuten, bis man eine vielleicht rechtmäßige Kopie in der Hand hielt, aber man konnte sich daneben setzen und in Zeitschriften blättern, andächtig lauschen und den Dolby-Rauschunterdrücker überwachen. Heute klickt man hier und da und nach ein paar Sekunden hat man 90 Stunden Musik in der Hand, womöglich rechtswidrig, als Straftäter, Verbrecher. Nun ja, das nennt man wohl Fortschritt. Quetschenpaua gibt es also nur noch in meinem Kopf und bei youtube, natürlich, im Internetz ist bekanntlich alles möglich.

Nun will ich aber gar nicht so tun, als wäre ich ein Kenner der Szene, ein Insider, das war purer Zufall, dieses Tape in meiner Hand, später spielte man mir auf einem SKR 700 auch noch die Skeptiker vor, kurz nachdem mir ein Werber der Wiking-Jugend über den Weg lief (ich wohnte nämlich mal in der Landsberger Allee), ich aber nur Blicke für lilafarbene Viking-Jacken hatte, die allerdings auch irgendeine Bedeutung hatten, genauso wie aus den Taschen heraushängende Tücher und verkehrt herum aufgesetzte Sonnenbrillen, und noch vor der Wende, neunundachtzig, lauschte ich mit ein paar russischen Freunden sogar in der Ostzone den Ärzten und Böhsen Onkelz, wobei ich letztere doof fand. Geschmackssache. Ich war schon immer ein Musikstaubsauger, Aufnahmeknopf direkt im Oberstübchen, Musik als Träger von Ideen, diese Idee finde ich gar nicht mal so schlecht. So könnte das stundenlang weitergehen, musikalische Assoziationsketten, hängen fest, in den Windungen im Dickschädel, wie Gerüche, verbinden Gedanken und Erinnerungen, daraus entsteht dann neues, wird hier gebloggt, mal sehn, welche Platte als nächstes aufgelegt wird (womöglich Tomte, dann, 2008).

PS: Gibts eigentlich einen Weihnachtskalenderdingsbums in diesem Jahr?
 
Di, 27.11.2007 |  # | (591) | 4 K | Ihr Kommentar | abgelegt: reality blogging



 

Aus der Reihe

Kraftwerk am Morgen, vertreibt Kummer und Sorgen.

[Sonnenschein. Verstrahlt?]
 
Mo, 26.11.2007 |  # | (500) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

Vereinzelt

Sich selbst beim Alleinsein unausstehlich finden, dabei die goldenen Birkenblätter auf der Straße bewundern und das Licht, das von ihnen ausgeht, abperlt, abtropft, trotz grausiger grauer Wolkenschicht und in Gedanken ein Foto machen.

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Überhaupt. Ich kann sie verstehen, heimlich.

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Sie hat schon ein Geschenk für mich und lacht dabei verdächtig. Schmunzelnd schaut sie auf meine Füße und sagt "Socken, mein Schatz, Socken!" Ob da mein Ideechen noch angemessen erscheint? Welche Küchenmaschine kann den Wert von ordentlichen Socken in großer Stückzahl wirklich aufwiegen? Ein harter Weg bis zum richtigen Geschenk, kaufbar am 24. Dezember, vormittags. Und dabei wollten wir uns doch gar nichts schenken. Hahahaha.

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Ich war so dumm, als ich mit dem Bloggen anfing. Nun ja, nicht dumm, eher naiv. Ja, das trifft es. Und am Ende muss man ehrlicherweise sagen, dass man auch ein wenig geliebt werden will. Platonisch.

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Wir sind hier nicht in Seattle, Dirk.

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"Wollen Sie einen Adventskalender?" (extra, Schlecker etc.) Dieses ganze Werbeschmusidusirabatt-Gelumpe. Man möchte ja nur noch online bestellen. Oder Bücher essen. Wenn es ginge.

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Möchte jemand all seine Tocotronic-Alben loswerden? Ich nehme alle. Adoptiere sie.

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Bilder!

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Nachgetragene Bauernschläue: Der dümmste Hahn fickt die meisten Hühner.
 
