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Vergänglich


 
Do, 22.03.2007 |  # | (574) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: bilder erklaeren die welt



 

Bahnfahrt

Ein Frau in einem dunklen Mantel drängt sich durch die Straßenbahn, sie trägt eine große eine Tasche, ein kleiner, aber offensichtlich sehr schwerer Koffer, den sie angestrengt durch den Gang bugsiert, macht ihr ein schnelles Durchkommen schwer, kleine Schweißperlen sammeln sich auf ihrer Stirn. Sie ergattert einen Platz in einer der vorderen Reihen mit Zweiersitzen und besetzt gleich beide freien Plätze. In der Hand hält sie eine Fahrkarte, sie ist sichtlich erleichtert, atmet leise säufzend aus und vertieft sich in eine Zeitung. Später wird sie von schlecht drei gelaunten Kontrolleuren in blauer BVG-Uniform, die sich betont laut redend um sie scharen, aus der Bahn geworfen, im wahrsten Sinne des Wortes. Alles sehr unfreundlich, unhöflich, es wird mit Polizei gedroht, ein Wille zur Dienstleistung, Hilfsbereitschaft gegenüber der verunsicherten Frau ist nicht erkennbar. Die Fahrkarte sei von der S-Bahn, die scheinbar nicht zur BVG gehört, folglich hätte sie diese abstempeln, "Entwerten!" müssen, sie tat es nicht und nun versteht sie die Welt nicht mehr, sie spricht nur gebrochen Deutsch. Niemand sagt etwas, alle schauen betreten zu Boden, sie steigen aus, draußen regnet es, verloren steht sie da, zwischen den aufrechten Kontrolleuren, wieder ein Opfer gefunden, Strafe muss sein. Die Bahn fährt weiter und die vier an der Haltestelle stehen gebliebenen rücken in weite Ferne.

Vor mir sitzt ein kleiner verschrobener Mann, der versucht, durch seinen großen Kopf viel zu kleine Lesebrille eine Fernsehzeitschrift zu lesen, Formel-Eins-Sonderteil, ab und zu beugt er sich weit nach vorn, mit dem Kopf in den Gang, um die kleinen Bildunterschriften erkennen zu können, vorbeiströmende Menschen reißen ihn dabei fast vom Sitz, ständig blättert er vor oder zurück, er wirkt verwirrt, spricht leise mit sich selbst, selbstvergessen.

Im hinteren Teil des Wagens stehen drei junge Mädchen, kurz vor dem pubertären Höhepunkt, ihr Alter schwer zu schätzen. Es geht um Checker, Ärsche, MTV und Klingeltöne, jedes zweite Wort ist "Alter!", Klingeltöne werden ausgestauscht, Jamba hat jetzt eine Flatrate, höre ich, demnächst werde ich wohl irgendeinen Musiksender einschalten und die Welt nicht mehr verstehen. Altertum.

Ich kämpfe mit meinem Buch, das Buch mit mir, die letzte Nacht war kurz und voller Unterbrechungen, es gab Zeiten, da konnte ich mich ins Bett legen und augenblicklich einschlafen, diese scheinen nun vorüber, der Schlaf gewinnt, das Buch verliert, unglaublich müde schlafe ich mit hängendem Kopf ein.
 
Mi, 21.03.2007 |  # | (972) | 3 K | Ihr Kommentar | abgelegt: haltestellenkino



 

Gute Laune!

(Kann ja mal passieren.)
 
Mi, 21.03.2007 |  # | (902) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: trends



 



Bullshit-Bingo war grad aus, also musste der gelangweilte Kuli ran. Ich nenne dieses Werk "Abgefahrener Dilettantismus" und zähle es, rein subjektiv, zur "Kompost-Moderne".
 
Di, 20.03.2007 |  # | (1115) | 5 K | Ihr Kommentar | abgelegt: schleichender wahnsinn



 

Bloggen hilft auch nicht immer weiter, denke ich mir. Ab und zu. Die Frage nach dem Stuhl im Orbit - dies übrigens auch dann und wann von Google angefragt - konnte mir bis heute keiner beantworten. Damit dürfte wohl das Bild eines die Erde umkreisenden Kackhaufens für immer in mein Gehirn eingebrannt sein. Schönen Dank auch.
 
Mo, 19.03.2007 |  # | (842) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: blogdings



 

Reiseland Deutschland

Wunderbar, diese Reiseberichte. Schmunzelcontent, sozusagen, war aber sicherlich nicht so beabsichtigt. Noch besser gefiel mir aber diese kleine Abwandlung.
 
Sa, 17.03.2007 |  # | (442) | 0 K | Ihr Kommentar | abgelegt: ?



 

Search request: iTunes zum inhalieren

Ja, Ihnen geht es also auch so. Einfach mal die gesamte Sammlung digitalisierten Liedguts inhalieren, einfach mal den Kopf aufschrauben und die ganze Suppe hineinschütten, es entstünde ein wohltuender Krach, fast nicht auszuhalten und wenn man dann verzweifelt abschaltet, hallt die Musik noch lange nach und ein Grundton kristallisiert sich heraus, eine Grundschwingung, der rote Faden, an dem man sich entlang hangelt und der einem den Weg weist.
 