Fr, 23.11.2007 |  # | (1149) | 5 K | Ihr Kommentar | abgelegt: fragmente



 

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Erst Tocotronic, dann Lexy und K-Paul. Herzerfrischendes Luftgitarrenspiel, lange Haare fliegen wild durch die Gegend. Jungs mit langen Haaren (blond, lockig) werden immer für Mädchen gehalten. Spinner. Ist es nicht auch egal? Musik, Musik, Musik. Kaum geht das Notebook an, rufen sie nach Musik. Papa, Musik! Bitte laut. Hier, Jungs, ein Tape aus meiner Jugend. Z-w-e-i-u-n-d-n-e-u-n-z-i-g! Ich betone es übertrieben. Bumm-Bumm-Bumm. Heute klingt das billig, das Tape rauscht. Kein Dolby. Papa, lass ma an. Ich schalte um, leg was neues auf. Empörung. Aber dann: Ein neuer, interessanter Sound. Hört mal. Hört ihr? Saxophon. Wollte ich immer mal spielen können. Ich sah mich nachts auf einer Brücke in Prag stehen und Saxophon spielen. Warum Prag? Verrückt. Manche Verrücktheit sollte man sich gönnen. Hey, Jungs, soll ich euch mal was sagen? Nö. Wollen lieber springen und Luftgitarre spielen und drehen die Musik noch lauter. Jetzt HipHop und Jazz. Geschmeidige Bewegungen, alles cool. Von mir hat der das nicht. Der Große. Aber, aber, Jungs, wollt ihr denn nicht meine klugscheißerischen Weisheiten hören? Nö, lieber Musik.
 
Mi, 21.11.2007 |  # | (749) | 5 K | Ihr Kommentar | abgelegt: kinder kinder



 

Als Songschreiber

Die beiden unverwechselbaren Songs "angry young man with a gun in his hand" und "melancholie" sind als Aufmacher, Leitstücke, whatever, der neuen Platte einer Newcomer-Band, deren Mitglieder im Proberaum immer Unmengen billigen Bieres konsumieren und sich wirklich nicht benehmen wollen, gedacht. Ich bin nur durch Zufall dort hinein geraten, mein Interesse für die artistische Verdrehung von Buchstaben (als Laie) machte mich mehr oder weniger unfreiwillig zu einem im Hintergrund agierenden Popsong-Texteerfinder. Während also "die Jungs", verdammt gut aussehende Kerle mit unmöglichen Frisuren und den Manieren einer Horde Wildschweine im Vorgarten eines Reihenhauses im Berliner Umland, wild und gefährlich über die Bühnen dieser Welt hüpfen und in ausverkauften Tanzsälen vor tausenden schmachtenden Damen im Alter zwischen zwanzig und vierzig ihre Hemdchen aufreißen, um ihre unbehaarten Hühnerbrüste der wabernden Masse zur Schau zu stellen - ein Akt, der regelmäßig zu animalischen Schreiorgien bei den anwesenden Mädels (und auch vereinzelten Jungs) führt - sitze ich im stillen Kämmerlein, irgendwo hinter der Bühne oder zu Hause, auf der Couch und leide an meinem wenig bis gar nicht vorhandenen Talent zur Verdichtung von Inhalten, Verdichtung von Worten zu griffigen Pop-Texten, ein Song bitte nicht länger als dreieinhalb Minuten. Ich kann ja nicht mal ein Instrument spielen. Oft schau ich mir dann, mit Kopfhörern, um den infernalen Lärm der kreischenden Menge nicht aushalten zu müssen, die Aufzeichnung von Nirvana unplugged auf MTV an - Erinnerungen an die gute, alte Zeit, vor den Klingeltönen - und versuche, so leidend auszusehen, wie Kurt Cobain, bevor er sich seines Gesichtes beraubte. Leider passt mein Gesicht nicht zu seinem (weder davor, noch danach), genauso wenig wie der Rest von mir, ich bin kein Kurt, kein Pete, kein von Lotzow und kein Ullmann, ich bin ich, verdammt noch mal und die Jungs da draußen schreien meine mühsam aus dem Leib geschnittenen Silben in die Menge und werden dafür geliebt, als die sexieste und beste Band ever ever ever, man kann sie sich natürlich auch als Klingelton herunterladen. Die Songs. Bei MTV. Neid. Und jetzt verlangen sie auch noch, dass ich ein Foto für das Cover schieße. Aufgewacht.
 
Di, 20.11.2007 |  # | (782) | 1 K | Ihr Kommentar | abgelegt: auf der borderline nachts um halb zwei



 

Windpark

grün an grün

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Mo, 19.11.2007 |  # | (775) | 1 K | Ihr Kommentar | abgelegt: bilder erklaeren die welt



 



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Online seit: 08.02.2006
Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57


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