Sa, 17.03.2007 |  # | (730) | 2 K | Ihr Kommentar | abgelegt: verstaendnisuebung



 

Selbstentwirrung

Ich weiß nicht, inwiefern es bezeichnend ist, wenn ich in einem tiefen und schweren Schlaf von einem äußerst übergewichtigen Moses Pelham träume, träume, wie er mit leicht angesäuertem Gesicht, eingezwängt in einen hellgrauen Designeranzug, der fast aus den Nähten zu platzen droht, wartend auf der Tanzfläche eines sich langsam leerenden Clubs herumlungert und immer unruhiger wird, mit säuerlich angespanntem Gesichtsausdruck, weil die Dame, mit der er gemeinsam endlich sein übergewichtiges Tanzbein schwingen will und vielleicht auch noch mehr (er sah wirklich sehr angespannt aus), sich immer noch mit mir angeregt über Pop und andere mehr oder weniger interessante Dinge unterhält.

Eine sehr komische Sache, solch ein Traum, das fand ich schon immer und nun wieder ganz besonders. Ich schlage mir scheinbar selbst ein Schnippchen. Moses Pelham mochte ich noch nie, das ist nichts persönliches, kann gar nichts persönliches sein, kenne ich ihn doch nur aus der medialen Rundum-Berieselung, von damals, na gut, zugegeben, eine CD vom Rödelheim Hartreim Projekt scheint sich in meinem CD-Regal zu befinden, irgendwie clownig, fand ich die in fernen, längst vergangenen Zeiten. Ahnung von Pop und diesem ganze Drumherum und Tätärätä habe ich, so nahm ich es bisher an, gar nicht, jedenfalls nicht so viel, dass ich all die Sachen, die ich im Traume von mir gab, diese ganzen kultur-theoretischen Tiefenbohrungen, gar nicht sagen würde oder könnte, wenn ich nicht gerade träumte. Ich wundere mich: Wo ich könnte ich das her haben? Wie kommt das in meinen Kopf? Und: Gibt es vielleicht noch andere Dinge, die sich mir im Traume offenbaren könnten, die ich aus irgendeiner mir unbekannten Strömung beziehen könnte? Die Lottozahlen wären nicht schlecht oder, etwas weniger individuell, vielleicht könnte ich die Welt retten, mit diesem verborgenem, mir und anderen bisher unbekanntem Wissen, nicht um am Ende als Held da zu stehen, nein, ganz uneigennützig, für die Menschheit und so. Na gut, natürlich auch für mich, um weiterhin meine Ruhe zu haben, in meinem Mikrokosmos und meinetwegen auch in einer Bambushütte in der Südsee.

Und schon ist es wieder da, das Unbewusste, denn so etwas wollte ich gar nicht schreiben, sondern etwas ganz anderes, aber es glitt mir aus den Fingern und nun, nun lass ich es so stehen, denn es muss ein Sinn dahinter stecken. Ich vermute einen verzweifelten Versuch der Selbstentwirrung, Eigentherapie, wenn es das Wort in diesem Zusammenhang gibt, komme ich zu einer verwertbaren Erkenntnis, werde ich eine Praxis eröffnen. Auch für Kassenpatienten, versprochen.
 
Do, 15.03.2007 |  # | (504) | 1 K | Ihr Kommentar | abgelegt: schleichender wahnsinn



 

Da ich heute verwirrt bin, ständig verschreibe ich mich, weiß kaum, in welchem Blog ich mich grad befinde oder ob ich schon eine Mail schreibe, die ich schreiben muss, mehrere, genauso wie das Auto ausmessen, da ich demnächst ein Familienerbstück in die Heimat zurück hole, allerdings steht das Ding, also das Auto, noch gar nicht vor der Tür, so dass ich es gar nicht ausmessen kann und mich so den Mails und den Blogs widmen könnte, was wollte ich eigentlich schreiben? Also, da ich heute verwirrt bin, lass ich es lieber und bitte Sie, sich woanders umzuschauen. Danke.
 
Mi, 14.03.2007 |  # | (511) | 4 K | Ihr Kommentar | abgelegt: schleichender wahnsinn



 

Bild des Tages: Ein 2jähriger versucht sich an Hackentricks. Sah fast professionell aus.

Ach ja, bei Bild fällt mir ja noch was ein. Herr Schnitzel fragte danach und ich schoss eins.



Bei mir ist tatsächlich noch Winter und aufgeräumt hab ich auch.
 
Mi, 14.03.2007 |  # | (611) | 1 K | Ihr Kommentar | abgelegt: bilder erklaeren die welt



 



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Online seit: 08.02.2006
Letzte Aktualisierung: 03.06.2024, 07:57


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